Neustadt Unterschriften für den Steg
Ein Verlängerungssteg von der Fußgängerüberführung über die Gleise beim Hauptbahnhof bis zur Schillerstraße war 2008 mit Kosten von 425.000 Euro kalkuliert. Den Plan hatte der Zweckverband Schienenpersonennahverkehr Rheinland-Pfalz Süd damals in einem Schreiben an das Stadtplanungsamt präsentiert. Er enthielt aus Kostengründen keinen weiteren Aufzug und schlug den Bau einer Treppenrampe mit Kinderwagenspur vor. Der Neustadter SPD-Vorsitzende und Oberbürgermeisterkandidat Pascal Bender hat die Planung vorliegen und fordert ihre Umsetzung, nachdem Oberbürgermeister Hans Georg Löffler (CDU) in einem Brief an den Innenstadtbeirat ankündigte, das Projekt erneut prüfen zu lassen (wir berichteten am Mittwoch). „Wir haben bereits zehn Jahre verschenkt und müssen das jetzt umsetzen“, sagt Bender, der sich gestern Abend mit Jan Teichmann aus der Schillerstraße traf. Der Anwohner hat bereits rund 200 Unterschriften für das Projekt gesammelt und die drei Oberbürgermeisterkandidaten in einem Brief um Treffen gebeten. Mit Marc Weigel (FWG) hat er sich bereits getroffen. Der Termin mit Ingo Röthlingshöfer (CDU) steht nächste Woche an. Die Idee war beim Straßenfest der Schillerstraße entstanden. Bender erinnert an die Pläne aus dem Jahr 2001, als das Vorhaben vor dem Start der S-Bahn-Rhein-Neckar 2004 schon einmal umgesetzt werden sollte. Damals waren Kosten von 500.000 Mark kalkuliert, die zu 60 Prozent der Bund und zu 25 Prozent das Land übernommen hätten. „Diese Förderkulisse wird uns heute sicherlich nicht mehr gelingen“, so der SPD-Chef. Damals hätten CDU, FWG und die Grünen im Stadtrat gegen das Projekt gestimmt. Für die Freien Wähler erinnert sich Christoph Bachtler, dass das Problem gewesen sei, dass die Stadt die Verkehrssicherungspflicht für das Bauwerk hätte übernehmen müssen. Davor sei man damals zurückgeschreckt. Bachtler gibt sich zurückhaltend: „Ich weiß nicht, ob es wirklich so viele Nutzer gibt, die den Bahnhof in Richtung Süden verlassen wollen.“ Bei der Sitzung des Innenstadtbeirats war die Rede davon, dass CDU-Vertreter Bedenken hätten, weil es in Höhe der Schillerstraße bislang keine Parkmöglichkeiten für Autofahrer oder Busse gebe. Der CDU-Fraktionsvorsitzende Clemens Stahler ist offen: „Wir müssen in der Fraktion darüber reden. Persönlich finde ich die Idee gut.“ Norbert Schied, der Vorsitzende des Innenstadtbeirates, unterstützt das Projekt. Das gleiche gilt für den FDP-Fraktionsvorsitzenden Matthias Frey. „Wir standen immer hinter der Idee. Wichtig ist, dass der Steg auch in Richtung Norden verlängert wird, damit man den Bahnhof komplett überqueren kann“, so Frey. Der Bahnexperte Werner Schreiner (SPD) sagt: „Das ist alles möglich. Ich bin mir sicher, dass die Bahn zu Gesprächen bereit ist. Das war sie in diesem Zusammenhang immer. Alles andere ist dann Verhandlungssache.“ |wkr