Neustadt SPD-Kritik am Aus für Messegelände
Neustadt gibt das Messegelände beim Quartier Hornbach auf und macht daraus ein Gewerbegebiet. Das hat der Stadtrat am Donnerstagabend erwartungsgemäß beschlossen. Kritik kam von der SPD.
Wie am Mittwoch berichtet, wird der Bebauungsplan für das 80.000 Quadratmeter große Gelände geändert, um das Grundstück für eine Unternehmensansiedlung vorzuhalten. „Wir bedauern diese Entwicklung sehr, weil nie ernsthaft versucht wurde, den Messe- oder Konzertstandort zu vermarkten“, sagte der Neustadter SPD-Vorsitzende Pascal Bender. Seine Fraktion enthielt sich bei der Abstimmung. „Wir haben nur deshalb nicht dagegen gestimmt, weil nicht der Eindruck entstehen soll, wir wollten eine Firmenansiedlung verhindern“, sagte Bender. Gestern warf er dem „Jamaika“-Bündnis von CDU, Grünen und FDP vor, gegen ihren eigenen Koalitionsvertrag verstoßen zu haben. Darin heiße es wörtlich: „Das Messegelände an der Louis-Escande-Straße soll stärker als bisher als Veranstaltungsort für Großevents angeboten werden. Dazu ist die Schaffung einer entsprechenden Grund-Infrastruktur notwendig.“ Dies sei nicht geschehen. Bender fragt sich deshalb, was der Koalitionsvertrag noch wert ist. Die Genossen standen mit dieser Haltung alleine. „Wir haben es probiert. Das Interesse von Veranstaltern war aber nie übermäßig groß. Die Fläche ist für Konzerte einfach nicht attraktiv genug“, sagte der FWG-Fraktionsvorsitzende Marc Weigel, in der vergangenen Legislaturperiode der zuständige Kultur-Beigeordnete. Deshalb sei auch das Winestock-Festival, das 2013 letztmals stattfand, auf dem Grundstück gescheitet. Ähnlich argumentierte Oberbürgermeister Hans Georg Löffler (CDU): „Die wenigen Veranstaltungen, die dort stattfanden, haben die Stadt auch meist nur noch Geld gekostet. Da blieben oft rund 10.000 Euro an uns hängen. Man muss einsehen, wenn etwas nicht funktioniert, und Konsequenzen ziehen.“ Clemens Stahler (CDU) und Matthias Frey (FDP) machten deutlich, dass die Priorität klar bei der Wirtschaftsförderung liegen müsse, die in Neustadt zu wenig Vorhaltflächen zur Verfügung habe. Kurt Werner (Grüne) wehrte sich gegen den Eindruck, „dass wir uns diese Entscheidung leichtgemacht haben“. Für das Gelände habe es keine nennenswerte Nachfrage für Messen oder Konzerte gegeben. Vor diesem Hintergrund auch noch in eine weitere Erschließung zu investieren, sei nicht verantwortbar gewesen. (wkr)