Neustadt / Hassloch / Deidesheim RHEINPFALZ Plus Artikel Tennis: Viele Clubs wollen Medenrunde mit Auf- und Absteigern

In einer regulären Medenrunde würden die im Mai ausgefallenen Termine im September nachgeholt.
In einer regulären Medenrunde würden die im Mai ausgefallenen Termine im September nachgeholt.

Der Tennisverband Pfalz hat seine 224 Vereine gefragt, ob und wie sie die Medenrunde 2021 austragen wollen. Das Ergebnis fällt knapp aus: Die meisten Clubs wollen eine normale Runde inklusive Auf- und Abstiegen. Doch gehören dazu auch Doppel mit Spielern aus vier Haushalten. Die sind bislang noch nicht erlaubt.

In der Umfrage des Tennisverbandes Pfalz, ob und wie eine Medenrunde 2021 gespielt werden soll, gab es für die Clubs drei Optionen. Jürgen Gassert, Sportwart des TC Rot-Weiß Neustadt, kennt als Präsidiumsmitglied für Jungsenioren- und Seniorentennis die genauen Zahlen. „Von 224 Vereinen haben sich 109 Clubs beteiligt. 48 votierten für eine normale Runde, die allerdings mit Verspätung erst Anfang Juni starten würde. Die Termine, die ursprünglich im Mai angesetzt waren, würden dann im September nachgeholt. Es gäbe Auf- und Absteiger“, teilt Gassert mit. 35 Vereine stimmten laut dem Rot-Weiß-Sportwart für eine Übergangsrunde, wie sie 2020 gespielt worden ist. Ohne Auf- und Absteiger, ohne Doppel und nach freier Terminwahl, falls die ursprünglichen Termine zu Besetzungsproblemen führen. 18 Vereine votierten für eine komplette Absage der Medenrunde.

Knappe Entscheidung

Gassert ist sich bewusst, dass die Entscheidung mit 48 Jastimmen für eine reguläre Runde sowie 35 Stimmen für eine Übergangsrunde eine relativ knappe Entscheidung ist. Sein eigener Verein, TC Rot-Weiß-Neustadt, habe für eine reguläre Runde plädiert. „Das hat eine Umfrage unter den Mannschaftsführern ergeben“, sagt er. Doch er sieht auch die Probleme, die für die Clubs entstehen könnten. „Viele müssen zu Gegnern, die 100 Kilometer weit entfernt sind. Je nach aktuellen Vorschriften in den Kreisen dürfen dann vielleicht nur zwei Personen im Auto fahren. Die Duschräume könnten nicht benutzt werden. Und Tennis ist mehr als nur Spielen. Es fehlt dann die Gastronomie ,danach’ mit dem geselligen Zusammensitzen“, erklärt er.

Die Entscheidung fällt der Landesverband, der sich aus den Bezirksverbänden Pfalz, Rheinhessen und Rheinland zusammensetzt. Noch fehlen indes weitere Lockerungen der Coronaregeln vom Land für den Sportbetrieb. Der Tennisverband Pfalz schreibt auf seiner Homepage: „Am 21. Mai sollten zum zweiten Lockerungsschritt auch Doppel aus vier verschiedenen Haushalten und damit auch ,normale’ Medenspiele erlaubt werden. Die Entscheidung wird also noch vor Pfingsten fallen.“

Bedenken

Doch drei Clubs aus unserer Region melden schon jetzt Bedenken an. Sie haben für die zweite Option gestimmt, eine Übergangsrunde zu spielen. Frank Staab, Sportwart des TC Grün-Weiß Neustadt: „Der überwiegende Teil unserer Mannschaftsführer und der Vorstand votierten für die Übergangsrunde. Mit einer normalen Runde wären wir nicht glücklich.“ Das Hauptproblem sind die Termine im September. Schließlich seien die Urlaube bereits geplant worden. Es werde schwierig, die Teams komplett zu besetzen. Er sei überrascht von dem Votum. Und er halte es für überhaupt nicht fair, wenn die Vereine gezwungen würden, eine normale Runde zu spielen.

Probleme mit Urlaubsplänen

Auch Charly Schroer, Abteilungsleiter im Post SV Neustadt, plädiert für eine Übergangsrunde: „Eine Spaßrunde, bei der wir uns auch frei einteilen können und die Absage einer Partie keine Konsequenzen hat, wäre uns lieber.“Auch er sieht das Problem mit geplanten Urlauben im September.

Im TC Deidesheim zeigt sich Sportwartin Andrea Biro überrascht vom Votum. Ihr Verein plädierte ebenfalls für eine Übergangsrunde. Für die Frauenmannschaft, die 2019 in die Pfalzliga aufgestiegen sei, bedeute eine normale Runde Probleme bei der Besetzung der Septembertermine. Wichtig sei zudem, dass Doppel gespielt werden dürften. „Eine normale Runde ohne Doppel ist unvorstellbar“, betont Biro. Jetzt müsse man sich darauf einstellen, die Runde zu spielen. Denn man wolle nicht Partien absagen, die Punkte verlieren und dadurch wieder absteigen.

Zwei Meinungen

Im TC Haßloch gibt es vereinsintern zwei Meinungen, die der Ü60-Teams und die der jüngeren Mannschaften. Sportwart Günther Flach: „Die jüngere Generation möchte eine normale Runde spielen. Unsere Ü60-Teams plädierten für eine Absage. Sie vermissen die Gastronomie, die Geselligkeit, die Duschen. Sie hätten lieber Freundschaftsspiele vereinbart.“ Doch das Votum der Mannschaftsführer und des Vorstands ergab eine knappe Mehrheit für eine normale Runde. Flach: „In der Übergangsrunde im vergangenen Jahr gab es leider auch einige Absagen. In einer normalen Runde muss gespielt werden.“ Sein Bauchgefühl sage ihm, die Entscheidung des Landesverbandes werde für eine komplette, normale Runde fallen. Flach: „Die meisten Spieler wollen einfach wieder im richtigen Wettkampfmodus spielen.“

Einwurf: Prinzip Hoffnung

Noch steht die Entscheidung über weitere Lockerungen der Landesregierung und damit über die Planung der Medenrunde aus. Doch eine offizielle Runde wird voraussetzen, dass es keine Corona-Hotspots in Städten und Landkreisen gibt, in denen Sport dann nur eingeschränkt möglich ist. So gilt landesweit das Prinzip Hoffnung. Eine Übergangsrunde, die durchaus mit einem gewissen Ernst und Wettbewerbscharakter gespielt würde, wäre hier die bessere Lösung. Zumal sich mehr als die Hälfte der Clubs in der Pfalz gar nicht an der Umfrage beteiligt hat.

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