Neustadt Schüler stellen aus alten Jeans Tinte her

 Isen Hoxhaj (rechts) und Conner Meyer haben Spaß an der Entwicklung nachhaltiger Ideen.
Isen Hoxhaj (rechts) und Conner Meyer haben Spaß an der Entwicklung nachhaltiger Ideen.

Bei Wettbewerben von „Jugend forscht“ haben drei Schülergruppen der Georg-von-Neumayer Realschule plus Neustadt Preise abgeräumt. Die Projekte beschäftigen sich mit aktuellen Problemen.

Acht Schüler aus der sechsten und neunten Klasse haben in der „Jugend forscht“-AG ein Jahr lang eigene Ideen umgesetzt. Isen Hoxhaj, Conner Meyer und Kimberly Rheinhard (alle 15 Jahre) haben den Farbstoff aus alten Jeans isoliert, ihn per chemischem Verfahren wasserlöslich gemacht und daraus Tinte hergestellt. „Unsere war etwas heller als Markentinte, könnte aber durchaus mithalten“, sagt Isen Hoxhaj. Für das Projekt haben sie beim Regionalwettbewerb Frankenthal, der online stattfand, unter anderem den Sonderpreis für Ressourceneffizienz erhalten. Er wird vom Bund gesponsert und in Berlin übergeben. Die anderen Projekte beim Regionalwettbewerb Südpfalz/Landau, die ebenfalls prämiert wurden, drehten sich um kompostierbare Biomüllkartons aus Ahornblättern und Gelatine sowie ein Insektenhotel aus alten Schulmöbeln.

Beim Regionalwettbewerb Südpfalz schaffen es Serafina Mae Puri, Sofija Evelina Eckhard, Ira Horn aufs Siegertreppchen.
Beim Regionalwettbewerb Südpfalz schaffen es Serafina Mae Puri, Sofija Evelina Eckhard, Ira Horn aufs Siegertreppchen.

„Der Erlebnisaustausch bei den Wettbewerben mit anderen Forschern ist wertvoll“, sagt Lehrer Johannes Jöckle, der mit seinem Kollegen Marco Müller die AG betreut. Es seien auch Scouts von großen Firmen wie BASF dort, um Nachwuchstalente an den Ständen aufzuspüren. Wer mit seinen Ideen auffällt, hat später bessere Chancen auf attraktive Jobs. „Wir nehmen den MINT-Gedanken an der Schule ernst“, betont Schulleiterin Kerstin Ellerwald. Die Jugend-forscht-AG sei dazu gedacht, den Nachwuchs für Naturwissenschaften zu begeistern.

Corona getrotzt

Die Neustadter Realschule Plus war die einzige bei den Wettbewerben. Woran liegt es, dass sich meist nur Gymnasien und Integrierte Gesamtschulen bewerben? Der Aufwand sei groß, erklärt Lehrer Jöckle, und viele Schulen seien nach der Pandemie damit ausgelastet gewesen, wieder einen Alltag herzustellen. „Wir haben alles versucht, die AG bei uns weiterzuführen“, sagt Schulleiterin Ellerwald. Das sei wegen des großen Engagements von Lehrern und Schülern geglückt – Marco Müller hat sogar einen Sonderpreis für sein langjähriges Mitwirken erhalten.

Einerseits genießen sie die Zusammenarbeit und haben Spaß am Experimentieren, sagen die Schüler. Andererseits wollen sie Erfahrungen sammeln, die Gesellschaft mit frischen Ideen weiterbringen und freuen sich über die Anerkennung für ihre Arbeit. „Und man lernt Durchhaltevermögen, wenn mal etwas nicht funktioniert“, sagt Sofija Evelina Eckhard (14).

Ideen aus dem Alltag

Inspiration für ihre Projekte bekomme sie aus dem Alltag. Dann gilt es, eine konkrete Forschungsfrage aufzustellen und im Zweifelsfall viele verschiedene Methoden zu testen, bis die beste herausgearbeitet ist. Es ist bei „Jugend forscht“ auch möglich, ein Projekt aus den Vorjahren zu optimieren. Ob sie Jeans-Tinte, Biomüllkartons und Insektenhotel weiterentwickeln oder sich etwas Neuem widmen wollen, wissen die Nachwuchsforscher noch nicht. Weiter experimentieren werden sie aber auf jeden Fall.

Die Ergebnisse

Regionalwettbewerb Südpfalz: Serafina Mae Puri, Sofija Evelina Eckhard, Ira Horn – „Der grüne Biomüllkarton“ – 3. Preis Arbeitswelt, Sonderpreis Umwelttechnik. Jason Fegbeutel, Melina Wambold – „Ein Schultisch sorgt für neues Leben“ – Kosmokasten, Sonderpreis Schönster Stand. Regionalwettbewerb Frankenthal: Isen Hoxhaj, Conner Meyer, Kimberly Rheinhard – „Von der Blue Jeans zur Tinte“ – 3. Preis Chemie, Sonderpreis Ressourceneffizienz.

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