Neustadt RHEINPFALZ Plus Artikel So schön war das erste Ja-Wort im Casimirianum

Ja, sie wollen: Annette und Uwe Hans genießen ihren großen Tag im „Casi“.
Ja, sie wollen: Annette und Uwe Hans genießen ihren großen Tag im »Casi«.

Stilvoll heiraten in besonderem Ambiente: Die Stadt Neustadt bietet mit dem Casimirianum einen weiteren außergewöhnlichen Ort für Trauungen an. Am Samstag gab sich das erste Paar in der ehemaligen Universität das Ja-Wort.

Es ist ein bisschen wie in einem amerikanischen Film: Der Bräutigam steht vor dem Eingang und wartet auf die Braut, die sich natürlich – wie könnte es anders sein – verspätet, um dann wunderschön im weißen Kleid im schwarzen Mustang vorzufahren. Die Kulisse: das Casimirianum in Neustadt. In den Hauptrollen: Uwe Hans und Annette Kapp. Das Besondere: Sie sind das erste Paar, das im Casimirianum getraut wird. Es ist eine standesamtliche Eheschließung, wenngleich auch eine kirchliche Trauung in dem schönen, alten Gebäude möglich wäre, sagt Pfarrer Oliver Beckmann.

Er ist Hausherr im Casimirianum und in der Stiftskirchengemeinde als geschäftsführender Pfarrer für Gottesdienste, Beerdigungen, Taufen und eben auch Trauungen zuständig. Auch die Organisation rund um das „Casi“ fallen in sein Aufgabengebiet. Rund ein halbes Jahr Vorbereitung stecke nun in dem neuen Angebot für Brautpaare, so Beckmann.

Im Sommer zwei Termine pro Monat

In den Wintermonaten bietet das Casimirianum einen Samstag pro Monat für Trauungen an. Von April bis Oktober sind zwei Samstage im Monat geplant. Bis zu vier Brautpaare können sich an den jeweiligen Samstagen das Ja-Wort geben. Nach der offiziellen Zeremonie organisiert das Team des „Casi“ auf Wunsch auch Turmführungen, Sektempfänge oder ähnliches.

Heute sorgt Anja Alberg für den Gesang. Auf dem Podest im Saal der ehemaligen calvinistischen Universität, als die das Casimirianum im Jahr 1578 gegründet wurde, ist ein Tisch für die Standesbeamtin Daniela Cornet und das Brautpaar eingerichtet – coronagerecht mit Schutzscheibe und genügend Raum. Die beiden Trauzeugen sitzen im gebührenden Abstand. Auch die Stuhlreihen für die Hochzeitsgäste sind nach den Hygienebestimmungen großzügig aufgestellt. Die Gästeliste wurde vorab vom Brautpaar bekanntgegeben, und am Eingang wurden Impfstatus und Personalausweis kontrolliert. Bei aller Romantik: So viel Ordnung muss sein.

Großer Andrang auf Trauorte

Trotzdem – auch weil jedem die Schutzmaßnahmen mittlerweile geläufig sind – ist die Atmosphäre festlich, die Trauung schön gestaltet. Daran hat das Brautpaar einen großen Anteil. Denn man fühlt ihre Freude und Aufregung über die bevorstehende Eheschließung selbst als Außenstehender deutlich. Uwe und Annette sind bereits seit 1998 ein Paar. Beide brachten Kinder mit in die Beziehung und freuten sich schon bald über eine gemeinsame Tochter. „Jetzt sind unsere Kinder aus dem Haus, und nun haben wir uns entschlossen, zu heiraten“, erzählt Bräutigam Uwe Hans.

Dafür hatten sie ein Standesamt mit schönem Ambiente gesucht. „Da viele Paare in den letzten eineinhalb Jahren ihre Heirat aus bekannten Gründen verschieben mussten, gibt es momentan einen großen Andrang auf die besonderen Trauungsorte“, weiß Hans aus eigener Erfahrung. In Deidesheim, ebenfalls beliebt bei ehewilligen Paaren, seien zum Beispiel keine Termine mehr zu bekommen. Es habe einiges an Aufwand und vieler Telefonate bedurft, bis er nun vor rund zwei Wochen endlich grünes Licht von der Stadtverwaltung erhalten habe, erzählt er. Es freut ihn, dass er und seine Frau als erstes Brautpaar im Casimirianum getraut wurden.

Paare nehmen Wartezeit in Kauf

Dabei ist das „Casi“ nicht der einzige besondere Trauort, den die Stadt Neustadt anbietet. Auch der Trausaal im Rathaus das Hambacher Schlosses und der Neorokoko-Saal in der Villa Böhm gehören dazu. Die jeweiligen Trauorte können für Hochzeitsgesellschaften von 30 (Villa Böhm), 40 (Casimirianum) bis 100 Gästen (Hambacher Schloss) genutzt werden. Die Trauungen finden an diesen Orten nur einmal monatlich zu bestimmten Terminen statt. Das führt natürlich zu Wartezeiten, die die Paare, die das Besondere suchen, jedoch gerne in Kauf nehmen.

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