Wachenheim
Trio „Triologie“ im Badehaisel: Mit Musik in die weite Welt
„Wir spielen kreuz und quer, wir kennen keine Grenzen.“ Mit dieser Ansage trifft Olaf Schönborn den Kern des Programms von Triologie. Mit Vincenzo Carduccio, Akkordeon und Bertrand Le Guillou auf der Gitarre entführt der Saxofonist am Samstag das Publikum im ausverkauften Badehaisel im Kopfkino aus Wachenheim in die große weite Welt. „C’est si bon“, es ist so gut, heißt das zweite Stück an diesem Abend. Schon hier singt das Publikum mit, ohne dass die Musiker es dazu auffordern. Gute Laune, Freude an der Musik und am Spielen kennzeichnen den Abend. Es war so gut! Mit diesem Gefühl gehen die Zuhörer nach dem Konzert nach Hause.
Das Fahrrad klappert, wie Schönborn bei seiner Ansage augenzwinkernd verkündet. „La bicyclette“ ist einer der französichen Chansons, die das Trio an diesem Abend präsentiert. Ob mit dem Fahrrad, zu Fuß, mit der Bahn oder mit dem Auto, das Publikum kommt zum Teil von weit her. Nicht nur aus der Pfalz sind die Menschen angereist, sogar aus Bayern kommen die Fans. Doch die Reise, die sie in Wachenheim beginnen, führt nicht nur nach Frankreich, zu Chansons und Musette, sondern auch zu Jazz und Soul aus Amerika, zum Samba-Tanzen nach Südamerika und zu Klassik aus Norwegen. Allen Stücken drücken die Musiker einen eigenen Stempel auf.
Virtuose Soli
„Wir haben geprobt“, berichtet Schönborn augenzwinkernd immer wieder. An das, was sie eingeübt haben, halten sich die Musiker aber nur selten. Zu groß ist die Lust am Improvisieren. Alle drei sind Meister auf ihren Instrumenten und gut aufeinander eingespielt. Ihre Soli sind virtuos. Schönborn entlockt dem Altsaxofon einen schönen, warmen Klang, mit atemberaubender Schnelligkeit gleiten die Finger von Carduccio und Le Guillou über Tasten und Saiten. Auch singt Le Guillou mit fester Stimme und viel Charme. Schönborn entpuppt sich bei seinen Ansagen als begnadeter Entertainer.
Grenzenlos wie ihr Programm sind auch Herkunft und die Wohnorte der Musiker. Als Franzose aus „Freensheem“ outet sich Le Guillou. Er hat seine Frau und seine Tochter Lena mitgebracht. Lena bringen die Musiker, tatkräftig unterstützt vom Publikum, ein Ständchen zum 23. Geburtstag. Aus Sizilien stammt Carduccio, er wohnt in Frankreich. In Heidenheim/Brenz in Baden-Württemberg wuchs Schönborn auf. Er studierte in Mannheim/Heidelberg und in Phoenix, USA und wohnt jetzt in Ludwigshafen. Nicht nur dort ist er in der Jazz-Szene sehr präsent.
Grenzenloses Programm
Den Musikern wird warm im Laufe des Abends. Immer wieder trocknet Le Guillou das Griffbrett seiner Gitarre. Carduccio könnte eine Serviette gebrauchen, meint er nicht ganz im Ernst. Prompt bringt ihm ein Mitglied des Teams der Kulturkneipe ein Gästetuch. Sehr engagiert und liebevoll kümmern sich die Ehrenamtlichen vom Badehaisel um die Musiker und das Publikum. Stolz ist das Team darauf, ab nächster Woche Teil des Kultursommers Rheinland-Pfalz zu sein.
„Geprobt oder ungeprobt?“ fragt Schönborn das Publikum. Das will am Ende des schönen Konzerts gar nicht nach Hause und möchte als Zugabe natürlich beide Stücke hören. „Isn’t she lovely?“ fragt das letzte Stück rhetorisch. Klar, ist die Antwort. Lovely genau wie der ganze Abend im Badehaisel in Wachenheim mit Triologie.