Fußball SV Geinsheim gegen TuS Niederkirchen: Herrmanns 14. Saisontor

Moritz Brendel (vorne) im Kopfballduell mit Erdal Onayli.
Moritz Brendel (vorne) im Kopfballduell mit Erdal Onayli.

Mit ansehnlichem Fußball werden die 150 Zuschauer auf dem Sportplatz am Wäldchen nicht verwöhnt: Gastgeber SV Geinsheim und der TuS Niederkirchen sind zwar offensiv ausgerichtet. Aber schöne Spielzüge bleiben eine Seltenheit.

„Es war ein Spiel der zweiten Bälle. Die hohe Anzahl an Einwürfen zeigt auch, dass das sehr zerfahren war“, stellte der in Geinsheim wohnende Niederkirchener Trainer Dennis Will fest. Doch der letzte Vorrundenspieltag der Fußball-Bezirksliga Vorderpfalz hätte für den SV Geinsheim nicht besser verlaufen können. Da das Spitzenspiel zwischen Tabellenführer FC Speyer 09 und dem Zweitplatzierten ASV Fußgönheim am Sonntagnachmittag mit 1:1 endete und der Tabellendritte SV Geinsheim gleichzeitig den TuS Niederkirchen mit 2:1 besiegte, verringerten die Geinsheimer ihren Rückstand auf den Tabellenzweiten Fußgönheim auf vier Punkte. Sie dürfen inzwischen wieder auf den direkten Wiederaufstieg in die Landesliga hoffen.

Für die Gastgeber überraschend war sicherlich der Mut, mit dem der TuS von Beginn an sein Heil in der Offensive suchte. In der vierten Minute übersahen die Geinsheimer, dass sich Kerem Karademir auf der linken Seite davongeschlichen hatte. Nach seinem Pass in die Mitte klärten die Geinsheimer jedoch gerade noch rechtzeitig. „Wir hätten nach einer Viertelstunde mit 2:0 führen müssen“, bedauerte Will die vergebenen Chancen.

Hirth nach elf Minuten raus

SVG-Coach Rudi Brendel musste in der elften Minute den angeschlagen ins Spiel gegangenen Henrik Hirth verletzungsbedingt mit Gabriel Kirchmer ersetzen. Trotzdem wurden die Geinsheimer immer spielbestimmender. Nachdem Tom Stoner per Kopfball das Niederkirchener Tor verfehlt hatte (10.), bot sich Steffen Wiegerling nach einer Freistoßflanke von Moritz Brendel die beste Chance zum 1:0 der ersten Hälfte. Aber er zielte aus kurzer Distanz ebenfalls zu ungenau (22.). Neun Minuten später klärte TuS-Kapitän Elias Rheinheimer gerade noch rechtzeitig vor dem einschussbereiten Kirchmer. Die Schüsse, die bis zur Pause aufs Tor kamen, wurden von den beiden Torhütern Marcel Johann (Geinsheim) und Serhat Arkat (Niederkirchen) sämtlich problemlos abgewehrt, so dass die erste Hälfte torlos blieb.

Nach dem Wiederanpfiff änderte sich am Spielverlauf lange nichts. Jeder suchte überwiegend mit hohen Bällen den Erfolg, der aber ausblieb. Bei den wenigen Torchancen verfehlten die Schüsse sämtlich das jeweilige Gehäuse. Mit zunehmender Spieldauer wurde deshalb ein torloses Unentschieden immer wahrscheinlicher.

Herrmann nicht angegriffen

In der 72. Minute fiel dann doch das 1:0: Nach einem Geinsheimer Angriff über rechts misslang der Abwehrversuch von Karademir, so dass der Ball beim Geinsheimer Julian Herrmann landete. Dieser wurde anschließend nicht angegriffen, so dass er unbedrängt Arkat mit seinem Schuss überwand. „Das hätten wir viel einfacher verteidigen können. Nachdem dann Herrmann in unserem Strafraum war, ist es natürlich schwierig geworden“, sagte Will zu dieser Szene.

Überraschend kam Niederkirchen in der 80. Minute zum 1:1-Ausgleich. Dabei verwertete Lukas Reiß, der eigentlich dem Kader der Zweiten TuS-Garnitur angehört und zwischenzeitlich für Giovanni Quagliata eingewechselt worden war, eine Linksflanke von Karademir. Danach waren die Gäste sogar einem zweiten Treffer näher als die Geinsheimer.

Und noch einmal Herrmann

„Wir haben nach dem Gegentor den Faden verloren“, gab SVG-Coach Rudi Brendel später zu. Trotzdem verbuchte am Ende sein Team drei Punkte. Ausschlaggebend dafür war ein Foul von Schmaltz im eigenen Strafraum an Kirchmer (89.). Den anschließenden Strafstoß verwandelte Julian Herrmann zum 2:1-Endstand (90.). Es war bereits sein 14. Saisontreffer, obwohl er an den ersten drei Spieltagen noch gefehlt hatte, da er seine Karriere als Fußballer nach der vergangenen Saison eigentlich beendet hatte. „Julian ist bei Elfmetern absolut sicher“, lobte ihn Brendel. „Wenn man in der 80. Minute zum Ausgleich trifft, darf eigentlich nichts mehr passieren“, ärgerte sich dagegen Will über das letzte Tor. Brendel wäre mit einem Remis auch zufrieden gewesen, aber freute sich natürlich über den siebten Sieg in Folge. Niederkirchen fiel nun wieder auf einen Abstiegsplatz zurück.

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