Neustadt RHEINPFALZ Plus Artikel Sieg über die Schwerkraft: „Breakin Circus“ im Saalbau

Umwerfende Einzelnummern verbinden sich bei „Breakin Circus“ über den Rhythmus ...
Umwerfende Einzelnummern verbinden sich bei »Breakin Circus« über den Rhythmus ...

Bei der Tanzakrobatikshow jagt ein Höhepunkt den anderen.

Bei der Tanzakrobatikshow „Breakin Circus“, die am Donnerstag gleich zweimal hintereinander im Neustadter Saalbau zu erleben war, jagt ein Höhepunkt den anderen. Bewegung, Licht, Rhythmus – alles verschmilzt zu einem pulsierenden Gesamtkunstwerk. Das Publikum, vereint in echter Begeisterung, dankt mit spontanen Standing Ovations.

„So würde der Zirkus aussehen, wenn er heute erfunden würde“, bewerben die Macher von „DDC Entertainment“ ihr neu entwickeltes Showformat „Breakin Circus“, das nun in zweiter Auflage mit eigens dafür neu gecasteten Künstlern auf Deutschland-Tournee ist. Es verbindet Urban Dance, Breakdance und spektakuläre Artistik auf Weltklasse-Niveau mit modernster Lichtshow, Lasertechnik und Live-Musik – und begeistert dabei ganz mühelos alle Generationen, die freudig mitklatschen, ja sogar tanzen würden, wenn es nicht so viel auf der Bühne zu sehen gäbe, das den Blick bannt. Und wenn nicht bestuhlt wäre.

Die Wurzeln liegen im Breakdance

Die Shows sind bundesweit ausverkauft, auch in Neustadt, sodass zusätzlich ein Nachmittagstermin angeboten wurde. „Wir spielen normalerweise in Hallen mit 2000 Zuschauern“, sagt dazu der Veranstalter, so sei erklärbar, dass im Saalbau mit seinen etwa 1000 Plätzen eine einzige Veranstaltung nicht ausreicht.

Die Wurzeln von DDC liegen im Breakdance: Die Macher selbst sind zweifache Weltmeister, haben ihre Leidenschaft zum Beruf gemacht und unterhalten inzwischen unter anderem eine eigene Tanz- und Artistikschule in Schweinfurt. So kam die Idee auf, Tanz und Akrobatik zu verbinden. Die atemberaubende Choreographie lässt die Grenzen zwischen den Disziplinen verschwinden: aus schnellen Footwork-Kombinationen im Breakdance entwickeln sich akrobatische Hebefiguren, bei der die Partnerin im Paartanz nur so in der Luft wirbelt. Das Ganze findet dann seine Fortsetzung in mehreren Metern Höhe an den Strapaten oder Ringen. Die kreisförmigen Bewegungen im Breakdance, bei der die Beine um die Körpermitte rotieren, oder die Drehungen auf dem Kopf, sogenannte Spins, finden ihr Pendant in kreisenden Lichtkegeln oder in der Artistik am Cyr-Wheel, einem großen Reifen, in dem sich ein Artist als lebende Speiche im Rad befindet und dabei mit der Schwerkraft spielt, den Reifen mal fast waagerecht am Boden rotieren lässt – um ihn dann mit Kraft wieder aufzurichten.

Der Rhythmus verbindet alles miteinander

Neben pulsierenden Beats gibt es live gesungene Balladen auf Deutsch und jede Menge Comedy. Anders als im Cirque du Soleil, einer weiteren zeitgenössischen „Zirkusmarke“, wird der Spannungsbogen aber nicht über eine Geschichte gehalten, sondern über den Rhythmus. Obwohl alle Übungen unglaublich schwer sind, viele Salti, Hebefiguren und sogenannte „Abfaller“ gezeigt werden, wird nie mit Spannung und Trommelwirbel gearbeitet. Eingehüllt in Musik kommt der Zuschauer nicht auf die Idee, dass jemand fallen könnte – im Gegenteil, die Schwerkraft scheint aufgehoben, die Menschen schweben in den unmöglichsten Formen im Raum, scheinen vom Rhythmus und den Lichtstrahlen sicher gehalten.

Die einzelnen Bewegungen sind unbegreiflich-unbeschreibbar, die Künstler so beweglich, dass die unglaublichsten Bilder entstehen: Mehrere Meter hoch werden die zu Tänzern mutierten Artisten mit einer Art Wippe, dem Teeterboard, in die Luft geworfen, drehen Salti oder scheinen in der Luft kopfüber in Zeitlupe zu laufen – eine unglaubliche Körperbeherrschung. Mediyar, neunfacher Nationalchampion Kasachstans im Turnen, Dima mehrfacher ukrainischer Meister im Trampolin, bilden ein Duo. In die Luft geworfen wird auch der Partner des Duo Fabulus: Statt Tonnen und Bällen wird ein Mensch mit den Füßen jongliert. Akiro aus Japan bewegt gleich vier leuchtende Diabolos im Dunklen – die er mehrere Meter nach oben oder zur Seite schleudert. Der Tänzer „Poppin Pain“ dagegen spielt mit Licht: Roboterhaft, im Tanzstil des „Popping“, wobei einzelne Muskeln rhythmisch ange- und entspannt werden, setzt er einzelne Laserstäbe in den dunklen Raum, bis sie ihn umrunden oder in wolkigen Lichtebenen über ihm schweben.

Auch Comedy fehlt nicht

Aber auch Comedy fehlt nicht: Slapstickartig kämpft Mikail Karahan mit dem Cyr-Wheel: Er schwebt mit dem Rad über die Bühne wie einst Michael Jackson im Moonwalk, bleibt im Spagat hängen, sodass er Unterstützung vom Publikum holen muss, oder parodiert einen Balletttänzer. In einer anderen Nummer rutscht er liegend, sitzend, laufend, im Spagat zwischen zwei roten Vorhängen hin und her, zu einer Musik, die an rhythmisches Lachen erinnert. Dabei entkleidet er sich zunehmend – um im letzten Moment dann doch von einem der beiden Vorhänge umhüllt zu werden. Die Zuschauer kreischen. Weltklasse!

2026 geht’s weiter, die Tournee steht schon.

... zu einer Show, die vielfach einfach sprachlos macht.
... zu einer Show, die vielfach einfach sprachlos macht.
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