Neustadt Sport, Kochen und ein Moscheebesuch

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Die Integrierte Gesamtschule (IGS) Deidesheim/Wachenheim nimmt derzeit zum zweiten Mal am Schulwettbewerb „Trialog der Kulturen“ teil. In diesem Jahr hat sich die Schule auf das Thema „Trialog vor Ort: Schulen werden aktiver“ festgelegt. Der Wettbewerb soll für ein besseres Miteinander von Christentum, Islam und Judentum sorgen.

Die Mädchen und Jungen der IGS arbeiten bereits seit Schuljahresanfang an ihren Projekten. Am vergangenen Freitag war Halbzeit des Wettbewerbs , und die Schüler sind nach Mainz zum sogenannten „Markt der Möglichkeiten“ aufgebrochen. Dort haben sie ihre Zwischenergebnisse einer Jury präsentiert. Im Gespräch mit der RHEINPFALZ sagte der Leiter der IGS, Georg Dumont, die Jury sei mit den Ergebnissen zufrieden gewesen und habe seinen Schülern eine gute Zwischenbilanz bescheinigt. Die Fahrt nach Mainz habe jedoch nicht nur zum Ziel gehabt, die Ergebnisse zu präsentieren, sondern sei auch dazu genutzt worden, dass die Schüler aller am Wettbewerb teilnehmenden Schulen sich austauschen konnten, so Dumond. Um den Wettbewerb möglichst zu gewinnen, habe die IGS Deidesheim/Wachenheim verschiedene Projekte gestartet. So wurden laut Dumont zwei Lerngruppen gebildet, die die jüdische Synagoge und die Yavuz Sultan Selim-Moschee in Mannheim besuchen werden. Damit sollten die Schüler die anderen Religionen besser kennenlernen und auch mit Menschen aus anderen Kulturen ins Gespräch kommen. „Zwar hat die Schule selbst keine Schüler mit jüdischen Glauben, aber trotzdem sollten die Schüler eine Synagoge auch mal von innen sehen“, sagte Dumont. Außerdem betonte er, dass sich die Schule wegen der aktuellen Flüchtlingsproblematik für eine Erweiterung der Projekte entschieden habe. Nach Absprache mit der Herbert-Quandt-Stiftung, die den Wettbewerb ausgeschrieben hat, wurden zusammen mit der Arbeitsgruppe „Hingesehen“ des Werner-Heisenberg-Gymnasiums in Bad Dürkheim verschiedene Aktionen gestartet. Das Ziel sei es, Asylbewerber, die in der Region untergebracht sind, in das gesellschaftliche Leben zu integrieren. So biete die IGS Flüchtlingen inzwischen zweimal wöchentlich einen Deutschkurs an. Daneben gebe es manche sportliche Aktivitäten und auch gemeinsame Kochstunden, bei denen Schüler und Asylbewerber miteinander zu tun hätten. Auf diese Weise solle den Flüchtlingen ein Gefühl vermittelt werden, dazuzugehören, erläuterte Dumont den Hintergrund von derlei Projekten. Einige Flüchtlinge hätten die Schüler auch nach Mainz begleiten dürfen, wo sie unter anderem den Dom besucht hätten. Mittlerweile seien Verständigungsprobleme, die es anfangs gegeben habe, kein Thema mehr. „Wir verstehen uns auch ohne Worte. Durch Gesten, Fotos oder Videos können wir uns verständigen und gemeinsam lachen“, erzählte eine Schülerin. Außerdem sprächen viele Flüchtlinge Englisch, „womit unsere Schüler auch ihre Sprachkenntnisse verbessern können“, erklärte Dumont. Zum Abschluss des Trialog-Wettbewerbs sei noch eine öffentliche Podiumsdiskussion zum Thema „Angekommen, angenommen in Deutschland und in unserer Region?“ geplant. Bei der sollen auch Vertreter der Gemeinde, der Vereine und Religionsgemeinschaften mit dabei sein. Der Schulenwettbewerb „Trialog der Kulturen“ wird bereits seit 2005 ausgelobt. In diesem Jahr nehmen 22 Schulen aus Bremen, Hamburg, Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland teil. Um die Projekte verwirklichen zu können, erhält jede Schule ein Startgeld von 3500 Euro. Zum Ende des Schuljahres entscheiden die Juroren der Quandt-Stiftung, die sich nach eigenen Angaben für eine freiheitliche und solidarische Gesellschaft stark macht, über die besten Beiträge und prämieren diese. (elh)

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