Neustadt Schon als Kind Gefallen an der Pfalz gefunden
„Bock auf Meer“ war das Motto beim diesjährigen Wasgau C+C-Cup. Und „Bock auf mehr“ hat Alena Müller. Nämlich auf die Arbeit in der Gastronomie. Die Auszubildende beim Deidesheimer Hof ist diesjährige Siegerin des Wasgau C+C-Cup. Bei dem Wettbewerb, der dem Gastronomie-Nachwuchs aus der Region die Chance gibt, sein Talent unter Beweis zu stellen, überzeugte die 22-Jährige mit ihrem Fachwissen, ihrer Kreativität und ihrem freundlichen, lockeren Service.
Bereits zum zweiten Mal hat die angehende Hotelfachfrau den Wettbewerb für sich entschieden. „Früh wurde mir klar, dass mir die Gastronomie viel Freude bereitet“, sagt Alena Müller im RHEINPFALZ-Gespräch. Und das merkt man. Gut gelaunt, höflich und sehr professionell wirkt die junge Ludwigshafenerin kurz vor Feierabend in ihrem Deidesheimer Ausbildungsbetrieb. Nach dem Abitur schrieb Müller zahlreiche Bewerbungen an Gastronomiebetriebe. Doch als die Zusage vom Deidesheimer Hof kam, war schnell klar, dass sie ihre Ausbildung in diesem renommierten Haus machen möchte. Schon als Kind hat sie nach eigenen Angaben mit ihren Eltern oft die Pfalz besucht und schnell Gefallen gefunden – an der Region und etwas später am guten Wein. Für ihre Ausbildung zog die 22-Jährige nach Hochdorf-Assenheim. Weil sich Alena Müller bereits im letzten Lehrjahr befindet, kam ihr der Wettbewerb sehr gelegen – als Vorbereitung für ihre Abschlussprüfung. „Viele andere Teilnehmer waren sehr verbissen und wollten unbedingt gewinnen. Aber ich habe den Wettbewerb eher als Chance gesehen viel zu lernen, die Veranstaltung zu genießen und den Gästen einen schönen Abend zu bereiten.“ Letztendlich habe sie wohl vor allem wegen ihres freundlichen Services und ihrer offenen Art gewonnen, meint sie. Unter dem Motto „Bock auf Meer“ ging es für die Teilnehmer darum, einen Cocktail zu kreieren, die passende Dekoration für einen Stehtisch zu entwerfen und für etwa 50 Gäste ein Drei-Gänge-Menü zu servieren – inklusive Weinservice. Müllers Interpretation des Mottos: ein frischer, beeriger Cocktail in Meeresfarben aus Gin, Blaubeere, Limette und einem Hauch Thymian. Auch für die Tischdekoration wählte sie Materialien aus Wald und Meer wie Moos, Holz, Muscheln und Kies. Als Auszubildende zur Hotelfachfrau muss Alena Müller alle Bereiche des Hotels durchlaufen – angefangen im Restaurant über das Arbeiten am Empfang bis hin zum Housekeeping. In Deidesheim gehört natürlich auch Weinkunde zum festen Bestandteil der Ausbildung. Einen richtigen Alltag gebe es in ihrem Beruf nicht. „Ich bin im Prinzip immer anders eingeteilt, mal am Frühstücksbuffet, mal arbeite ich bei einer Hochzeit bis in die Morgenstunden. Die Aufgaben wechseln täglich.“ Mitbringen müsse man für ihren Beruf vor allem Offenheit, Leidenschaft sowie viel Freude und Interesse an Wein und Speisen, meint Müller. So vielseitig und facettenreich die Gastronomie auch sein mag, hat sie doch oft einen schlechten Ruf – wegen schlechter Bezahlung, unregelmäßiger Arbeitszeiten und überhaupt. Müller sagt lächelnd: „Den schlechten Ruf hat sie eigentlich gar nicht verdient.“ Jeden Tag habe sie die Möglichkeit, die Gäste glücklich zu machen und ihnen einen unvergesslichen Tag zu bereiten. Dieses Bewusstsein entschädige sie für so manche Schicht bis früh morgens. Und wenn ein Gast mal nicht so freundlich ist, sei das eine umso größere Motivation für sie: „Wenn ein Gast grimmig das Restaurant betritt, ist es mein Ziel, ihn strahlend herausgehen zu sehen.“ Ab und zu sei ihr im Deidesheimer Hof auch schon ein Promi begegnet, bei dem sie umso mehr darauf geachtet habe, alles richtig zu machen. „Doch letztlich gebe ich bei jedem Gast mein Bestes“, sagt sie. Im Juni diesen Jahres ist Alena Müller mit ihrer Ausbildung fertig. Was kommt danach? Ganz sicher sei sie sich noch nicht, schließlich stehe ihr nach dieser Ausbildung die Welt offen. „Ich habe viele Ideen, aber erstmal konzentriere ich mich auf meine Abschlussprüfung“, sagt sie. Für die Zukunft sei es ihr wichtig, noch viel zu sehen und zu erleben, viele Bereiche und Menschen kennenzulernen. „Irgendwann mal eine angesehene Position haben, eventuell sogar in der Gourmet-Gastronomie – das wäre schon was.“ Vielleicht in der Region, vielleicht irgendwo auf der Welt. Doch eines stehe für sie fest: „Ich will auf jeden Fall im Metier bleiben!“