Neustadt Schülerbetreuung zentral verwalten?

In der Diskussion um die Situation der Betreuenden Grundschulen in Neustadt fordert die SPD zur Unterstützung eine „Task Force“. Darüber soll demnächst im Jugendhilfeausschuss diskutiert werden.
Wie berichtet, hatten Aussagen des Sozial- und Jugenddezernenten Ingo Röthlingshöfer (CDU) zur Betreuenden Grundschule (BGS) zu kontroversen Debatten geführt. Röthlingshöfer hatte davon geschwärmt, dass Neustadt „weit und breit das flexibelste Betreuungsangebot“ habe, und es eigentlich gar nicht besser gehe. Die Nachmittagsbetreuung wird von den Schulfördervereinen organisiert, seit 2015 erhalten sie dafür von der Stadt einen Zuschuss für Verwaltungs- und Personalangelegenheiten. In mehreren Leserbriefen an die RHEINPFALZ wurde kritisiert, dass sich die Stadt damit aus der Verantwortung stehle und längst nicht alles so gut funktioniere, wie Röthlingshöfer behaupte. Pascal Bender, der Vorsitzende der SPD-Stadtratsfraktion, hatte daraufhin einen runden Tisch zu dem Thema gefordert, da es offensichtlich trotz der städtischen Zuschüsse für die Fördervereine Kritik am System gebe. Die Stadt müsse alle Möglichkeiten abklopfen und vor allem den Vereinen ein Signal senden, dass man sie weiter unterstütze (wir berichteten am 9. Februar). Nun hat Bender zusammen mit seiner Parteifreundin Svenja Stuhlmann-Köhler, die Mitglied des Jugendhilfeausschusses ist, einen Antrag gestellt zur Einrichtung einer „Task Force“ und zur Schaffung einer Stelle bei der Stadtverwaltung, mit der die BGS „weitergehend unterstützt und von Standardaufgaben“ entlastet werden könnte. Darüber soll in einer der nächsten Sitzungen des Jugendhilfeausschusses diskutiert werden. Eine „Task Force“ könne die BGS besuchen und diese bei pädagogischen Standards sowie bei der Ausrüstung und Ausstattung der Räumlichkeiten unterstützen, heißt es in dem Antrag. „Dies sollte keinesfalls als Überprüfung der BGS verstanden werden, sondern eine besondere Hilfestellung für die ehrenamtlichen und oft auch pädagogisch nicht ausgebildeten Leitungen darstellen“, so Stuhlmann-Köhler. Und ein fester Mitarbeiter bei der Stadtverwaltung – genau gesagt beim Jugendamt – könne die Leitungen der BGS beispielsweise im Bereich Mahnwesen, Versicherungen, Überwachung von Fristen, Personalwesen, Verträgen mit Eltern und Datenschutz entlasten. „Auch die Einführung neuer Leitungen sowie die Weiterbildungen von Leitungen und des Betreuungspersonals könnten hierüber gesteuert werden, was möglicherweise auch die Bereitschaft neuer Ehrenamtlicher unterstützt, eine solche Funktion zu übernehmen“, glaubt Stuhlmann-Köhler. Sie und Bender versprechen sich davon rechtssichere und einheitliche Standards für alle BGS: „Die Leitungen der BGS hätten einen Ansprechpartner und mehr Zeit für die weiteren vielfältigen Anforderungen ihres besonderen und anspruchsvollen Amtes.“ Erst einmal sei es positiv, dass sich nun alle mit dem Thema BGS beschäftigten, sagt Röthlingshöfer auf Nachfrage der RHEINPFALZ. Allerdings sei schon vor zwei Jahren, im Zuge der Debatte um finanzielle Zuschüsse für die Fördervereine, über eine bei der Stadt angesiedelte zentrale Verwaltung der BGS diskutiert worden. „Aber das wollten die Fördervereine nicht“, betont Röthlingshöfer. Nichtsdestotrotz werde man das Thema auf die Tagesordnung einer der nächsten Jugendhilfeausschusssitzungen nehmen und darüber sprechen. „Aber wir entscheiden nicht über, sondern mit den Beteiligten“, so Röthlingshöfer. |ffg