Neustadt Sportler, Trainer, Organisator

Neustadt. Gerhard Konrad war über 30 Jahre lang Vorsitzender des SC Neustadt. Seit März 2012 ist er Ehrenvorsitzender des Clubs. Früher war er zunächst Schwimmer, dann Wasserballer, Spielertrainer, Vereins- und Verbandstrainer sowie Schiedsrichter. Im September 2012 ist Konrad mit dem Sport-Obelisken des Landes Rheinland-Pfalz für sein ehrenamtliches Engagement ausgezeichnet worden. Heute wird der Neustadter 75 Jahre alt.
Zu Hause wird er allerdings nicht feiern. Denn, „wie immer ist Gerhard Konrad zu seinem Geburtstag außer Haus“, weiß sein Weggefährte Peter Jacqué, der 1999 als Trainer die Wasserballer des SC Neustadt in die Bundesliga geführt hat. Gerhard Konrad war erst 36 Jahre alt, als er am 23. November 1976 SCN-Vorsitzender wurde. Er habe sich nicht darum gerissen, hatte er einmal dazu gesagt. Aber er bewirkte einiges als Vorsitzender, denn von 1983 bis 1990 hatte der SCN das Freibad mit der DLRG in Eigenregie geführt. Ab 1986 auch mit Hilfe der Stadtwerke. Seine Idee war es, das Bad im Winter zu einer Traglufthalle umzuwandeln. Er hatte diese Dachart in Offenbach bei Frankfurt entdeckt und dem damaligen Oberbürgermeister Wolfgang Brix davon erzählt. Unter Konrads Führung wurde ab 1982 das Clubheim gebaut. Für die Wasserballer hatte Konrad jede Menge Spielreisen organisiert, zum Beispiel nach Hongkong, Bombay, Shanghai, Peking, Hawaii und Los Angeles. Auch in Israel, Japan, Thailand, Marokko und Griechenland spielten die Neustadter Wasserballer. Als Trainer hat er sich auch dem Nachwuchs gewidmet. Fünf Jugendspieler schafften unter ihm und seinem Trainerstab den Sprung in die Jugendnationalmannschaft. Damit die jungen Spieler sich gut benahmen, hatte Konrad vorgesorgt und einen Knigge gekauft. Jeder musste im Benimmbuch lesen. Denn schließlich, so meinte Konrad einmal, seien die Wasserballer Repräsentanten der Stadt. Zudem mussten die Jugendwasserballer bei Turnieren in anderen Städten immer mit ihm einen Stadtrundgang machen. Obligatorisch waren die Kirchenbesuche. Dort war es das Größte für Konrad, auf der Orgel zu spielen, während der Wasserballnachwuchs zuhören musste. Heute ist der SCN-Ehrenvorsitzende noch immer im Stadionbad zu finden: Nämlich immer dann, wenn die Bundesliga-Wasserballer ein Heimspiel haben, steht er am Beckenrand und fiebert mit. (sab/kle)