Neustadt Sechs Titel in sieben Jahren
Deidesheim. Noch nie hat ein Spieler den Pfalz-Gas-Cup im Handball viermal gewonnen und dazu noch zweimal als Trainer. Dem Deidesheimer Jan Willner von der TSG Friesenheim ist dies nun gelungen. Man muss wissen, dass das Turnier des Pfälzer Handball-Verbandes nur für die Altersklassen U15 und U17 angeboten wird. Jeder Spieler kann also maximal viermal daran teilnehmen.
Es kommt nicht oft vor, dass junge Menschen schnell einsehen, dass sie kein Profi werden. Den Wunsch, Profi in einer Sportart zu werden, haben aber viele Jugendliche. Doch zumindest im Fußball schafft das nur ein Prozent eines jeden Jahrgangs. Jan Willner spielt nicht Fußball. Jan Willner spielt Handball. Der 18-Jährige spielt gut Handball, aber nicht so gut, dass es für die Bundesliga reichen würde. Diese Erkenntnis hat der Handballer der TSG Friesenheim gewonnen. „Ich möchte ein guter Drittliga-Spieler werden“, sagt Willner. Für ihn ist das kein Beinbruch. Denn der Deidesheimer ist nicht der Typ Mensch, der mit aller Gewalt versuchen würde, Handball-Profi zu werden. Vielmehr macht er sich jetzt schon Gedanken, was er später einmal werden will. Das hat er auch schon herausgefunden. Es war allerdings ein langer Prozess, über dem eine Grundsatzfrage stand: „Wo mache ich Abstriche?“, fragte sich Willner. Legt er während des Studiums seinen Schwerpunkt auf Handball oder das Traineramt? Willner will Spieler sein. Er hat sich schon über Vereine in den jeweiligen Universitätsstädten informiert. „Ich werde Sportwissenschaften oder Sportökonomie studieren“, präzisiert er. Vier Universitäten kommen dafür infrage. Dass Willner etwas mit Sport studiert, ist kein Zufall. Denn Sport spielt eine große Rolle in seinem Leben. Mit sieben Jahren begann er beim TV Hochdorf mit dem Handballspielen. 2010 wechselte er zur TSG Friesenheim. „Dort fiel dann die Entscheidung, dass ich diesen Sport leistungsorientiert ausüben werde“, erzählt der Absolvent des Hannah-Arendt-Gymnasiums in Haßloch. Viermal nahm er mit der TSG am Pfalz-Gas-Cup teil, zweimal mit der C- und zweimal mit der B-Jugend – mehr geht nicht, denn das Turnier ist nur für diese beiden Altersklassen ausgeschrieben. Willner gewann alle vier Turniere mit seiner jeweiligen Mannschaft. In den vergangenen beiden Jahren holte er die Titel auch als Trainer. Denn seit zwei Jahren coacht Willner die C-Junioren der TSG. „Ich habe das gemacht, um mein Taschengeld ein bisschen aufzubessern und weil ich mit Jugendlichen arbeiten wollte“, nennt Willner Gründe für seine Entscheidung. Es war eine gute Entscheidung. Denn das Traineramt habe ihn auch menschlich weitergebracht, sagt er. „Ich habe eine klare Linie, bin direkt in der Korrektur und Ansprache“, beschreibt er sich und seinen Stil. Zunächst war er Cotrainer von Axel Wilbrandt. Seit dieser Saison ist er nun Cheftrainer der C-Junioren. „Es funktioniert bisher gut“, beteuert Willner. Das verwundert nicht. Denn Jan Willner ist ein gewitzter, cleverer junger Mann. Er kann mit Menschen umgehen, macht sich im Vorfeld viele Gedanken und schaltet schnell. „Ich kann nicht unvorbereitet irgendwo hingehen“, betont er. Das erklärt auch seine Genauigkeit, mit der er seine Trainertätigkeit ausübt. Nicht nur da. Seit 1. September 2016 leistet er seinen Bundesfreiwilligendienst beim Pfälzer Handball-Verband in Haßloch. Ohne Handball geht es eben nicht im Leben von Jan Willner ... |mne