Wasserball
Starkes zweites Viertel bringt Vorentscheidung
Mit 13:4 (2:1, 8:1, 0:1, 3:1) siegte der SC Neustadt in der U18-Bundesliga-F-Gruppe im Stadionbad Hellas Hildesheim. Im Team des SCN standen drei junge Spieler, die am Tag zuvor im Männerteam im Pokalviertelfinale gegen Spandau Berlin im Aufgebot waren.Und diese drei Junioren, Flynn Laux, Matteo Ananias und Joona Vagts, gehörten am Sonntag zu den auffälligsten Spielern des SCN. Doch dazwischen gab es auch viel Schatten. Der Motor des SCN stotterte im ersten Viertel. Einzig Laux nutzte seine Schnelligkeit mit zwei Treffern zur 2:0-Führung. Im weiteren Spielverlauf sollten dem 15-Jährigen noch drei weitere Tore gelingen. Er ließ sich von dem Spandau-Spiel inspirieren. „Gestern war man im Konter, war vier Meter vorne und plötzlich waren die Berliner alle schon in der Abwehr. Und sie können aus allen Positionen schießen“, erzählte er. Genau das probierte er auch am Sonntag gegen teils drei Jahre ältere Spieler aus Hildesheim mit Erfolg.
Doch das erste Viertel blieb schwierig, SCN-Coach Peter Jacqué ließ immer wieder seine Stimme über das Wasser erschallen. „Spiel den Ball“ forderte er seine Jungs oft auf, weil sie zu lange das Sportgerät hielten, ohne das Spiel schneller zu machen und die Mitspieler einzubeziehen. Aber auch in der Abwehr musste er oft mit der Stimme einschreiten. „Pressen“ war das Kommando. Hier ging es allerdings nicht um die letzten Wehen bei einer Geburt, sondern um das enge Verteidigen direkt am Körper des Gegners. Das zweite Viertel gehörte dann seinem Team, das in diesen acht Minuten acht Treffer erzielte. Es schien, als sei der Knoten geplatzt. Zumal Jacqué nicht genug bekommen konnte und wenige Sekunden vor Ablauf des Viertels noch einen weiteren Treffer erhoffte. „Auf noch eins, noch dreizehn Sekunden“, forderte er. Sein Wunsch ging in Erfüllung, Abel Karagics erzielte das 10:2. Dennoch hätte er zu diesem Zeitpunkt gerne noch deutlicher geführt. Er sah ein Manko im Verhalten beim Umschalten in den Angriff. Hier geht es um schnelle Spielzüge, um vor dem gegnerischen Tor zu sein, bevor sich die Abwehr formiert hat. In der Pause erklärte er den Jungs, dass einzig der eigene Torwart den Ball zum Angriff holen solle und alle anderen bereits nach vorne spurten müssen. Ausgerechnet diese Pausenansprache fruchtete überhaupt nicht.
Nach der Pause folgte ein tiefes Leistungsloch beim SCN. Im gesamten dritten Viertel gab es keinen Treffer. Jacqué schüttelte den Kopf, bei seinem Team funktionierte nichts. Erst im letzten Abschnitt war wieder Flynn Laux zweimal zur Stelle und traf, Finn Jacob gelang der Treffer zum 13:4 Endstand nach einem schönen Solo. Unter starker Bedrängnis setzte er sich im Nachschuss gegen die Abwehrspieler durch. „Es war ein holpriges Spiel“, ließ sich Jacqué nach der Partie entlocken. Doch dass der SCN nicht deutlicher gewann, lag nicht an den Leistungsträgern. Auch Joona Vagts, der gegen Spandau für ein Viertel im Tor stand, überzeugte gegen Hildesheim. Im Juniorenteam wird er nicht als Torwart, sondern im Feld eingesetzt. Mit seiner Übersicht fischte er einige Male den Ball vor den Angreifern aus Norddeutschland aus der Luft. Zudem erzielte zwei Treffer selbst.
Auch er nahm aus dem Pokalspiel eine Erkenntnis mit. „Ich hatte bei „Mann gegen Mann Situationen“ im Tor keine Chance. Die Berliner warteten einfach, bis der Tormann wieder nach unten gehen musste, weil er ja nicht endlos im Wasser „stehen“ kann, und schossen dann“, erklärte er. Matteo Ananias, der gegen Spandau sogar ein Tor erzielte, sah einen riesigen Unterschied beim Pokalspiel gegen Berlin. „Im Fußball kann es in einem Pokalspiel schon mal sein , dass es eine Überraschung gibt und der Favorit verliert. Aber das ist im Wasserball unmöglich. Aber ich hatte mich unheimlich auf dieses Spiel gefreut“, betonte er.