RHEINPFALZ-Sprechstunde RHEINPFALZ Plus Artikel Tipp bei Erkältungskrankheiten: Ruhe und viel trinken

Wer erkältet ist, sollte sich schonen und vor allem warme Getränke zu sich nehmen. Mit der Einnahme von Medikamenten sollte man
Wer erkältet ist, sollte sich schonen und vor allem warme Getränke zu sich nehmen. Mit der Einnahme von Medikamenten sollte man jedoch vorsichtig sein, so Chefarzt Grüne.

Am besten Vitamin C nehmen und bei ersten Erkältungsanzeichen Tabletten schlucken – mit solchen Mythen hat Hetzelstift-Chefarzt Stefan Grüne aufgeräumt. Dafür hat er verraten, was wirklich bei Husten und Schnupfen hilft.

Warum wird man krank?
Früher oder später wird jeder mal von einer Erkältung erwischt. Für Stefan Grüne, Chefarzt der Inneren Medizin II am Marienhaus Klinikum Hetzelstift, zählt der Kontakt zu Viren und Keimen zu den grundlegenden Erfahrungen von Menschen. „Spätestens in der Kita werden die Kinder dann auch krank.“ Das Positive daran: Der Körper lernt mit jeder Erkrankung dazu, bildet Antikörper und kann bei einem erneuten Kontakt den Erreger dann bekämpfen. Sei der Schutz nicht mehr groß genug, werde man eben wieder krank und baut ihn neu auf.

In der Regel seien die Erkrankungen nach ein, zwei Wochen überstanden. Dass sich manchmal auch bakterielle Entzündungen entwickeln, für die man Antibiotika brauche, liege am „erkältungstypischen Verhalten“: Man atme nicht mehr so tief oder trinke zu wenig, folglich können sich Bakterien im verbliebenen Schleim vermehren. Ansonsten rät Grüne jedoch davon ab, bei einer Erkältung sofort zu fiebersenkenden Medikamenten zu greifen: Der Körper erhöhe die Temperatur, um einen Erreger zu bekämpfen. Da sollte man eher nicht eingreifen, meint Grüne. Fiebersenkende Mittel empfehle er erst ab 39 Grad. Ansonsten helfe Ruhe, damit der Körper die Erkältung selbst in den Griff bekomme.

Helfen Ergänzungsmittel?
Stefan Grüne rät zu einer „normalen, ausgewogenen Ernährung mit ausreichend Flüssigkeit, vor allem warmer Tee ist gut“. Wer diesen Tipp befolge, habe keine Mangelsituation und könne guten Gewissens auf Ergänzungsmittel verzichten. Zumal deren Nutzen oft nur eingeschränkt sei, um Erkältungen zu vermeiden oder zu stoppen. Beispiel Vitamin C: „Das schadet nichts, nutzt aber auch nichts.“ Beispiel Vitamin D: Wer solche Präparate nehmen wolle, solle sich im Herbst und rechtzeitig vor der Erkältungssaison den Vitamin-D-Spiegel messen lassen. „Wenn er zu niedrig ist, kann man was nehmen. Ist er im Normbereich, hat man einen ausreichenden Schutz“, so Grüne. Er ergänzt: Vitamin D müsse aber vor der Erkältungszeit genommen werden, später wirke es nicht mehr.

Was ist, wenn ich krank bin?
Der Neustadter Mediziner rät auch erkälteten Menschen dazu, sich zu bewegen. „Aber nicht mit Sport an die Leistungsgrenze bringen.“ Denn dies führe zu einem Herunterfahren des Immunsystems, sodass die Viren dann freie Bahn hätten. Außerdem ist Ruhe wichtig, man sollte nicht zur Arbeit gehen, um Stress zu vermeiden, und genügend trinken. „Denn nur dann produzieren wir Schleim, sodass die Erreger aus dem Körper kommen.“

Was sollte ich vermeiden?
Es sei keine gute Idee, mit nassen Haaren oder Kleidern Fahrrad zu fahren, nennt Grüne ein Beispiel. Eine ausgekühlte Oberfläche sei der perfekte Eintrittsort für Viren. „Der Körper kann in ausgekühltem Zustand nicht auf den Erreger reagieren.“

Was kann ich tun?
Wer Erkältungen vorbeugen möchte, sollte sich Grüne zufolge an viele Tipps aus der Corona-Zeit erinnern: Hände desinfizieren, wenn man mit vielen Menschen Kontakt hatte, oder Maske tragen bei großen Gruppen. „Die meisten Infekte übertragen sich über die Hände oder über Tröpfchen, etwa beim Niesen.“ Wie gut diese beiden Tipps helfen, habe man ja gesehen: „Wegen der Corona-Schutzmaßnahmen gab es kaum Grippefälle und kaum Erkältungen.“

Was steckt hinter Erkältungen?
Es handelt sich um Virusinfektionen. Dass sich immer wieder Viren übertragen, liege auch an den Menschen. Etwa in der Haltung sehr großer Tiergruppen oder auf Märkten, wenn unterschiedliche Tierarten zusammenkommen. „So übertragen sich Keime, und es kann uns dann auch treffen.“

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