Neustadt
TSG-Frauen vor entscheidender Partie: „Tempospiel ist Schlüssel zum Erfolg“
Die Anspannung ist da. Diese Woche gibt es keinen Tag ohne Handball, bis auf den Freitag, aber abschalten kann Tabea Frey nicht so richtig. Es steht einiges auf dem Spiel. Die Frauen der TSG Haßloch, die vor wenigen Wochen mit nur einer Niederlage die Regionalliga-Saison beendeten und die Meisterschaft in der Staffel Südwest sicherten, stehen vor dem größten Erfolg im Frauenhandball in der Vereinsgeschichte. Mit einem Punkt aus der Partie gegen die HC Schmiden/Oeffingen (Samstag, 18.30, TSG-Sportzentrum) soll der letzte Schritt in Richtung Drittklassigkeit vollzogen werden.
„Ich bin sehr positiv gestimmt, wenn wir die taktischen Vorgaben der Trainer umsetzen, dann haben wir die Chance zum Aufstieg. Gerade vor eigenem Publikum und mit dieser Atmosphäre wollen wir unser großes Ziel erreichen“, sagt die 20-Jährige. Die Aufstiegsrunde verlief bis auf die unglückliche Niederlage bei Frisch Auf Göppingen II positiv. Mit 7:3 Zählern belegen die „Bärinnen“ hinter der ungeschlagenen Zweitvertretung von Frisch Auf Göppingen den zweiten Tabellenplatz. „Es wird aber auch Zeit, dass jetzt das letzte Spiel kommt, denn wir plagen uns nach solch einer langen Zeit mit der ein oder anderen Blessur herum und freuen uns auch auf die Pause“, betont Frey.
Frey ist seit der Jugend in Haßloch dabei
„Man darf Schmiden nicht unterschätzen, sie sind nicht ohne Grund in der Aufstiegsrunde. Sie sind körperlich sehr stark, deren Abwehr tut schon weh. Es wäre hilfreich, wenn wir über unser Tempospiel kommen und uns die einfachen Tore gelingen. Das Tempospiel dürfte der Schlüssel zum Sieg sein“.
Frey ist die einzige Spielerin, die einst bei den „Bärinnen“ in der Nachwuchsabteilung mit dem Handball begann, in der E-Jugend damals ungeschlagen ihre bisher einzige Meisterschaft holte, ehe sie nach der C-Jugend aufgrund des fehlenden weiblichen Nachwuchses im Verein zur VTV Mundenheim zog. Zum ersten Aktiven-Jahr kehrte sie wieder in ihre Heimatgemeinde zurück und bestreitet nun ihre zweite Spielzeit bei der TSG Haßloch. Diese soll mit dem Aufstieg gekrönt werden. Dabei fehlte Frey in den ersten beiden Aufstiegsspielen aufgrund eines Bänderrisses. Derzeit spielt sich die Außenspielerin wieder mehr in den Vordergrund. Auf der linken Seite überzeugte sie. Während der Saison hatte sie verstärkt Spielzeit auf der ungewohnten Rechtsaußen-Position, nun ist sie wieder auf Linksaußen gerückt, nach dem Katharina Gerdon aufgrund ihrer Armverletzung nicht mehr zum Einsatz kommen wird.
Studium und Reisen – und auch noch Handball
Für die junge Flügelflitzerin sind es stressreiche Tage. Denn sie steht vor den Prüfungen in ihrem Studium im Fach Medien- und Kommunikationswissenschaften. „Bei mir geht es nach den Aufstiegsspielen intensiv weiter“, erzählt die Spielerin.
Neben den Prüfungen an der Universität Mannheim will sie die „Handball-Pause“ mit Reisen verbringen. Diesmal geht es mit zwei Freundinnen für drei Wochen nach Sri Lanka. Direkt nach dem Abitur am Kurfürst-Rupprecht-Gymnasium in Neustadt zog sie für ein Jahr in die weite Welt. Thailand, Australien, Singapur, USA, Costa Rica und Malta waren da ihre Ziele. „Es war eine Zeit, die ich nicht missen möchte“, erzählt Frey.
Planwagenfahrt als Meistertour?
Während sie beruflich gerne Sport-Journalistin beim Fernsehen werden möchte und erste Erfahrungen im Pflichtpraktikum während der Schule bei einer Zeitung sammeln durfte, jobbt sie nebenbei in der Weinlounge in Ruppertsberg und bessert sich die Reisekasse auf. „Ich bin froh, dass ich den Nebenjob habe, es macht mir auch Spaß und es ist eine willkommene Abwechslung“, berichtet Frey.
Dafür dürfte sie am Wochenende nach dem letzten Spiel nicht zur Verfügung stehen. Sollte der Aufstieg am Samstagabend klappen, dann wird die Party im TSG-Sportzentrum bis in die frühen Morgenstunden andauern. Auch der Tag danach gehört der Mannschaft, die den dann möglichen Aufstieg gemeinsam mit einer Planwagenfahrt weiter feiern möchte.