Neustadt Treffen der Generationen

«Deidesheim.»Sieben Künstler aus Irland, England, Deutschland, Norwegen und der Ukraine sind ab morgen für zehn Tage zu Gast bei der 14. Auflage des Keramikkunstsymposiums „Intonation“ in der Galerie von Friederike Zeit in Deidesheim.
Auch wenn sie nach 14 Jahren eine gewisse Routine in der Organisation entwickelt hat – 45 Künstler aus 21 Nationen stehen mittlerweile auf der Gästeliste der Symposiums – eine Planung „nach Schema F“ ist für Initiatorin Friederike Zeit die Ausnahme: Mal fällt ein sicher geglaubter Ausstellungsort weg – 2017 bedingt durch den Brand der ehemaligen Synagoge –, mal kommen das Material oder die Arbeiten der Künstler nicht rechtzeitig an, und bisweilen gibt es auch kurzfristige Absagen. „Die Synagoge ist nicht rechtzeitig für die Intonation fertig geworden, obwohl wir sie eigentlich als Arbeits- und Ausstellungsort eingeplant hatten“, sagt Zeit. Dank des guten Verhältnisses zum benachbarten Weingut Dr. Kern habe das allerdings kein größeres Problem dargestellt: Auch in diesem Jahr stehe das ehemalige Kelterhaus im Anwesen gegenüber zur Verfügung, berichtet Zeit. Etwas schwieriger habe sich die Kompensation der kurzfristigen Absage von Henry Pim aus England gestaltet – sollte die 14. Intonation doch ursprünglich mit zwei Teilnehmern aus England und einem aus Irland eine Art „Gegen-Brexit“ werden. Zeit hat deshalb den freien Platz kurzerhand ausgeschrieben – und der „Intonation“ damit eine neue Facette hinzugefügt: „Der Ausschreibungsprozess war so spannend, das ich künftig in jedem Jahr einen Platz für einen neuen Künstler reservieren werde“, sagt Zeit. In diesem Jahr ist Nataliya Zuban aus der Ukraine dabei zum Zuge gekommen und hat dem Symposium damit gleichzeitig ein neues Motto beschert: „Die Zusammensetzung der ,Intonation’ gleicht einem Treffen der Generationen“, erklärt Zeit: Mit Nataliya Zuban, dem Briten Dylan Bowen und Sarah Bartmann aus Deutschland sei die ganz junge Keramikkunst vertreten, mit Michael Moore aus England und Yuriy Musatov aus der Ukraine zwei Teilnehmer aus früheren „Intonationen“ und mit Svein Narum und Zeit selbst sozusagen das „Urgestein“ des Symposiums. „Diese Kombination bietet sicher Raum für spannende Diskussionen und gibt uns bestimmt auch Gelegenheit zu demonstrieren, dass Kunst keine Grenzen haben sollte“, meint Zeit. Über die Begegnung mit den „Novizen“ hinaus freue sie sich besonders auf das Wiedersehen mit Yuriy Musatov, der seit seiner ersten Teilnahme an der Intonation vor sechs Jahren als junger, unbekannter Künstler international Karriere gemacht hat: „Mit seinen 32 Jahren hat Yuriy es schon in bedeutende Museen und renommierte Sammlungen geschafft“, freut sie sich über den Erfolg ihres jungen Kollegen. Der persönliche Kontakt mit den Künstlern und die Begegnung mit deren unterschiedlichen Ausdrucksformen verspricht wieder einmal interessante Atelierbesuche während der gemeinsamen Arbeitswoche: Zuban beschäftigt sich in ihren frei gebauten Plastiken mit dem Menschen in seiner natürlichen und urbanen Umgebung, Bowen experimentiert teils humorvoll mit Neuinterpretationen traditioneller Gefäße, Michael Moore baut Landschaften, Musatov arbeitet mit delikaten Oberflächen auf strengen Formen, und Bartmann lässt sich von Fundstücken inspirieren. Svein Narum wird neue Gefäße und Wandobjekte schaffen, und Friederike Zeit selbst neue Interpretationen ihrer teils gedrehten, teils aufgebauten Objekte, so die Planungen. Noch Fragen? Bis 22. April, können die Besucher von diesem Freitag, 13. April, den Teilnehmern der „Intonation“ jeweils von 15 bis 18 Uhr in der Galerie Friederike Zeit und im Kelterhaus des Restaurants Schloss Deidesheim bei der Arbeit über die Schulter schauen. Dort sind am Samstag und Sonntag, 21. und 22. April, von 12 bis 18 Uhr auch die während des Symposiums entstandenen Arbeiten bei einer Abschlussausstellung zu sehen, bei der die Künstler auch über ihre Arbeit sprechen werden. Finissage ist am Sonntag, 22. April, ab 12 Uhr in der Galerie Zeit. Weitere Informationen unter www.intonation-deidesheim.de.