Neustadt Unfallzahlen weiter gestiegen
Junge Fahrer waren weniger an Unfallgeschehen beteiligt, dafür ist die Anzahl der Unfälle mit Senioren auf einem Höchststand. Zurückgegangen sind Unfälle mit dem Fahrrad. „Nicht immer sind die Ursachen oder ein über mehrere Jahre beobachteter ,Trend’ auf den ersten Blick zu erklären“, erläutert Matthias Schramm von der Polizeiinspektion Haßloch (PI), Sachgebiet Einsatz und Verkehr, die Daten. Dazu sei eine genaue Analyse aller relevanten Fakten notwendig. Zuständig ist die PI für Haßloch und die Verbandsgemeinde Deidesheim, somit für rund 34.000 Einwohner. Bei 982 Verkehrsunfällen (2017: 966) gab es 32 Schwerverletzte, 119 Leichtverletzte und einen tödlichen Unfall. Bei den Sachschäden (869) vermutet Schramm ein großes sogenanntes Dunkelfeld, denn in vielen Fällen würden private Regelungen, ohne den Unfall anzuzeigen, getroffen. Differenziert betrachtet, ereigneten sich in Haßloch 677 Verkehrsunfälle mit 92 Verletzten. In der Verbandsgemeinde Deidesheim kam es zu 305 Verkehrsunfällen mit 59 Verletzten und einem tödlichen Unfall. Weiter auf hohem Niveau (271) sind die Unfallfluchten, aufgeklärt wurden 43,5 Prozent (118). Die Stelle eines Unfallfluchtermittlers sei wieder besetzt. Differenziert nach Risikogruppen gab es 16 Unfälle mit 17 verunglückten Kindern: Kinder als Radfahrer (7), Fußgänger (4), mit Tretroller (2) und als Mitfahrer im Auto (4). Junge Fahrer zwischen 18 und 24 Jahren verursachten 136 (179) Unfälle. Senioren ab 65 waren in 256 Unfälle verwickelt, davon waren 145 Personen über 75. Mögliche Ursachen: Senioren nehmen immer länger am Straßenverkehr teil und die sich verändernde Altersstruktur der Gesellschaft. In der Risikogruppe Fahrradfahrer sank die Unfallzahl auf 59 Fälle, davon 42 in Haßloch, allerdings waren 48 Verunglückte und ein tödlicher Unfall zu beklagen. Hauptverursacher waren zu knapp zwei Dritteln die Radfahrer. Eine Hauptunfallursache ist Alkohol- und Drogenkonsum, auch wenn ein Rückgang um fast die Hälfte auf elf Fälle, allerdings mit drei Schwerverletzten, zu verzeichnen ist. Zu hohe Geschwindigkeit (47) oder Missachtung der Vorfahrt (74) sind ebenfalls häufige Delikte. Der Rückgang bei den Verletzten sei besonders der guten Fahrzeugtechnik zuzuschreiben. Viele Unfälle auf der Ostumgehung passiert Unfallhäufungsstellen gab es auf vier klassifizierten Straßen (Bundes-, Land-, Kreisstraßen): In der Schubertstraße Haßloch (L 532) ereigneten sich fünf ähnlich gelagerte Verkehrsunfälle mit geparkten Fahrzeugen. In der jüngsten Verkehrsschau der Gemeinde wurden laut Schramm Lösungsansätze erarbeitet. Sechs Unfälle von 2016 bis 2018 gab es auf der Ostumgehung (L 529) zwischen Holiday Park und der Einmündung in die B 39 mit „sehr unterschiedlichen Unfallkonstellationen“ und 13 zum Teil schwer verletzten Personen. Weitere Unfallschwerpunkte: Die Kreuzung Bahnhof-/Haupt-/Rödersheimer-Straße in Meckenheim (sechs Unfälle, davon eine tödlicher) und die Einmündung Im Kaisergarten/Weinstraße (L 516) in Deidesheim, dort gab es seit 2016 fünf Verkehrsunfälle. Das „Lagebild Verkehr“ werde an viele Stellen, Organisationen und Behörden kommuniziert, erläutert Schramm. Unfallschwerpunkte werden in der Verkehrsunfallkommission analysiert und sind Grundlage für Verbesserungen.