Wasserball RHEINPFALZ Plus Artikel SC Neustadt steht in der dritten Pokalrunde

Luft geholt: der Neustadter Matteo Ananias.
Luft geholt: der Neustadter Matteo Ananias.

Drei Viertel bringt der SC Neustadt seine Überlegenheit an. Danach taktiert er gegen den Drittligisten VfB Friedberg.

Die Wasserballer des SC Neustadt stehen in der dritten Runde des Deutschen Wasserball-Pokals. Der Aufsteiger in die 2. Bundesliga siegte am Samstag gegen den Drittligisten VfB Friedberg mit 24:8 (7:1, 7:2, 7:0, 3:5). Im letzten Viertel experimentierte SCN-Coach Milos Sekulic mit einer Änderung. Er stellte von Pressdeckung auf Zonendeckung um. Die Gäste kamen so zu weiteren Treffern.

Erklären konnte Sekulic nach Spielende allerdings seine Erkenntnisse aus der Partie gegen den klaren Außenseiter nicht. Er musste schnell weg.

Rene Reimann, der Trainer der Gäste, baute schon vor Spielbeginn vor. „Uns fehlen fünf Stammspieler wegen Erkrankungen, wir sind mit drei Junioren angereist“, erklärte er. Auf dem Spielberichtsbogen standen nur zehn Akteure, 14 sind möglich. Reimann, dessen Team noch kein Spiel in dieser Saison bestritt, witzelte: „Wir hoffen, Neustadt ist müde von seinen ersten drei Ligaspielen. Wir sind ausgeruht.“

Matija Zezelj zeigt seine Klasse

In den ersten drei Vierteln erhielt Kristof Meszaros im Tor des SCN wichtige Einsatzzeit. Der Keeper, der in der vorigen Saison die Mehrzahl der Spiele bestritten hatte, kam in den Partien der 2. Bundesliga nur zu wenigen Wasserzeiten. So haderte Meszaros auch mit dem ersten Treffer der Gäste zum 2:1. Er war an dem Wurf von Norbert Duch noch dran, doch der Ball trudelte ins Tor. Seine Klasse zeigte Neuzugang Matija Zezelj mit sechs Treffern. Seine Spezialität ist der sekundenlange Tanz auf dem Wasser vor dem gegnerischen Gehäuse, um die Abwehr und Keeper zu verwirren. Wobei Nils Peil im Tor der Gäste viele Paraden zeigte und die Angreifer des SCN oft verunsicherte.

Der SCN war teilweise auch zu unkonzentriert, verspielt und ungenau bei seinen Abschlüssen. Deshalb waren die Treffer von Luis Ananias so wichtig. Auch er war sechs Mal erfolgreich. Der wuchtige Centerspieler war nach dem Spiel zufrieden: „Wir haben den Gegner sehr ernst genommen. Im Pokal kann schließlich immer alles passieren. Das ist tagesformabhängig. Im letzten Viertel hat sich Friedberg stark zurückgezogen, das Spiel verlangsamt. Wir haben uns dann zu sehr angepasst.“

Zonendeckung klappt nicht

Für die Statistik zur Videoanalyse machte Cotrainer Peter Jacqué viele Notizen. Er war auch zuständig für die Medien. Jacqué: „Wir machten viel Druck, wechselten oft aus.“ Und er erklärte das schwache Schlussviertel des SCN. Sekulic habe von der Pressdeckung auf Zonenverteidigung umgestellt. Bei der Pressdeckung handelt es sich um eine enge Manndeckung, im Wasserball spielt sich dabei auch viel Körperkontakt unter Wasser zwischen den Kontrahenten ab. Die Zonendeckung dagegen ist eine Art Raumdeckung. Doch die hat gegen die am Ende eigentlich ausgelaugten Gäste nicht funktioniert. Jacqué: „Friedberg war dann mit einigen Fernschüssen erfolgreich.“ Leidtragender war dann im Tor Hendrik Hummel, der im Schlussviertel ebenfalls Spielpraxis sammeln durfte. Jacqué hatte auch ein Lob für den Keeper der Gäste: „Er war wirklich sehr stark.“

Die Partie gegen ersatzgeschwächte Friedberger war kein Gradmesser für die Entwicklung im SCN-Team. Der Drittligist wehrte sich gegen den scheinbar übermächtigen Gegner. Das zeigt auch die Statistik. Nur sieben von zehn Überzahlchancen nutzte der SCN zum Treffer. Positiv dagegen: Alle drei Fünfmeter wurden verwandelt.

Nächster Gegner SVV Plauen

Letztlich war das Pokalspiel eine lockere Trainingseinheit unter realen Bedingungen mit einem strengen Schiedsrichtergespann. Ein richtiger Prüfstein wird am Samstag um 18 Uhr erwartet. Zu Gast ist SVV Plauen. Die Ostdeutschen sind in der Bundesliga-B-Gruppe verankert gewesen und jetzt automatisch durch die Reform in die 2. Bundesliga versetzt worden.

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