Neustadt / Hassloch RHEINPFALZ Plus Artikel Tennis: Vor erstem Aufschlag stehen Deidesheimer Herren als Absteiger fest

Die Damen-60 des TC Grün-Weiß Neustadt um Mannschaftsführerin Ingrid Heyer-Braun (hier 2018) sind in die Südwest-Liga aufgestieg
Die Damen-60 des TC Grün-Weiß Neustadt um Mannschaftsführerin Ingrid Heyer-Braun (hier 2018) sind in die Südwest-Liga aufgestiegen.

Die Medenrunde beginnt für Mannschaften in der Region coronabedingt etwas verspätet. Ein Team hat schon vor dem ersten Aufschlag sein Saisonziel erreicht. Ein Absteiger steht bereits fest. Und eine Mannschaft setzt jeden Spieler ein – unabhängig von dessen Leistungsstärke.

2020 gab es in den meisten Tennisligen wegen der Corona-Einschränkungen nur eine „Übergangsrunde“ ohne Auf- und Abstieg. In dieser Freiluftsaison gilt jetzt wieder, nach dem Willen der Mehrheit der Vereine, der harte Wettbewerb um Meisterschaft und Klassenverbleib. Die Mehrzahl der Pfälzer Tennisclubs hatte sich in einer Umfrage des Tennisverbandes Pfalz Anfang Mai dafür entschieden, in der Freiluftsaison 2021 eine komplette Medenrunde mit Auf- und Absteigern auszutragen.

Herren-65 des TC Haßloch fangen an

Bleibt die Corona-Lage stabil, sind die Herren-65 des TC Haßloch in der Regionalliga Südwest eines der ersten Teams, die in den Wettkampfbetrieb einsteigen. Sie spielen am Freitag, 11. Juni, um 13 Uhr auf der eigenen Anlage den ETV Nürtingen. „Das ist schon ein Schlüsselspiel für unser Team“, weiß Sportwart Günther Flach. Der TC Haßloch war 2019 in diese Spielklasse aufgestiegen. Es ist die höchste Spielklasse für Senioren in Deutschland. „Und wir haben die Klasse überraschend gehalten“, sagt Flach. Jetzt werde es allerdings schwer. Die Spieler der Konkurrenzclubs seien in hohen Leistungsklassen.

Die Leistungsklassen (LK) errechnen sich aus den in der vergangenen Jahren erreichten Siegen. Ähnlich wie die Profis in der Tennis-Weltrangliste sammeln alle Sportler Punkte in offiziellen Begegnungen für ihre LK. Allen Teams und Spielern fehle jetzt die Matchpraxis. Aber gegen Nürtingen rechne man sich eine Chance aus, sagt Flach. Die Haßlocher Herren-70 hätten nach der ursprünglichen Planung am 7. Juni in der Südwest-Liga starten sollen. „Doch von Seiten des Verbandes wollte man erst abwarten, wie die neue Verordnung aussieht“, erklärt Flach. Er glaubt, für die meisten Tennis-Altersklassen-Spieler auch von anderen Vereinen zu sprechen: „So, wie die Runde jetzt geplant ist, fehlen noch wesentliche Elemente, die für uns die Freude am Tennis ausmachen. Die sozialen Begegnungen, das gemütliche Beisammensein nach dem Match, die Gastronomie, der Austausch mit dem Gegner sind noch nicht möglich.“ Unter diesen Einschränkungen leiden auch die Herren-70 des TC Haßloch in der Südwest-Liga sowie die Herren-60 in der Oberliga.

„Gefräßige“ Kirrweilerer als Außenseiter

Für die Herren-40 des TC Kirrweiler wird es eine spannende Saison. Sie sind 2019 in die Oberliga aufgestiegen. Spielführer Ingo Hammann erinnert sich: „Das war ein überraschender Erfolg. Der Aufstieg war nicht geplant. Er hat sich einfach ergeben, weil wir eine super Runde gespielt hatten.“ Jetzt fühlen sich die „Raptors“ aus Kirrweiler, wie sich die „gefräßigen“ Tennisspieler selbst nennen, als klarer Außenseiter. Neben dem Sport spielt bei ihnen auch die Gemeinschaft beim Grillen eine große Rolle. Hammann: „Zwei Spieler sind wegen der Corona-Gefahr nicht dabei. Wir gehen in diese Runde mit Demut und Genuss.“ So wolle man Erfahrungen gegen die stärkeren Gegner sammeln, dennoch die Freude am Sport nicht verlieren, erzählt Hammann. Wie jede Saison werden alle Spieler zum Einsatz kommen, unabhängig von ihrer Leistungsstärke. Nicht das Gewinnen um jeden Preis, sondern das Team steht in Kirrweiler im Vordergrund. Hammann: „Unser Saisonziel ist schon jetzt erreicht. Wir dürfen wieder Tennis spielen. Das ist das Wichtigste.“

Verletzte Spielerinnen

Auch die Spielgemeinschaft (SG) der Damen-50 PSV Neustadt/TC Diedesfeld/TC Edenkoben in der Oberliga erwartet eine „schwere Saison“. Mannschaftsführerin Christiane Schröer (Neustadt): „Wir sind 2019 von der Verbandsliga aufgestiegen. Aktuell haben wir aber nur acht Spielerinnen, die nicht alle fit sind.“ Schröer selbst laboriert an einem Außenmeniskusanriss und Knorpelriss im linken Knie. Sie hat das Problem schon seit über einem Jahr und versucht, mit einer Bandage zu spielen. Schröer: „Eine Operation konnte ich mir wegen meiner Arbeit in einer Arztpraxis nicht ,leisten’. Dann wäre ich sechs Wochen ausgefallen.“ Zwar habe sie noch Ersatzspielerinnen, doch diese seien letztlich in dieser Liga überfordert.

Lokalderby am 3. Juli

Ebenfalls in der Oberliga kommt es am 3. Juli auf der Anlage am Harthäuserweg zum Lokalderby gegen die Damen-50 vom TC Rot-Weiß Neustadt. Rot-Weiß-Sportwart Jürgen Gassert: „Im Team wird Simone Marré fehlen. Sie war eine Punktegarantin. Neu bei uns sind Birgit Handrich und Nicole Bosch.“ Gassert hadert immer noch mit der langen Genehmigungsphase für die Medenspiele bei den Neustadter Clubs. „Wir waren die letzte Kommune, die schließlich grünes Licht bekommen hat, auch Doppelspiele auszutragen“, kritisiert er.

Beim TC Grün-Weiß Neustadt freut sich Sportwart Frank Staab auf spannende Duelle der Damen-60 in der Südwest-Liga. Das Team um Mannschaftsführerin Ingrid Heyer-Braun ist 2019 aufgestiegen. Staab: „Das ist für unseren Club etwas Besonderes. Ich kann mich nicht erinnern, wann ein Team von uns einmal so hochklassig gespielt hat.“

Haßlocher treten TC Edenkoben bei

Eine komplizierte Konstellation gibt es beim TSV Haßloch, teilt Sportwart Gunther Heß mit. Die Haßlocher Herren bilden in den Altersklassen 55, 60, und 65 seit Jahren eine harmonische Spielgemeinschaft (SG) mit Grün-Weiß Edenkoben. 2019 sind die Herren-60 als SG Haßloch/Edenkoben von der Oberliga in die Südwest-Liga aufgestiegen. Heß: „Aber in dieser Spielklasse darf es keine Spielgemeinschaften geben, da können nur einzelne Vereine antreten.“ Daher sind die Haßlocher Spieler auch dem Edenkobener Tennisclub beigetreten. Sie haben also eine Doppelmitgliedschaft. Weil die Partnerschaft zwischen Edenkoben und Haßloch so gut funktioniert, werden jetzt die Rundenbegegnungen des Aufsteigers in der Südwest-Liga auf der Haßlocher Anlage „Am Sandbuckel“ ausgetragen. Heß: „Die Edenkobener Anlage ist kleiner. Außerdem ist sie an den Samstagen oft mit anderen Mannschaftskämpfen belegt. Wir haben einfach mehr Platz in Haßloch.“ Die Herren-55 und Herren-65 spielen indes als „richtige“ SG mit Edenkoben jeweils in der Verbandsliga.

Beim TC Deidesheim kämpfen die Damen I in der Pfalzliga als Aufsteiger von Beginn an um den Klassenverbleib. Sportwartin Andrea Biro: „Zwei Spielerinnen setzen aus, weil sie Mütter geworden sind. Aber wir haben genug Spielerinnen.“ Sie muss sich aktuell um ein anderes Problem kümmern. Sie klärt mit dem Tennisverband Pfalz, wie im Fall der Herren-65 im Turnierplan verfahren wird. Biro: „Die Frage ist, können wir das Team noch ganz zurückziehen? Oder gilt jeweils dann der Vermerk ,nicht angetreten’?“ Die Deidesheimer Herren-65 wollen in der Pfalzliga wegen grundsätzlicher Bedenken in Bezug auf die Corona-Gefahren nicht spielen. Biro: „Sie fühlen sich nicht wohl dabei, es sind noch nicht alle geimpft.“ Egal, wie dies letztlich in den Spielprotokollen vermerkt wird. Es steht jetzt schon fest, dass das Team automatisch die Klasse verlassen muss.

Termine

Freitag: 13 Uhr: Regionalliga-Südwest Herren-65: TC Haßloch II – ETV Nürtingen 1;

Samstag: 13 Uhr: Südwest-Liga Herren-60: GW Fulda – TC Grün-Weiß Edenkoben (mit Beteiligung von Spielern des TSV Haßloch); Südwest-Liga Damen-60: TC Saarlouis-Fraulautern – TC Grün-Weiß Neustadt; 13.30 Uhr: Oberliga Damen-50: TC Blau-Weiß Maxdorf – TC Rot-Weiß Neustadt; TC Blau-Weiß Bad Breisig - SG PSV Neustadt/Diedesfeld/Edenkoben;

Sonntag: 14 Uhr: Oberliga Herren-60: TC Neuwied – TC Haßloch; 10 Uhr: Oberliga Herren-40: 10 Uhr: TC Rengsdorf – TC Kirrweiler; Montag: 13 Uhr: Südwest Liga Herren-70: TC Haßloch – TC BW Bad Ems.

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