Wasserball
SC Neustadt: Zwei Spiele am Wochenende und Pokaltermin-Probleme
Wasserball-Zweitligist SC Neustadt muss am Wochenende gleich zweimal ran. Zunächst geht es nach Hessen zum Auswärtsspiel am Samstag um 16.40 Uhr beim 1. Frankfurter SC. Am Sonntag kommt es zum zweiten Duell mit dem Post-SV Nürnberg um 14 Uhr im Stadionbad.
SCN-Coach Thorsten Preuß ist trotz des 21:6-Sieges im Viertelfinale um den süddeutschen Wasserball-Pokal (SSV) gegen Nürnberg am vergangenen Sonntag etwas „angefressen“. Mit dem Erfolg steht der SCN im Final Four, in der Runde der besten Vier. Ursprüngliches Ziel der Neustadter war es, das kleine Turnier mit den drei weiteren Finalisten Vorwärts Ludwigshafen, Friedberg, Fulda (alle Zweite Liga Süd) im Stadionbad auszurichten. Doch wie Preuß jetzt mitteilte, erweist sich die Terminfindung als sehr schwierig. So habe der SCN vorgeschlagen, das Turnier am Freitag, 26. April, und Samstag, 27. April, im Stadionbad auszurichten. Das Problem dabei sei gewesen, dass das Bad nicht an besagtem Sonntag zur Verfügung stehe. Daher habe man auf den Freitag ausweichen wollen. Doch das sei für die anderen Vereine nicht machbar gewesen, informiert Preuß.
Drei Wochen ohne Becken
Über die jetzt vorgeschlagenen Ausweichtermine ist er nicht glücklich. Zum einen würde das Final Four dann definitiv nicht in Neustadt ausgetragen. Wie jedes Jahr im Frühling wird das Stadionbad für mehrere Wochen geschlossen und auf die Freibadsaison vorbereitet. Preuß: „Das bedeutet schon, dass wir drei Wochen kein Becken zur Verfügung haben. Bei einem Ausweichtermin Ende Mai, eventuell in Ludwigshafen, wären wir relativ untrainiert. Zumal auch einige Spieler für die „wasserlose“ Zeit Urlaub gebucht haben, da dann kein geregeltes Training möglich ist.“ Preuß schluckt schwer an dieser Kröte und hofft, dass sich eine Lösung findet, die dem SCN sportlich die Chancen auf ein gutes Finalturnier lässt.
Der Neustadter Coach konzentriert sich aber nun auf das kommende Wochenende. Gegen Frankfurt gab es im Hinspiel im Januar einen 21:1-Erfolg. „Wir werden die Leistungsträger schonen und der zweiten Garnitur bei gutem Spielverlauf mehr Wasserzeit geben“, lautet sein Plan. Für das Spiel tags darauf im Stadionbad gegen Nürnberg erwartet er ein völlig anderes Gesicht der Franken. Im Viertelfinale waren sie nur mit neun Spielern angetreten. Preuß rechnet jetzt allerdings mit der stärksten Aufstellung der Gäste: „Nürnberg hat das Viertelfinale aufgenommen und guckt jetzt, wie wir vorgegangen sind. Sie werden sich darauf einstellen. Aber wir haben viele Möglichkeiten im Kader, um zu variieren.“
Quirliger Center
Ein neuer Trumpf des SCN sticht bereits. Konstantinos Sopiadis, der im Januar zu den Neustadtern gestoßen ist, erweist sich als echte Verstärkung. Der 27-Jährige ging in der ersten Hälfte der Saison noch in der A-Bundesliga für Ludwigsburg ins Becken. Dann meldete der Verein aus finanziellen Gründen das Team vom Spielbetrieb ab. SCN-Spieler Timo van der Bosch hat Sopiadis angesprochen, ob er nicht zum SCN kommen wolle. Jetzt wirbelt „Kosta“, wie ihn alle nennen, als Center durch das Becken. Agil, quirlig, schnell verwertet er die Zuspiele der Mannschaftskollegen und erzielt trickreiche Tore oder holt Fünfmeter und Zeitstrafen für sein Team heraus.
Der Marketingmanager, der Mitte April eine Stelle in der Nähe von Heilbronn antritt, ist in Deutschland geboren, hat griechische Wurzeln. Seine Großeltern wurden als Gastarbeiter in Deutschland heimisch, seine Eltern wurden hier geboren. Mit 1,90 Metern und 100 Kilogramm wirkt er im Vergleich zu manch bulligen Gegenspielern zierlich. Seine Finesse habe er als Centerangreifer gefunden und einen Spielstil mit Tempo entwickelt. Aber es gehe nicht ohne Kraft, betont er. Der Entschluss, zum SCN zu wechseln, fiel ihm leicht: „Ich habe die gute Jugendarbeit verfolgt, es ist ein spannender Verein. Ich habe enormen Respekt vor den vielen Helfern. Die Mannschaft besteht aus super netten Jungs. Ich wurde toll aufgenommen, es gibt eine große Unterstützung durch den Club.“ Kritisch nachgefragt, ob er das etwa nur aus Höflichkeit sage, antwortet er überzeugend: „Ich spiele hier wirklich gerne. Die Nachwuchsarbeit ist top. Ich werde von den Mitspielern gut eingesetzt, der Ball kommt im richtigen Moment.“ Und mit Blick auf die nächste Partie gegen Nürnberg erklärt er: „Wir fangen wieder bei Null an. Wir müssen ins Spiel reinfinden und eine Topleistung abrufen.“