Neustadt Treuebekenntnis zu Lieberknecht

Hassloch. Die Lage wird immer prekärer, der Trainer bleibt: Frank Lieberknecht soll den mit Aufstiegsambitionen in die Saison gegangenen Fußball-Bezirksligisten VfB Haßloch vor dem Abstieg bewahren.
In einer Aussprache am Montagabend kamen Trainer, Sportliche Leitung und Führungsriege des Vereins überein, die Arbeit gemeinsam weiterzuführen. Dies war nicht selbstverständlich. Aufgrund der düsteren Bilanz mit nur einem Zähler nach der Winterpause und dem Abgleiten auf den drittletzten, den Abstieg bedeutenden Rang war die Kritik an Lieberknecht vernehmbar laut geworden. „Wir sind nun davon überzeugt, dass der Trainer noch die Kraft und den Willen hat, und dazu stehen wir“, sagte Peter Schlegel, der Sportliche Leiter des VfB, am Dienstag. Er ergänzte: „Der VfB ist ein Familienverein, wir sind solidarisch, und das wollen wir auch nach außen zeigen. Und ich denke, die Mehrzahl der Mitglieder trägt diese Entscheidung mit.“ Schlegel ließ jedoch keinen Zweifel daran, dass den Worten nun Taten folgen müssten: „Wir sind zuversichtlich, aber nun sind Ergebnisse gefordert, das ist ganz klar.“ Am Sonntag (15 Uhr) gastiert mit der SpVgg Edenkoben eine Mannschaft im Eichelgarten, die als abgeschlagenes Schlusslicht längst abgestiegen ist. 93 Gegentreffer hat das Kellerkind kassiert, erst sieben Punkte stehen zu Buche. Einen „schenkte“ der VfB der Elf von Spielertrainer Slawomir Stulin mit dem 0:0 im Hinspiel. Die Erinnerung daran und der Zwang des Gewinnenmüssens, der sich aus der Tabellensituation ergibt, könnten zu einem ungesunden Druck führen, der die Beine der Haßlocher Spieler erst recht lähmt. Immerhin hat sich die personelle Situation so weit gebessert, dass bis auf Denis Hinz und Silviu Ionescu alle tragenden Säulen zur Verfügung stehen. Und so ist Frank Lieberknecht guten Mutes, den VfB zurück auf den Pfad des Erfolges zu führen. Er selbst, sagt er, habe um die Aussprache am Montag gebeten. Nun sieht er sich bestätigt. Er sei der Trainer des VfB und werde dies auch bleiben, selbst im schlimmsten sportlichen Falle. Allerdings müsse nun noch mehr als bisher darauf geachtet werden, wer sich für den VfB auf dem Platz zerreiße. „Wir haben ja einige Spieler in der Mannschaft, die den Verein verlassen, da muss man genau hinschauen, ob sie mit dem Kopf vielleicht schon woanders sind“, sagt Lieberknecht. „Man muss genau beobachten, wer sich der Sache bewusst ist und wer nicht.“ Gegen Edenkoben zähle nichts als ein Sieg. „Wir müssen und wir werden gewinnen. Denn wenn wir da nicht gewinnen, können wir das Buch eigentlich zumachen.“ Beim 0:4 in Bad Dürkheim am vergangenen Sonntag spielten die Gelb-Schwarzen nach Ansicht Lieberknechts „gegen richtig gute Qualität“ zumindest in der ersten Spielhälfte vor allem taktisch nicht schlecht, kassierten jedoch kurz vor dem Pausenpfiff, in der 41. Minute, den ersten Gegentreffer. „Die Mannschaft bräuchte es einfach mal, in Führung zu gehen“, sagt Lieberknecht. Heute (ab 17.30 Uhr) bekommt der VfB Besuch vom SWR-Fernsehen. Es gilt, ein „Tor des Monats“ nachzustellen. Die Aufnahmen werden am 11. Mai in der Sendung „Flutlicht“ als Teil eines Gewinnspiels gezeigt. Vielleicht eine willkommene Abwechslung, um die Köpfe freizubekommen und die Laune zu heben. Danach bittet Lieberknecht zum Training. Er hat keine Zeit zu verschwenden. (aboe)