Handball
TSG Haßloch mit neuem Ziel im Spiel gegen HSG Lingenfeld/Schwegenheim
„Die Mannschaft hat sich mit dem Abstieg abgefunden“, sagt Jan Burgard, noch Trainer der HSG Lingenfeld-Schwegenheim. Aber in der ersten Hälfte beim Tabellendritten der Frauen-Handball-Oberliga, TSG Haßloch, „hat sie gut dagegengehalten“. Der Coach, der zum Saisonende aufhört, lobt sein Team, das dezimiert im TSG-Sportzentrum antritt. Von vier Müttern in seiner Mannschaft hätten drei nicht gespielt, weil deren Kinder krank seien. Weitere Spielerinnen seien im Urlaub. Burgard hat sein Team mit den drei B-Jugendlichen Marie Schubert, Joana Post und Stella Leibeck aufgefüllt.
Überraschend gut präsentiert sich der Gast in den ersten 30 Minuten, führt mit 2:1, 3:2 und 4:3, liegt später mit 8:12 (24.) zurück, kämpft sich aber wieder auf 11:12 heran (26.). „Es ist schwierig, die Spannung hochzuhalten - das hat man auch im Training gemerkt“, weiß Mona Illy, mit 13 Treffern erfolgreichste Haßlocherin, den Grund für so manche Unkonzentriertheit in Hälfte eins. Im Training hätten sie in der vergangenen Woche deswegen viel rennen müssen. „Zu Recht“, gibt Illy schmunzelnd zu.
HSG-Niederlage vor Pause besiegelt
In den letzten vier Minuten vor der Pause allerdings ändert sich alles. Nach dem 11:12-Anschlusstor der besten Gästespielerin Tabea Luickx mit sechs Treffern wirbelt nur noch Haßloch im TSG-Sportzentrum. Jessica Glaser trifft aus dem rechten Rückraum. Nach Fehlpass von Luickx an den Kreis kontert Flora Schilling zum 14:11. Dank Ballunsicherheiten der HSG kontert Anne Wild zum 16:11 (27.). In halblinker Position setzt sich Ina Bühl im Spiel eins gegen eins durch: 17:11 (30.). Die HSG-Niederlage ist quasi schon besiegelt.
Die Unsicherheiten beim Fangen und Passen hören im Gästeteam nicht auf. Burgard wundert das nicht: „Die B-Jugendlichen haben zum Teil noch nie mit Harz gespielt.“ Da seien auch noch andere in seinem Team, denen das Spiel mit Harz an den Händen „noch nicht ins Blut übergegangen ist“. So habe seine HSG mit technischen Fehlern der TSG einfache Tore ermöglicht. In höheren Handballligen nutzen die Sportler Harz, um den Ball besser führen zu können.
Neues TSG-Ziel
Weil für die TSG Haßloch als Tabellendritter weder nach oben noch etwas geht, noch nach unten Abstiegsgefahr droht, „haben wir uns als Ziel gesetzt, gegen schwächere Mannschaften hoch zu gewinnen“, erzählt Illy. Und wird genauer: „Wir wollten gewinnen, ja. Aber mit mindestens 15 Toren.“ Die TSG setzt sich am Ende mit 20 Treffern Vorsprung durch, siegt mit 33:13 (17:11).
Die Überlegenheit der Haßlocherinnen drückt sich auch in der Abwehr aus. Hinten agieren sie mit einer offensiven 5:1- oder defensiven 6:0-Abwehr. Und lassen in der zweiten Hälfte nur zwei Gegentore zu. „An der Abwehrleistung gibt’s nicht viel zu kritisieren“, stellt Illy fest. „Wenn man nur zwei Tore kriegt, kann man nichts sagen“, stimmt ihr Coach Benedikt Hettich zu. Sein TSG-Trainerkollege Marc-Robin Eisel ergänzt: „Es gab schon Spiele gegen schwächere Gegner, da haben wir uns schwer getan.“
Gut besetztes TSG-Team
Je mehr Tore die Haßlocherinnen erzielen, desto mehr Spaß haben sie. Immer öfter erobern Julia Spieß, Ina Bühl und Anne Wild den Ball in der eigenen Abwehr. Den Wurf aus dem Rückraum von Anne Bechtel blockt Wild. Sie bedient die konternde Imke Paul: 24:12 (39.). Bühl fängt eine HSG-Ecke ab – Wild spielt Kreisläuferin Julia Spieß an: 26:12 (42.).
„Wir sind durchweg gut besetzt“, ist Illy froh. „Es ist schön zu wissen: Wenn’s bei einem nicht gut läuft, wird er gleichwertig ersetzt.“ So wie gegen die HSG: Mannschaftsführerin Lucie Krein und die zuletzt starke Katharina Scheid fehlen krankheitsbedingt. Doch auf dem Feld ist vom Rest „die Bereitschaft da, ist der Spaß da“, stellt Eisel erfreut fest. Mona Illy, einzige Mutter im TSG-Team, hat in der allmählich zu Ende gehenden Saison mehr gespielt als geplant, ist in der TSG nicht mehr wegzudenken. „Es macht Spaß“, sagt sie. „Ich will mich auch gar nicht mehr wegdenken.“
TSG-Neuzugang
Derweil steht ein Neuzugang für die nächste Runde fest: Kreis- und Rechtsaußenspielerin Angelina Schreier wechselt vom Badenligisten TSV Birkenau zur TSG. Hingegen ist noch offen, ob Eisel und Hettich als Trainer in Haßloch bleiben. Eisel: „Da stehen noch Gespräche an.“ Pläne haben sie aber schon: „Das Tempospiel in der zweiten Hälfte ist die Grundlage, auf die wir aufbauen müssen.“