NEUSTADT
Tischtennis: Neustadter Ehepaar Triemer gemeinsam an der Platte
Die privat-sportliche Verbindung gipfelte zuletzt in der Tatsache, dass beide bei den Pfalzmeisterschaften in Wörth Seite an Seite im gemischten Doppel gespielt haben.
Den Informatiker zog es wieder zurück in die Heimat, leben doch seine Eltern und Großeltern bei Neustadt. Seine Frau musste er von den Vorzügen der Pfalz nicht erst überzeugen, kannte sie diese doch von zahlreichen Besuchen. Es gab noch einen ganz pragmatischen Grund für den Umzug: „Ludwigsburg und Umgebung ist für die Lebenshaltung ein verdammt teures Pflaster“, sagen beide. So nimmt sie es lieber in Kauf, per Zug nach Stuttgart zur Arbeit zu fahren. „Zum Bahnhof in Neustadt ist es nicht weit. Die Verbindung nach Stuttgart ist recht gut“, sagt sie.
Pause nach verschleppter Grippe
Tischtennis spielt sie seit ihrem zehnten Lebensjahr. Er entdeckte vier Jahre später den schnellsten Rückschlagsport der Welt für sich. Schon in Jugendzeiten wechselte er häufig die Vereine, war nach seinen Anfängen bei Grün-Weiß Ludwigshafen bei den TTF Maxdorf und der DK Limburgerhof und beim 1. TTC Oppau aktiv. „Eigentlich bin ich nicht der Typ, der den Verein so oft wechselt wie sein Unterhemd. Doch wenn die Clubs keine Jugendteams hatten, blieb mir nichts anderes übrig, denn ich wollte ja auch in einer Mannschaft spielen“, schildert er seine Gründe. Zur Rückrunde kam er nun zum TTV Neustadt. Er suchte einen Verein in der Nähe der neuen Wohnung. In der Bezirksliga hatte er gleich einen verheißungsvollen Start beim TTV II. „Die Bezirksliga ist für mich der richtige Einstieg. Nach einer verschleppten Grippe musste ich fast ein halbes Jahr pausieren. Da dauert es, bis ich bei 100 Prozent bin.“ Sind die erreicht, könnte er zur Alternative für den TTV I werden, hat er seine Qualitäten doch mehrere Jahre in der Landesliga des Verbandes Württemberg-Hohenzollern gezeigt. Diese Klasse ist vom Formellen her der 1. Pfalzliga gleichgestellt, doch von der sportlichen Qualität höher einzuschätzen als ihr pfälzisches Pendant.
Ebenfalls in der Landesliga agierte seine Frau – mit Erfolg. Deshalb spielt sie in Edenkoben und nicht in Neustadt. „Die Herren hier in Neustadt meinten, ich sollte in Maikammer oder Edenkoben anfragen, da die Bezirksliga, in der die Neustadter Damen agieren, für mich keine Herausforderung wäre. Ich habe dann auf die Homepages der Vereine in der Umgebung geschaut, denn allzu weit weg wollte auch ich nicht spielen. So wurde Edenkoben mein erster Ansprechpartner.“ Das Gespräch mit Melina Ferdinand, der Mannschaftsführerin des dortigen Pfalzligateams, sei positiv verlaufen. „Als ich dann hörte, das eine Carolin Bollinger hier spielt, fand ich das so cool, da ich mit Mädchennamen auch Bollinger heiße.“
Bei Spiel von Timo Boll kennengelernt
Die Triemers studierten in Magdeburg. Beim Besuch der German Open in der Bördelandhalle saßen sie zufällig nebeneinander und verfolgten ein Spiel von Timo Boll. Beide spielten beim TTC Börde Magdeburg, ehe sie in Ulrikes schwäbische Heimat zogen. 2013 heirateten sie.
Seine Spielweise bezeichnet er als offensiv orientiert, nennt sich allerdings eher einen Allrounder. Dazu verfügt er über gewisse Abwehrqualitäten. „Für Ulrikes Art zu spielen, suchen wir allerdings noch einen Namen“, sagt er lachend. Etwas unorthodox kann man es schon nennen, wenn sie beispielsweise ihre Rückhand mit abgeklapptem Handgelenk ins Spiel bringt. Das führt mitunter dazu, dass die Flugbahn des Balles für die Gegnerin nicht sofort erkennbar ist. Und vielleicht hält ja irgendwann einmal eine „Triemersche Kurve“ in die Tischtennis-Lehrbücher Einzug ...