Neustadt Tage des Bibberns

Placeholder-Image

Neustadt. Wenn die Abstiegsglocken bimmeln, fließen zumeist Tränen des Kummers. Sascha Becker, der Klubchef des , nimmt den Sturz aus der A-Klasse Rhein-Mittelhaardt jedoch erstaunlich gelassen hin. „Es ist eine sportliche Niederlage, natürlich ist man dann enttäuscht. Aber bitter ist das nicht“, sagt er. Die finanziellen Mittel fehlten einfach, um Spieler zu erwerben, die den Verbleib in der Liga garantierten. Die Auswärtsschwäche war eklatant. Auf fremden Rasenflächen verbuchte die auf dem drittletzten Rang die Saison beschließende Elf von Ex-Profi Wolfgang Trapp nur vier Zähler. Weniger Auswärtspunkte holte allein der Wobei der Plural die Fakten beschönigt. Das Schlusslicht spielte auswärts ein Zählerchen ein. Die Zeit nach der Winterpause war für den Verein eine Schande, der letzte Spieltag passte dazu wie die Faust aufs Auge: Die Gästespieler des Meisters FSV Schifferstadt liefen sich bereits warm, da sagte der TuS die Partie „mangels Masse“ ab ... Frank Buschmann, Sportmoderator und Unikum, hat einen Lieblingsspruch: „Da wirst du doch völlig bekloppt.“ Kaum einer hatte mehr damit gerechnet, dass der am letzten Spieltag noch auf Platz zwei springen würde – aber so kam’s. Die Elf aus dem Großdorf bezwang die TSV Lingenfeld mit 3:2, der anno 2014 ungeschlagene FV Heiligenstein kam beim TuS Friedelsheim nur zu einem 1:1. Markus Schuler, der seine Trainerlaufbahn zumindest für ein Jahr unterbricht, darf in die Nachspielzeit. Am Freitag, 19 Uhr, steht auf dem Sportgelände des VfB Iggelheim das erste Aufstiegsspiel zur Bezirksliga an. Gegner ist der SV Ruchheim. Beim werden sie den „Nullachtern“ fest die Daumen drücken. Denn nur wenn Schulers Schützlinge aufsteigen, bleiben die 23er als Viertletzter des Klassements in der Liga. Nervlich eine ungeheure Belastung, oder nicht? „Für mich hält sich das in Grenzen, ich sehe das relativ nüchtern – für die Spieler ist es schlimmer“, sagt Roland Fecht, Vereinschef und zuletzt Interimstrainer. „Es wird auch weitergehen, sollten wir absteigen.“ Durch die Zweifel in puncto Ligazugehörigkeit gestaltet sich die Suche nach einem Coach schwierig. Fecht hat einen weiteren Kandidaten in den Kreis der Bewerber aufgenommen. Jemanden, der die Mannschaft sowohl in der A- als auch der B-Klasse betreuen möchte. Der hat sich durch das 5:0 über den TuS Altleiningen das Bibbern über das Rundenende hinaus erspart. Platz elf im Endklassement der Landesliga Ost – das sieht komfortabler aus, als es war. „Es wäre nicht so weit gekommen, wenn wir nicht so viele Verletzte gehabt hätten. Unter normalen Umständen hätten wir wohl um die Plätze sechs bis acht mitspielen können“, sagt Trainer Rudi Brendel. Der Verbleib in der Liga wurde am Sonntag zünftig gefeiert. Brendel verabschiedete sich um halb elf, die Spieler blieben. „Die Jungs hatten alle frei – ich musste arbeiten ...“ Auch Frank Lieberknecht war schon früh am Montagmorgen wieder auf den Beinen. Auf den Trainer des Bezirksligisten warten im Unterschied zu Brendel zwei Wochen des Nervenflatterns. Nur wenn der SV Rülzheim die Aufstiegsspiele gegen den TSV Gau-Odernheim für sich entscheidet, bleiben die Gelb-Schwarzen in der Liga. Vom Potenzial her müssten die Rülzheimer den Sprung schaffen. Doch was heißt das schon: Auch in der Vorsaison waren die Südpfälzer in der Relegation gegen den SV Horchheim turmhoher Favorit – nach zwei Remis entschied Horchheim das dritte Spiel im Elfmeterschießen für sich. Frank Buschmann würde sagen: „Da wirst du doch völlig bekloppt.“

x