Deidesheim RHEINPFALZ Plus Artikel Tennis: Auch Fünfjährige üben schon beim TC Deidesheim

Damit seine Schützlinge ein Ballgefühl entwickeln, lässt Trainer Nicolas Fickert sie mit Schläger und Ball wie beim Löffellaufen
Damit seine Schützlinge ein Ballgefühl entwickeln, lässt Trainer Nicolas Fickert sie mit Schläger und Ball wie beim Löffellaufen einen Parcours absolvieren.

Drei ganztägige Kindercamps über jeweils fünf Tage gab es in den Ferien beim TC Deidesheim. Die Teilnehmer sind dabei in verschiedenen Altersgruppen zusammengefasst worden. Sogar Fünfjährige haben mitgemacht.

Konzentriert blicken die beiden fünfjährigen Buben Nils Göbel und Jonah Lüsser auf Schläger und Ball. Sie umrunden damit einen Parcours, aufgebaut mit Kunststoffhütchen. Ähnlich wie beim „Löffellaufen“, wenn ein Ball auf einem Suppenlöffel liegt, müssen sie den Schläger ausbalancieren, damit der Tennisball auf der Schlägerfläche bleibt. Trainer Nicolas Fickert hat unendlich viele Ideen fürs Training, das attestieren ihm auch die älteren Teilnehmer. Fickert ist aber auch unendlich geduldig. Immer lobend, immer bestätigend und mit viel Ermunterung zeigt er gerade den beiden Jüngsten die richtige Beinstellung und den Schwung mit dem Schläger.

Passgenau lässt er den Filzball leicht vor den Jungs aufspringen. Und sie schaffen es, ihn mit „Schmackes“ nach vorne zu befördern. Eine Übung, die für Fünfjährige eine Herausforderung ist. Schließlich müssen sie ihre Augen und ihren Körper erst noch aufeinander abstimmen. Der Unterschied wird deutlich, als Felix antritt und die Bälle schlägt. Der siebenjährige Bruder von Nils beherrscht bereits das richtige „Timing“. Fickert: „Hier sieht man, was zwei Jahre Altersunterschied ausmachen.“

Kinder zwischen fünf und elf Jahren

Seit vier Tagen steht er im dritten Camp mit 13 Kindern zwischen fünf und elf Jahren auf dem Platz, unterstützt von Lukas Brenner, einem jungen Aktiven beim TC Deidesheim. Dessen Mutter Monika Brenner ist die Jugendwartin des Vereins. Die ersten beiden Campgruppen hatten insgesamt 32 Teilnehmer. Solch ein Feriencamp gibt es schon seit einigen Jahren, sowohl im Sommer als auch in den Osterferien. „Rund 80 Prozent der Kinder wollen anschließend bei uns weitermachen und bleiben auch einige Jahre dabei“, freut sie sich. Der Club biete schon für zwei Gruppen mit Fünf- und Sechsjährigen ein reguläres Training an. Zur Hallensaison werde eine dritte Gruppe mit den Jüngsten gebildet. Dann wollen Felix, Nils und Jonah auch mitmachen.

Spaß ist das Wichtigste

Ihre Mütter haben in der Jugend selbst Tennis gespielt. Ute Göbel erzählt: „Das Camp ist sehr kindgerecht, Felix und Nils sind begeistert. Wenn sie weitermachen, dann im Gruppentraining.“ Yvonne Lüsser dagegen ließ Jonah sogar schon einige Stunden Einzeltraining absolvieren. Es sei der Wunsch ihres Sohnes gewesen, nachdem er beim Tennis zugesehen habe. Außerdem sei Tennis momentan die Sportart, die man in Corona-Zeiten am besten machen könne, so Lüsser.

Beide Mütter sind sich einig: „Das Wichtigste ist dabei, dass die Kinder Spaß haben.“ Dafür sorgen die beiden Trainer. Trotz der Hitze lächeln sie bei jeder Übung. Fickert arbeitet hauptberuflich als Tennistrainer. Er fährt fast täglich mit dem Zug von Enkenbach-Alsenborn nach Deidesheim. „Das geht schneller als mit dem Auto und ist viel stressfreier. Aber heute bin ich mit dem Fahrrad gekommen“, verrät er.

Ballgefühl entwickeln

Für die Jüngsten hat er sich einen besonderen Fahrplan ausgedacht. „Sie müssen zuerst mal ein Ballgefühl bekommen, den Platz kennenlernen. Es wird langsam angefangen.“ Da gebe es noch keine typischen Übungen für Vorhand oder Rückhand, das komme ganz schnell automatisch, wenn sie eine Weile dabei seien. Sie stehen in der Ausgangsstellung und drehen sich leicht, dann sollen sie beim Schlag den Schwung mitnehmen und stets in Bewegung bleiben. Der Verein hat für die Kinder eine große Auswahl an Leihschlägern. Darunter für die Kleinsten die rund 190 Gramm „leichten“ Schläger mit relativ kurzem Griff. Damit kommen auch Jonah und Nils gut zurecht. Zumal die Kinder mit druckreduzierten Bällen spielen, die langsamer vom Boden abspringen als herkömmliche Bälle.

Passende Aufgaben für alle

Der elfjährige Maximilian Hammes aus Ruppertsberg ist ebenfalls ein absoluter Tennisneuling. Doch ihn hat das Camp so sehr überzeugt, dass er jetzt mit Fußball aufhören und zum TC Deidesheim wechseln möchte. Das zeigt auch, dass die beiden Trainer den Spagat, jüngere und ältere Teilnehmer der Gruppe altersgerecht zu fordern, gut bewältigen. Für alle gibt es passende Aufgaben.

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