Neustadt / Hassloch / Deidesheim / Maikammer
Tischtennis: Saisonende bei regionalen Vereinen nicht unumstritten
Die Idee ist einfach: Wer aktuell auf einem Platz steht, der ein Abstiegsspiel nach sich zieht, bleibt in der Liga, die Zweitplatzierten dürfen aufsteigen. Das führt unter Umständen dazu, dass in der kommenden Runde mehr Mannschaften absteigen müssen. „Für diese Krisensituation konnte es keine Lösung geben, die allen gerecht wird. Man war sich einig, dass die Fortsetzung des Spielbetriebs in absehbarer Zeit aber nicht möglich gewesen wäre. Des Weiteren sollten die Vereine so schnell wie möglich Planungssicherheit haben“, sagt Heike Ahlert, Vizepräsidentin Leistungssport des DTTB. Klar ist aber auch: „Es wird einige Härtefälle geben, die mit dieser Lösung nicht zufrieden sind“, stellt sie fest.
Ein Gewinner der Entscheidung ist die Damenmannschaft des TuS Maikammer, die als Meister der 1. Pfalzliga nun in die Oberliga aufsteigt, wobei das Team sich noch nicht sicher ist, ob es diese Herausforderung tatsächlich annehmen will. „Wir sind alle etwas überrascht von der Entscheidung, die aus meiner Sicht aber absehbar war und auch nachvollziehbar ist. Gerade für die 1. Pfalzliga ist es schade, dass nun die eigentliche sportliche Entscheidung entfällt, zumal ja ausgerechnet unser Spitzenspiel beim Team des TTV 04 Edenkoben anstand. Wir wissen aber, dass es in dieser Situation keine für alle seligmachende Lösung gibt“, stellt TuS-Spielführerin Christiane Lobe fest.
„Es war leider abzusehen“
Sebastian Rapp, Nummer eins des Pfalzligateams des TTV Neustadt, hatte mit einer Entscheidung in diese Richtung bereits gerechnet. „Es war wohl leider abzusehen. Eine solche Entscheidung zu treffen ist nicht für alle Vereine populär, gerade wenn man deshalb absteigen muss oder um einen noch möglichen Aufstieg gebracht wird. Gewinner und Verlierer gibt es da immer. Für uns hätte sich aber nichts geändert, da es durch die Einführung der Verbandsoberliga in dieser Saison ja keinen Absteiger aus der 1. Pfalzliga gegeben hätte.“
Stellung bezieht auch Kevin Nicklas, Mannschaftsführer der TSG Haßloch, die in der zweiten Pfalzliga Ost spielt: „Dass die Saison beendet ist, sehe ich als logischen Schritt. Die Gesundheit geht vor. Und gegen Corona auf diese Weise anzukämpfen, ist richtig. Wir sind in einer komfortablen Ausgangssituation und können mit dem Abschneiden aller unserer Mannschaften zufrieden sein. Dennoch denke ich auch an andere Teams, die durch Siege gegen vermeintlich einfachere Gegner den Abstieg eventuell noch abwenden oder noch hätten aufsteigen können. Dennoch muss man unter dem Strich von einer richtigen Entscheidung sprechen, auch wenn klar ist, dass man mit keiner Lösung alle hätte zufrieden stellen können.“
Geteilter Meinung
Etwas zwiespältige Gefühle hegt Philipp Amann, Mannschaftsführer des Bezirksligaspitzenreiters VfL Duttweiler. „Die Entscheidung des DTTB ist für unsere erste Mannschaft natürlich positiv, da wir somit als Meister direkt in die 2. Pfalzliga aufsteigen. Dass dies jedoch auf solche Art und Weise zustande kommt, finde ich persönlich, aber wohl auch meine Vereinskollegen, sehr schade. Zwar hatten wir zwei Punkte Vorsprung vor dem Tabellenzweiten und vier vor dem Dritten, jedoch standen die Spiele gegen diese Teams noch aus. Nach meinem Empfinden kommt die Entscheidung sehr früh, da bis zum Start der nächsten Saison noch vier Monate Zeit sind. Möglicherweise hätte man die restlichen Spiele im Sommer austragen können.“
Das sieht Uwe Wächter, Kapitän der zweiten Vertretung des TTV Neustadt, die ebenfalls in der Bezirksliga spielt, etwas anders. „Man darf auch beispielsweise nicht die Problematik verkennen, die durch eventuelle Vereinswechsel entsteht. Schon deshalb wäre eine, wie von einigen Spielern gewünschte Saisonverlängerung bis in den Sommer hinein schwierig gewesen.“ Er steht hinter der Entscheidung des DTTB. „Man muss das einfach respektieren. Die Verantwortlichen habe es sich sicher nicht leicht gemacht. Wir müssen uns solidarisch zeigen und akzeptieren, was entschieden wurde. Tischtennis ist unser Hobby, aber es gibt Wichtigeres als den Sport“ erklärt Wächter, dessen Team als Tabellensechster jenseits von Gut und Böse liegt.
Landesverbände am Zug
Für die TSG Deidesheim ändert sich als Tabellenneunter der Bezirksliga nichts, „Natürlich hätten wir die Saison gerne zu Ende gespielt. Die Entscheidung ist aber nachvollziehbar und zu akzeptieren. Für uns wäre es weder um Auf- oder Abstieg gegangen, somit haben wir mit dem Abbruch der Runde kein Problem. Trotzdem warten wir sehnlichst auf die baldige Öffnung der Sporthalle und die Freigabe des Trainingsbetriebs, damit wir unseren Sport wieder ausüben können“, hofft Teamchef Stefan Bien auf eine baldige Entspannung der Situation.
Heiner Kronemayer, Präsident des Pfälzischen Tischtennisverbands (PTTV), gibt sich zurückhaltend. „Zu dem was auf der DTTB-Homepage steht, kann ich momentan noch nichts ergänzen, da sich alles noch im Abstimmungsprozess mit dem PTTV-Vorstand und dem DTTB befindet. Ich denke, dass wir Ergebnisse bis Mitte nächster Woche präsentieren können.“ Die 18 Landesverbände entscheiden für ihre Ebenen individuell, wie Mannschaften auf den Relegationsplätzen berücksichtigt werden.