Neustadt Stadtleben: Fünf vor drei am Rosenmontag
Wie nah Freud und Leid beieinander liegen können, hat ein Neustadter diese Woche im (modernisierten) Reisezentrum der Deutschen Bahn im Hauptbahnhof erfahren dürfen. Um es vorweg zu nehmen: Die folgende Geschichte nimmt einen guten, um nicht zu sagen wunderbaren Ausgang. Und so etwas erzählen wir ja noch viel lieber als Anekdoten über hässliche Begebenheiten. Doch zurück zu unserem Neustadter. Der wollte am Rosenmontag kurz vor 15 Uhr eine Partner-Bahn-Card bestellen und auch gleich noch zwei Fahrkarten für eine Reise in die Niederlande käuflich erwerben. Durchaus keine Kleinigkeit, sondern schon mit einigen Euro verbunden. Zunächst hatte er Glück: Nur eine Kundin vor ihm am DB-Schalter. Das nutzte aber nichts, denn – in Gedanken vielleicht schon ganz beim närrischen Treiben und von diesem eventuell ein wenig verwirrt – schickte ihn die Bahnmitarbeiterin wieder weg. Würde doch das Reisezentrum gleich schließen – Rosenmontag-Ausnahmezustand eben. Vor keine andere Wahl gestellt, versuchte es der Neustadter am Fasnachtsdienstag also noch einmal. Mit vollem Erfolg. Optimale Beratung durch eine andere Frau am Schalter – das Ergebnis noch dazu überaus kostengünstig. Auch die Leiterin Kundendialog der Deutschen Bahn reagierte schnell – mit einer Entschuldigung und einem 20-Euro-Gutschein. Dass der Neustadter sich nicht gescheut hatte, sie einzuschalten, war ihr sogar einen besonderen Dank wert. Denn: Das Personal werde sorgfältig ausgebildet und regelmäßig geschult – „dazu nutzen wir auch Lob und Kritik unserer Kunden.“ Lassen wir es mal dahin gestellt sein, ob für eine bestimmte Form von Kundenfreundlichkeit nicht schon der gesunde Menschenverstand ausreichen müsste. Schließlich: Wenn dem so wäre, hätten wir diese Geschichte nicht erzählen können. Die der wieder versöhnte Neustadter übrigens so zusammenfasst: „Neben dem Schatten gibt es also auch viel Licht.“ Da hat er, wie wir alle wissen, völlig recht. |ahb