Neustadt
Stadionbad öffnet vielleicht Mitte Juni
Theoretisch hätten alle Bäder in Rheinland-Pfalz heute öffnen dürfen. Praktisch aber ist das bei den wenigsten der Fall. Am späten Montagabend hat das Land sein Hygienekonzept präsentiert. Die Stadtwerke sind mit Blick aufs Stadionbad zwar vorbereitet. Doch geht es jetzt an den Feinschliff und letztlich in die politische Abstimmung.
Gleichzeitig geben die Stadtwerke ihr Stadionbad-Konzept an die Schwimmbad-Fördervereine in Mußbach, Duttweiler und Hambach weiter. Diese müssen prüfen, was geht und was nicht. Kommenden Dienstag wird sich dann der Stadtrat mit der Neustadter Schwimmbad-Saison 2020 befassen. Zumal Corona auch in diesem Bereich höhere Kosten als geplant verursacht.
Stadionbad mit Termin
„Voraussichtlich am 17. oder 18. Juni“, lautet bis dahin die Prognose von Holger Mück, technischer Geschäftsführer der Stadtwerke, wann das Stadionbad im Schöntal für Badegäste bereit sein wird. Wichtig für die künftigen Besucher neben den üblichen Auflagen wie Maske oder Hand-Desinfektion: Wer ins Stadionbad will, muss vorher einen Termin für ein bestimmtes Zeitfenster buchen – so ist zumindest der Plan. Im Bad soll dann ein Wege-System für Abstand sorgen, Zugang zu den Becken inbegriffen.
Ebenso geplant: Im Bad sollen Umkleiden und Duschen gesperrt werden. Als Umkleide-Alternative wird an Zelte auf dem Rasen gedacht. Ebenso tabu sind Sprungturm und Rutschen. Im Schwimmerbecken wird vermutlich Schwimmen über die Querbahnen möglich sein. Das Becken soll dazu in neun Abschnitte – je drei für schnell, mittel und langsam – unterteilt werden, in dem jeweils im Kreisverkehr maximal 18 Badegäste hintereinander schwimmen dürfen.
Zusätzliches Personal
Begrenzt wird auch die Anzahl an Kindern und Erwachsenen im Kinderplanschbecken, ebenso im Nichtschwimmerbecken. Damit Schwimmmeister und Rettungsschwimmer ihrer eigentlichen Aufgabe nachgehen können, sollen sieben zusätzliche Mitarbeiter vor allem die Corona-Regelungen kontrollieren.
Wie genau der Betrieb möglich sein wird, darüber will Mück rechtzeitig informieren. Was er schon jetzt mit Sicherheit sagen will: Für das Konzept sei sehr eng mit dem Gesundheitsamt Bad Dürkheim zusammengearbeitet worden, gemeinsam sei man auch am Montag im Stadionbad gewesen. „Ich denke, dass wir mit großem Augenmaß agieren“, ist er überzeugt.
In Maikammer 3. Juni auf Prüfstand
„Wir haben alle Vorarbeiten geleistet, damit geöffnet werden kann“, sagt Gabriele Flach, Bürgermeisterin der Verbandsgemeinde Maikammer. Auch sei ein Hygieneplan für das Kalmitbad ausgearbeitet worden, allerdings nach den Vorgaben des Bäderverbands. Am Dienstag sollte daher bei einer gemeinsamen Begehung mit dem Betriebsleiter und dem Gesundheitsamt geprüft werden, inwieweit die Vorarbeiten an das Hygienekonzept des Landes angepasst werden müssen. Danach sei auch klar, ob am angepeilten Eröffnungstermin 3. Juni festgehalten werden kann.
Praktische Probleme kann es laut Bürgermeisterin möglicherweise bei der Markierung der Liegefläche geben. Verzichtet werde wohl auf ein Reservierungssystem. Damit Besucher nicht umsonst anfahren, soll die aktuelle Besucherzahl aber möglichst auf der Homepage der Verbandsgemeinde veröffentlicht werden. So könnten die Besucher vermutlich am besten über die Öffnungszeiten verteilt und damit vermieden werden, dass sich Schlangen an Ein- oder Ausgängen bilden.
Fragezeichen auch in Deidesheim
„Geplant ist, am 11. Juni zu eröffnen, aber hinter diesem Plan stehen viele Fragezeichen“, sagt Andy Bories, Betriebsleiter des Schwimmbads am Paradiesgarten in Deidesheim. Dort ist eine gemeinsame Begehung mit dem Ordnungsamt für nächste Woche vorgesehen, „danach müssen wir sehen, was geht“, so Bories.
In den kommenden Tagen werde er wohl noch öfter mit dem Metermaß auf dem Gelände unterwegs sein, um Abstände abzumessen, sagt er zu der „kreativen Herausforderung“, die die Badöffnung in diesem Jahr darstelle. „Das kriegen wir aber auch noch hin“, ist er zuversichtlich.
Schließlich ist Corona nicht die einzige Herausforderung: Derzeit wird das Deidesheimer Bad auch noch saniert. Unter anderem wird eine neue Heizung installiert, für die aber laut Bories immer noch ein Teil fehlt – es kommt aus Italien. Voraussichtlich am 29. Mai soll es jetzt geliefert werden. „Ansonsten liegen wir bei der Sanierung im Zeitplan.“
Badepark: Vorgaben müssen beraten werden
Zur Umsetzung der Hygienevorschriften im Haßlocher Badepark wollte sich Tobias Brandt, Geschäftsführer der Gemeindewerke Haßloch, am Dienstag noch nicht äußern. Erst einmal werde man intern darüber beraten müssen, wie der Schwimmbadbetrieb unter diesen Bedingungen in der Praxis laufen soll. Auch einen Termin für die Eröffnung des Badeparks konnte er aus diesem Grund noch nicht nennen.
Kommentar: Nicht umsonst
Fast alles wird durch Corona teurer, als zu Beginn des Jahres geplant. Auch die Schwimmbäder verursachen höhere Kosten. Insofern werden sich auch die Fördervereine in Mußbach, Hambach und Duttweiler gut überlegen, was sie organisatorisch stemmen können – jetzt, wo die Vorgaben des Landes schwarz auf weiß fixiert sind. Im Stadtrat wird es dann darum gehen, wie viel sich die Stadt geöffnete Bäder in einer Zeit kosten lassen will, in der das Geld noch knapper wird, aber die Menschen dringend auf solche Freizeiteinrichtungen angewiesen sind. In Kaiserslautern ist der Oberbürgermeister mit seiner Idee, aus Kostengründen nicht aufzumachen, komplett aufgelaufen. In Neustadt wird es solch eine Debatte nicht geben. Aber gut rechnen müssen Verwaltung und Politik trotzdem.