Bad Dürkheim RHEINPFALZ Plus Artikel Theater an der Weinstraße zeigt „Monsieur Ibrahim“

Zuschauer bis zur Bühnenkante – so schildert Darsteller Tobias Brohammer eine Besonderheit des TadW-Freilichttheaters. Rechts Vo
Zuschauer bis zur Bühnenkante – so schildert Darsteller Tobias Brohammer eine Besonderheit des TadW-Freilichttheaters. Rechts Vorstandsvorsitzender Tim Neubauer-Pfaehler.

Gemeinsam Hürden überwinden – dieses Ziel passt in mehrfacher Hinsicht zum Sommerstück des Theaters an der Weinstraße. Tobias Brohammer übernimmt darin sämtliche Rollen.

Nicht allein den Figuren im Stück stellen sich Hindernisse in den Weg. Die Freilicht-Aufführung in der Klosterruine Limburg, wo das TadW seit mehr als 50 Jahren seinen angestammten Sommerspielort hat, findet unter erschwerten Bedingungen statt: Derzeit wird das Querhaus saniert, seine Mauern umgibt ein ausladendes Gerüst. Für Darbietungen steht dadurch nur ein begrenzter Raum zur Verfügung; zudem kann die Akustik je nach Witterung beeinträchtigt werden.

Sollte tatsächlich der Wind pfeifen, könnte er auch durch enge Straßen jenes Viertels in Paris wehen, in dem die Handlung spielt. Die Geschichte um den Jungen Momo und Monsieur Ibrahim schrieb der französische Denker und Dramatiker Éric-Emmanuel Schmitt zuerst für die Bühne und entwickelte sie danach als Roman. Es handelt sich also um einen der eher seltenen Fälle, in denen ein Theaterstück die Vorlage für ein berühmtes Buch liefert.

„Die wichtigsten Figuren“

Schmitt verfasste sein Werk ursprünglich als Monolog. Das verträgt sich bestens mit der Aufführung, die das Publikum in der Limburg erwartet. Sämtliche Rollen wird Tobias Brohammer verkörpern. Schon über 20-mal trat er an anderen Orten mit der Bühnenfassung auf; entwickelt hat er sie zusammen mit Regisseurin Johanna Regenauer.

Sowohl beim TadW als auch beim Frankenthaler Theater Alte Werkstatt gehört Brohammer zum festen Ensemble. Beim Weinstraßentheater ist er seit 20 Jahren aktiv, spielte hier Hauptrollen und führte in weiteren Sommerproduktionen Regie. Mit Blick auf die jetzige Inszenierung sagt er: „Von allen Figuren, die ich gespielt habe, sind Momo und Monsieur Ibrahim für mich die wichtigsten.“

Eine grenzenlose Liebe

Es ist die Botschaft von Toleranz, Verständnis und Menschlichkeit, die Brohammer fasziniert. Ohne Vorbehalte gedeiht eine grenzenlose Liebe, wo sonst Religion und Herkunft unversöhnlich trennen. Aufgehobene Grenzen auch am Ort der Aufführung: Die Zuschauerreihen werden in der Limburg an drei Seiten die Spielfläche umschließen. Schon vor zwei Jahren hat sich diese Bühnenstruktur im Shakespeare-Sommerstück als erfolgreich erwiesen. „Das bringt die Zuschauer bis an die Bühnenkante und wirkt wie ein Open-Air-Kammerspiel“, zeigt sich Brohammer angetan.

Ursprünglich hatte das TadW für diesen Sommer eine andere Produktion vorgesehen: In „Das Wirtshaus im Spessart“ sollten ein Dutzend Darsteller auftreten. „Aber wir konnten nicht alle Rollen besetzen“, erklärt Vorstandsvorsitzender Tim Neubauer-Pfaehler. „Deswegen mussten wir kurzfristig umdisponieren.“ Auch hinsichtlich technischer Anforderungen reagiert die Theatertruppe flexibel. Die frühere Freilichtbühne der Stadt ist für sie nicht mehr verfügbar. Jetzt stellt das TadW seine bisherige Lichttechnik auf digitale Steuerung um. „All diese Herausforderungen hindern uns nicht daran, zusammen etwas auf die Beine zu stellen“, sagt Neubauer-Pfaehler zuversichtlich.

Termine

Premiere in der Klosterruine Limburg ist am Samstag, 13. Juni, um 20.30 Uhr. Weitere Aufführungen am 19. Juni, 3. und 4. Juli, alle um 20.30 Uhr. Kein Buspendelverkehr. Tickets bei allen Reservix-Vorverkaufsstellen sowie unter www.tadw.de.

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