Wasserball
U18 des SC Neustadt schlägt Duisburg
Mit 13:7 (2:3, 5:3, 3:1, 3:0) besiegte der SC Neustadt am Sonntag in der U18-Wasserball-Bundesliga den B-Gruppe-Spitzenreiter ASC Duisburg. Es war das bislang beste Spiel der vor zwei Jahren altersbedingt neuformierten SCN-Junioren.
Während die beiden SCN-Betreuer Peter Jacqué (Trainer) und Lars Ananias das Geschehen in den vier Vierteln weitgehend ruhig und „gechillt“ verfolgten, hatte der Coach der Westdeutschen, Nils Elsenpeter, bereits im ersten Viertel einen hohen Korrekturbedarf. Der nervöse Elsenpeter wies seine Jungs lautstark in Verteidigung wie Angriff auf das jeweilige Stellungsspiel hin.
Defensiv überragend
Die Probleme der Gäste resultierten daraus, dass der SC Neustadt eine überragende Defensivleistung zeigte. Die beiden stärksten Angreifer der Westdeutschen, Elias Nosnik (20 Tore bislang) sowie Navin Satter (12 Treffer), wurden erfolgreich von der Neustadter Verteidigung am Abschluss gehindert. Der Plan, mit einer Doppeldeckung Nationalspieler Nosnik in Bedrängnis zu bringen, ging auf. Er erzielte nur ein Tor. Satter traf dreimal.
Sowohl Torhüter Joona Vagts als auch Hector Vlantoussis und Georg Guth verhinderten zahlreiche Chancen. Guth trug zudem im Angriff mit vier Toren zum Erfolg bei und erhielt ein Sonderlob von Coach Jacqué: „Georg hat heute eine exzellente Arbeit abgeliefert.“
Duisburger verlieren die Lust
Im Angriff hakte es in den ersten acht Minuten noch beim SCN, das Team hätte bereits im ersten Viertel die Führung übernehmen können. Auch während der weiteren Spieldauer kam es noch zu leichtfertig vergebenen Chancen, oft sogar in doppelter „Überzahl“. Dann wandte sich SCN-Trainer Jacqué mit Kopfschütteln ab.
Doch in den folgenden Spielabschnitten verloren die Duisburger wegen ihrer eigenen Chancenlosigkeit die Lust. Immer wieder wurden ihre beiden besten Angreifer geblockt. Das Ergebnis waren drei Spielausschlüsse für die Westdeutschen. Satter, Nosnik und Aleksander Veselninovic sahen wegen Meckerns die Rote Karte, zwei weitere Duisburger mussten nach drei Strafen ebenfalls für den Rest der Partie draußen bleiben. Doch diese Strafen waren für den Duisburger Coach Elsenpeter nicht der Grund für die deutliche Niederlage. „Wir waren im taktischen Bereich undiszipliniert“, erklärte er.
Sehenswerter Schlusspunkt
Die Bilanz der Strafen bei Duisburg hätte sogar noch höher ausfallen müssen, doch die beiden Schiedsrichter drückten bei den Gästen einige Augen. Gegen den SCN gab es zwei Fünfmeter sowie neun Hinausstellungen, die Gäste kassierten zwei Strafwürfe und 16 Zeitstrafen. Aus der geschlossenen Mannschaftsleistung des SCN ragte auch Kapitän Matteo Ananias mit sechs Toren heraus. Er setzte den Schlusspunkt zum 13:7. Es war ein sehenswertes Tor als Folge von mehreren gelungenen Pässen seiner Mitspieler, mit denen die Gästeabwehr auseinander gezogen wurde. So wurde der Ball ins Tor gezaubert.
Blödes Gefühl, nicht zu spielen
Bitter war die Begegnung nur für die SCN-Spieler Felix Laubscher und Jakob Sommer. Die beiden fehlten in den letzten Tagen krankheitsbedingt und mussten daher zuschauen. Nur 13 Spieler dürfen zum Einsatz kommen. Sommer: „Die Entscheidung des Trainers ist nachvollziehbar, aber es ist ein blödes Gefühl, wenn man nicht spielt.“ Auch Laubscher hatte Verständnis, schluckte aber auch ein bisschen Ärger hinunter. Jetzt wolle er im Training zeigen, welche Erfahrung er habe und hoffe auf eine Nominierung für das nächste Spiel. Sommer: „Wir wollen jetzt im Training alles geben, keine Faxen machen und mit dem Kopf auch dabei sein.“ Jacqué betonte, irgendwo müsse er mit seiner Entscheidung ansetzen, auch wenn es ihm nicht leicht falle.
SCN-Keeper Joona Vagts zeigte sich in starker Verfassung. Der 17-Jährige fischte zahlreiche „Lupfer“ aus der Luft und entschärfte weitere Schüsse der Duisburger. Er hat eine einfache Erklärung, wieso er so schwer zu überwinden war: „Ich bin 1,94 Meter, also relativ groß.“ Selbstkritisch zeigte sich Spielführer Ananias. „Wir müssen uns im Angriff noch besser konzentrieren, wir hätten einige Tore mehr machen können.“
Am Samstag wieder ein Heimspiel
Trainer Jacqué ließ sich seine Zufriedenheit nicht so gerne anmerken, weil er immer wieder Verbesserungsmöglichkeiten sieht und sucht. Dennoch erklärte er: „Unsere Verteidigung war gut. Wir haben uns nach dem ersten Saisonspiel weiter entwickelt. Die besten Angreifer von Duisburg waren von unserer Abwehr genervt, unzufrieden, das Verhalten wurde von den Schiris geahndet. Duisburg ist dann auseinandergefallen.“
Und dann doch noch sein verschmitztes Schmunzeln. „Wir haben ein Ausrufezeichen in unserer Gruppe gesetzt.“ Bereits am kommenden Samstag steht wieder ein Heimspiel an. Dann geht es gegen Hamburg. Die Hanseaten haben bislang noch kein Spiel in dieser Saison bestritten.