Deidesheim RHEINPFALZ Plus Artikel Tennis: Auch Kinder brauchen Matchpraxis

Nach dem Training sammeln Leopold König (von links), die Brüder Elias und Aaron Reinmuth mit Jonas Wenz die Bälle mit Ballsammel
Nach dem Training sammeln Leopold König (von links), die Brüder Elias und Aaron Reinmuth mit Jonas Wenz die Bälle mit Ballsammelrohren auf. Sie tragen dabei Handschuhe. Und Trainer Nicolas Fickert (Zweiter von rechts) hat die Rohre zuvor desinfiziert.

Trainingsbesuch: Fast 24 Meter ist ein Tennisplatz lang. So ist Tennis auch in Corona-Zeiten eine optimale Sportart, um Abstand zu halten. Doch im Training sind trotz jüngster Lockerungen einige Aspekte zu beachten. Hilfreich ist dem TC Deidesheim dabei eine Röhre.

Fast 24 Meter beträgt die Länge eines Tennisplatzes. So ist Tennis auch in Zeit von Corona eine optimale Sportart, um Abstand zu halten. Doch beim Training sind trotz Lockerungen in den letzten Wochen einige Punkte zu beachten. Hilfreich ist dabei beim TC Deidesheim auch eine Röhre.

Seit Anfang Mai darf Coach Nicolas Fickert wieder den Nachwuchs des TC Deidesheim trainieren. Zunächst nur mit je zwei Spielern pro Platz, seit Juni dürfen die Jungs zu viert üben. Felix, Leopold, Paul und Jonas freuen sich über das „Schach“, ein Spiel auf dem Kleinfeld „jeder gegen jeden“. Es muss strategisch gespielt werden, die Bälle nur gefühlvoll gelupft, um die anderen drei Gegner schließlich in die Enge zu treiben. „Locker spielen“, mahnt Trainer Fickert. Er erklärt: „So trainieren wir das Ballgefühl.“

Spiele zu viert

Nach dem Techniktraining sind es solche Spiele zu viert, die jetzt „endlich“ wieder möglich sind. Leopold findet es nur unpraktisch, dass der Trainer nicht mehr auf Tuchfühlung kommen darf, um die richtige Schlägerhaltung beim Schützling direkt an der Hand zu führen. Fickert: „Ich kann es jetzt nur vormachen. Und versuchen, den Schlägerkopf des Spielers zu fassen und das Racket so in die richtige Spur zu drehen.“ Doch die Jugendlichen schauen genau hin, wenn der Trainer etwas vormacht und versuchen danach die korrekte Bewegung auszuführen. Die Trainingspause von rund sieben Wochen war für alle sehr hart. Keine Schule, trotz Internethausaufgaben viel Freizeit, und dennoch kein Tennis, das war besonders für Felix und Leopold eine „schlimme Zeit“.

Acht Jugendteams gemeldet

Die beiden Jungs spielen in der U12-Mannschaft und trainieren dreimal in der Woche. Laut Jugendwartin Monika Brenner sind vom TC Deidesheim für die diesjährige Übergangsrunde im Jugendbereich acht Mannschaften ihres Clubs gemeldet. In der U12 gehen zwei Teams an den Start. Die Deidesheimer Trainer können aus einem Pool von 15 Jungs und Mädchen für die gemischten Teams schöpfen. Brenner: „Die Kinder wollen spielen, sie brauchen Matchpraxis und freuen sich, wenn es losgeht.“

Auch Trainer Fickert und seine Jungs bedauern, dass die „echten“ Kämpfe gegen andere Gegner fehlen. So sind auch sämtliche Turniere in dieser Saison gestrichen. Jugendwartin Brenner überlegt, zumindest im Herbst ein vereinsinternes Turnier anzubieten. Das Problem: es fehlen auch dann die unbekannten Gegner anderer Vereine, also stärkere Spieler an denen sich die Deidesheimer dann „hochziehen“ können.

Alle Bälle sind gelb

Auf dem zweiten Platz trainiert Hendrik Becker mit Linus, Philipp und Julica. Und Linus stimmt zu, dass die „richtigen Spiele“ fehlen. Beim Einspielen wird der gesamte Ballkorb geleert. Auf dem Platz liegen rund 100 gelbe Bälle. Trainer Becker: „Es ist unmöglich, den Spielern konkrete Bälle zuzuordnen. Auch die Ballfarbe variiert nicht, alle Bälle sind gelb.“

Immerhin gibt es eine Hilfe beim Einsammeln. Hände müssen dazu nicht benutzt werden. Doch dies Geräte sind nicht extra wegen Corona im Einsatz, sondern werden schon immer in Deidesheim verwendet. Es sind rund ein Meter lange, durchsichtige Plastikröhren. Damit werden die Bälle angetippt und aufgesammelt. Die Spieler ziehen dazu Schutzhandschuhe an, diese tragen sie auch beim „Abziehen“ des Platzes mit dem breiten Abziehrechen. Umkleidekabinen und Duschen sind noch gesperrt, für den Gang zur Toilette wird eine Maske aufgezogen. Trotz dieser Einschränkungen freuen sich alle auf dem Platz, dass sie mit Tennis eine Sportart gewählt haben, die zumindest technisch gesehen gegen Corona resistent ist.

Und natürlich gilt momentan immer noch die Regel „Abstand halten“. Auch nach dem Match. Das übliche Händeschütteln mit dem Gegner entfällt. Ein wertschätzendes Zunicken oder ein Berühren mit weit ausgestreckten Ellbogen ist die einzige Möglichkeit, dem Kontrahenten seine Reverenz zu erweisen.

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