Wasserball
SC Neustadt: Warum Peter Jacqué gute Laune hat
Kommt jetzt der Junioren-Express der SCN-Wasserballer in der U18-Bundesliga-Zwischenrunde ins Rollen? Nach einer verkorksten Vorrunde in der B-Gruppe, wo der SC Neustadt alle sechs Gruppenspiele verloren hat, geht es in der Zwischenrunde eine Etage tiefer. Drei weitere Teams, alle aus der C-Gruppe, bilden jetzt eine „F-Gruppe“. Der Modus der Junioren-Bundesliga ist in dieser Saison sehr kompliziert, doch der SCN hat immer noch die Chance auf ein Relegationsturnier, das das Team im Optimalfall dann sogar in die Endrunde spülen könnte. Am Sonntag um 14 Uhr gastiert Hamburg zum Auftakt der Zwischenrunde im Stadionbad.
Habel im Tor
Juniorentrainer Peter Jacqué macht einen Haken unter die Vorrunde. „Natürlich erwartet uns jetzt wieder eine Wundertüte, aber ich bin zuversichtlich, dass wir einen der zwei ersten Plätze in der Gruppe erreichen können und uns so für die Relegationsrunde qualifizieren. Das ist unser klares Ziel.“ Er setzt darauf, dass alle erkrankten Spieler einsatzfähig sind und mit der Rückkehr mit Matteo Ananias, der für ein halbes Jahr in Cannstatt gespielt hat und dort auch deutscher Meister geworden ist, das taktische und spielerische Konzept des SCN aufgeht. So steht auch nicht Joona Vagts im Gehäuse, der langfristig für das Zweitliga-Männerteam als Torhüter aufgebaut wird, sondern Dante Habel. Der Frankfurter geht mit einem Zweitstartrecht für den SCN ins Becken und spielt gleichzeitig im Frankfurter Zweitliga-Männerteam. Jacqué: „Joona spielt in der Verteidigung, weil wir darauf setzen, dass er für seine Entwicklung als Keeper das Spielverhalten der Angreifer studieren kann. Und als gelernter Torwart hilft er uns in der Defensive.“
Dass der SCN jetzt eigentlich „abgestiegen“ ist, sieht der Coach sogar als Vorteil: „In der starken Zwischenrunde, der jetzigen „E-Gruppe“ wäre es schwer geworden, mindestens Vierter zu werden, um in die Relegation zu gelangen. Wir können uns jetzt in der aktuellen Gruppe weiter entwickeln.“
Laux’ Verzicht
Das erste Spiel ist eine Standortbestimmung. Jacqué: „Ich weiß zwar, was unser Team kann, aber nicht, wie sich die Mannschaft präsentieren wird.“ So verzichtete auch Flynn Laux schweren Herzens auf eine Teilnahme am Turnier um den Itze-Gunst-Pokal. Der 15-Jährige war für die Länderauswahl des Turniers nominiert. Die Jugendlichen können sich dabei dem Bundestrainer zeigen. Jacqué: „Es ist nicht sinnvoll, einen noch halb kranken, nicht fitten Spieler zu solch einem Sichtungsturnier zu schicken.“
Doch Jacqué grinst immer noch bei dem Gedanken an das vergangene Wochenende. Da kam zuerst das Hammerlos für das Männer-Viertelfinale um den Pokal des Deutschen Schwimmverbandes (DSV). Dass der SCN jetzt doch den Serienmeister Spandau Berlin im Stadionbad empfangen kann, freut den 76-Jährigen ungemein. Er jubelte bereits im Achtelfinale, als es zunächst hieß, Spandau sei dort der Gegner. Doch eine fehlerhafte Auslosung machte zunächst den Wasserball-Schlager zunichte. Der SCN gewann aber das Achtelfinale gegen den Erstligisten Plauen und hat jetzt doch das Losglück, auf Spandau, quasi das Bayern München des Wasserballs, zu treffen.
Das Überraschungsteam
Jacqué kramt bereits eifrig in seinem Archiv, um bis zum Pokalhit die Erinnerungen an spannenden Partien mit Spandau für den SCN aufzufrischen. Jetzt weist er aber erst einmal genüsslich auf die Wasserball-Seite des DSV hin, wo der SCN als „Überraschungsteam“ im Viertelfinale bezeichnet wird.
Und zu seiner guten Laune am vergangenen Wochenende trugen gleich fünf SCN-Siege bei. „Das kommt nicht häufig vor, mit vier SCN-Teams fünf Siege zu erzielen“, sagt er. Er zählt natürlich die beiden Siege der Männer in der zweiten Liga gegen Ludwigshafen und Darmstadt dazu. Doch noch mehr freut es ihn als Nachwuchstrainer, dass gleich drei weitere SCN-Teams hohe Siege erzielt haben. Die Jüngsten holten im Rhein-Main-Neckar-Pokal-Wettbewerb der U12 einen 17:5-Erfolg gegen Vorwärts Ludwigshafen, die U14 siegte gegen Freiburg in der Pokalrunde gegen Freiburg mit 35:2. Und in der Regionalliga A gewann der SCN mit Jacqué als Trainer mit 21:6 gegen eine Auswahl aus Ludwigshafen. In der Regionalliga erhalten überwiegend U18-Spieler des SCN Spielpraxis, die nun am Sonntag gegen Hamburg antreten. Jacqué: „Wir haben im konditionellen Bereich aufgeholt, das zeigte das Spiel in der Regionalliga. Auch die spielerischen Elemente sind im Aufwind, das Abwehrverhalten ist verbessert.“
Zur Sache: Der U18-Spielmodus
Nach der Bundesliga-Vorrunde in drei Gruppen, bei der die fünf spielstärksten Teams zu Saisonbeginn in die A-Gruppe gesetzt wurden, einer B-Gruppe mit dem SCN und einer C-Gruppe mit den vermeintlich zunächst schwächsten Teams, geht es für alle Mannschaften weiter.
Die Gruppen wurden nach den Platzierungen der Vorrunde neu gebildet. So spielt zum Beispiel Krefeld jetzt mit den ranghöheren A-Gruppen-Teams in der „D-Gruppe“. Aus der C-Gruppe ist Gruppensieger SV Duisburg in die „E-Gruppe“ aufgerückt. Und in der F-Gruppe mit dem SCN stehen außerdem Hildesheim, Hamburg und Rostock.
Platziert sich der SCN auf Rang eins oder zwei, geht es für Neustadt in einem der zwei Relegationsturniere weiter. Dort wird dann die Teilnahme an der Meisterschaftsendrunde und zwei Platzierungsturnieren ausgespielt. Die beiden Ersten im D-Turnier nehmen automatisch an der Finalrunde teil.
In den Relegationsturnieren stehen dann zwei D-Gruppen-Teams, vier Mannschaften aus der E-Gruppe sowie die zwei bestplatzierten Teams aus der Gruppe, in der nun der SCN spielt.