Wasserball SC Neustadt spielt Final Four in Ludwigshafen

Flynn Laux (links, gegen Nürnbergs Tariel Khokhobashvili) ist mit den Neustadter Junioren im Trainingslager.
Flynn Laux (links, gegen Nürnbergs Tariel Khokhobashvili) ist mit den Neustadter Junioren im Trainingslager.

Kurze Wege für Zweitligist SC Neustadt. Er spielt im Final Four in Ludwigshafen um den süddeutschen Pokal. Aber nicht nur die Anfahrt ist kurz.

Gelingt den Wasserballern des SC Neustadt das Double? Das Männerteam steht an der Spitze der Zweiten Wasserball-Liga Süd und ist nur noch drei Saisonspiele von der Meisterschaft entfernt. Außerdem hat der SCN das Final Four um den süddeutschen Wasserball-Pokal erreicht und trifft am Samstag um 18.30 Uhr im Halbfinale auf den Zweitligisten SC Wasserfreunde Fulda.

Das Finalturnier wird in Ludwigshafen ausgetragen und vom WSV Vorwärts Ludwigshafen ausgerichtet. Der SCN hatte Pläne, das Final Four ins Neustadter Stadionbad zu holen, doch das scheiterte an den terminlichen Vorgaben der anderen Teilnehmer und des Betreibers des Stadionbades.

Heimspiel verlegt

Wegen des Pokaltermins am Wochenende wurde das Zweitliga-Heimspiel des SCN gegen VfB Friedberg verlegt. Es war zunächst auf Samstag in Neustadt terminiert worden und wurde jetzt auf den 3. Mai gelegt. „Wir hatten sogar vorgeschlagen, dass wir das Spiel auch an diesem Wochenende noch durchführen könnten. Denn Friedberg ist ebenfalls beim Final Four dabei. Wir hätten uns vorstellen können, die Partie am Sonntagnachmittag im Anschluss an die Finalspiele in Ludwigshafen zu absolvieren. Aber das war für Friedberg nicht machbar“, erzählt SCN-Coach Thorsten Preuß.

Für das Pokalwochenende plant er mit dem kompletten Zweitliga-Kader, auch wenn während der beiden Osterferien-Wochen die Trainingsbeteiligung nicht allzu hoch war. „Wir haben Torschüsse geübt, schnelle Reaktionen, das Bälleklauen, reaktionsschnell umzuschalten. Denn Schwimmen können wir ja schon. In Ludwigshafen gibt es ein kleineres Becken als bei uns, darauf müssen wir uns einstellen. Es gibt keine Ausrede bei den Spielern wegen der langen Wege im Wasser. In Ludwigshafen sind die Wege kurz“, betont Preuß.

Ludwigshafen im Finale erwartet

Zunächst also gilt es, das Halbfinale gegen Fulda am Samstag siegreich zu gestalten. Bislang hat der SCN einen 21:3-Sieg gegen die Hessen aus dem Hinspiel der Zweitliga-Runde in der Bilanz. Fulda steht in der Zweitliga-Tabelle auf Platz fünf. Härtester Verfolger des SCN ist der WSV Vorwärts Ludwigshafen, der eventuelle Gegner im Pokalfinale. Ludwigshafen trifft im Halbfinale auf Friedberg, das die Gastgeber im jüngsten Rundenspiel knapp mit 15:14 besiegten.

Doch noch stehen weder der SCN noch Vorwärts im Finale. Vorwärts wäre ein harter Brocken für Preuß. „Ludwigshafen hat den Anspruch, zu Hause kein Spiel zu verlieren. Wir sind vorgewarnt durch unseren knappen Sieg zum Saisonauftakt mit 26:25 nach Verlängerung.“

Drei Junioren im Trainingslager

Drei wichtige Spieler des SCN kommen erst am Freitagabend wieder in Neustadt an: Torwart Joona Vagts, Flynn Laux und Matteo Ananias befinden sich noch im Trainingslager der SCN-Junioren auf Malta. Preuß erwartet: „Diese drei Spieler dürften die fittesten sein in unserem Pokalkader. Aber vielleicht sind sie auch müde und kaputt.“

Der Neustadter Trainer äußert sich auf RHEINPFALZ-Nachfrage zur Reform des Deutschen Schwimmverbandes (DSV) bei der anstehenden Aufteilung der Ligen. So gibt es künftig eine Bundesliga mit acht Teams sowie eine Zweite Liga mit ebenfalls acht Teams, dann folgt die Dritte Liga. Bislang gab es zwei Gruppen der höchsten Spielklasse mit Aufteilung nach Spielstärke in A- und B-Gruppe. Der SCN hatte bekanntlich zu Saisonbeginn das Ziel „Aufstieg in die Bundesliga“ angepeilt.

Preuß über die neue Zweite Liga

Dass es jetzt keine „Bundesliga“ sondern wieder „nur“ Zweite Liga werden könnte, ist für Preuß nicht weiter tragisch: „Das ist doch nur eine Bezeichnung. Zum einen müssen wir uns erst noch in einem Aufstiegsturnier beweisen. Wir wissen noch nicht, wie das organisiert wird. Zum anderen würden wir, wenn wir uns dort durchsetzen, künftig auf jeden Fall auf neue, stärkere Gegner treffen. Schließlich steigen wir in die neue Zweite Liga auf, sonst würden wir ja nur Dritte Liga spielen. Außerdem rücken ja die ehemaligen B-Gruppen-Erstligisten in die Zweite Liga. Sie werden uns unsere Grenzen zeigen. Die Motivation bei uns, gegen diese neuen Gegner zu spielen, ist da. Klar, wir werden kämpfen müssen. Die Anfahrt zu den Spielen wird weiter sein, vielleicht sogar mit Übernachtung. Die Kosten für den Verein werden steigen.“

Positiv für den SCN wäre laut Preuß, dass der Verein ein zweites Männerteam für die Dritte Liga melden würde. Die Zweite Mannschaft spielt aktuell in der Regionalliga. Und „Dritte Liga“ klingt für den „zweiten Anzug“ des SC Neustadt wirklich gut.

x