Neustadt Schüler aus Frankreich machen Praktika in Pfälzer Betrieben
Der Praktikantenaustausch mit der BBS Neustadt findet bereits zum vierten Mal statt. Zehn Tage lang bekommen Schüler des Lycée René Cassin Mâcon einen Einblick in Stadt, Kultur und Wirtschaft an der Weinstraße: Zehn hiesige Unternehmen ermöglichen den Franzosen im Rahmen des Programms Erasmus+ ein Betriebspraktikum. Die jungen Leute – für die meisten ist es das erste Mal in Deutschland – schnuppern in den Alltag bei der Bundespolizei, beim Meininger Verlag, im Technikzentrum Klein, bei der Veth GmbH, bei Wieland & Schulz, bei Fischer Landmaschinen (Niederkirchen), bei der Ardagh Metal Packaging Germany GmbH (Haßloch), bei BFW-Tailormade und Yilmaz KFZ-Technik sowie beim Neustadter Stadtmarketing.
Nach einer Stadtführung begrüßte Stefan Ulrich am Dienstag die Gäste im Ratssaal und dankte den anwesenden Vertretern der Betriebe sowie allen Lehrkräften, die den Austausch im Jahr des 70. Jubiläums der Städtepartnerschaft mit Mâcon organisieren. „Es ist wichtig, dass wir uns kennenlernen, denn ihr seid die Botschafter und Garanten unserer Partnerschaft“, sagte der Bürgermeister, dessen Ansprache von dem französischen Lehrer Loic Alloin übersetzt wurde, und schob mit einem entschuldigenden Lächeln nach: „Leider spreche ich noch kein Französisch, aber das werde ich in der Rente nachholen.“
Voneinander lernen
Der Austausch sei „eine klasse Möglichkeit, unsere Städte enger miteinander zu verknüpfen“, sagte Patrick Wiedemann, Geschäftsführer bei Wieland & Schultz, im Gespräch mit der RHEINPFALZ. „Das hätte ich als Jugendlicher auch gerne gemacht.“ Natürlich sei die Teilnahme ebenfalls gute Werbung für seine Firma im Ausland. Bei Wieland & Schultz arbeiteten aktuell über 25 Auszubildende. „Die Franzosen kommen aus einem ganz anderen Ausbildungssystem, sodass wir schauen können: Wie machen die das?“ Sprachliche Hürden sei man auf Baustellen, auf denen viele Nationen zusammenkämen, gewohnt. „Letztlich funktioniert Handwerk überall gleich, daher verstehen sich Handwerker ohne viele Worte.“
Es gehe bei dem Austausch aber nicht nur um handwerkliche Fähigkeiten, betonte Ulrich, sondern auch um die Freude an Neustadt und der Pfalz, die die Schüler hoffentlich mit nach Hause nehmen. „Vielleicht macht ihr den nächsten Urlaub mit eurer Familie dann hier.“
Die Freundschaft beider Länder sei essenziell für Deutschland und Europa, unterstrich Martin Meister für die Deutsch-Französische Gesellschaft (DFG), die sich in Neustadt für die Förderung und Pflege der deutsch-französischen Beziehungen einsetzt und für den Abend ein Pfälzer Buffet vorbereitet hatte. Durch den Austausch könnten die Jugendlichen neue Fähigkeiten erlernen und Alltag sowie Arbeitsleben in ihrem Nachbarland erfahren. „Stellt Fragen, geht in Kontakt“, rief Meister den jungen Leuten auf Französisch zu.