Wasserball
SC Neustadt schlägt Nürnberg und steht im Final Four
Der SC Neustadt steht im Final Four des Süddeutschen Wasserball-Pokals (SSV) und bewirbt sich jetzt um die Austragung im Stadionbad. Das Viertelfinale gegen den Liga-Konkurrenten Nürnberg im heimischen Becken wurde zur einseitigen Angelegenheit, der SCN siegte mit 23:7 (6:2, 5:2, 6:1, 6:2).
Das Feuer der Partie war bereits vor dem Anpfiff erloschen. Die Franken traten nur mit neun Spielern an. Nürnberg galt bis vor wenigen Tagen noch als wichtigster Konkurrent um den Titel in der 2. Liga Süd und deshalb schien auch das Viertelfinale kein Selbstläufer zu werden. Doch bereits am Samstagabend zeichnete sich ab, dass die Nürnberger geschwächt sind. Sie verloren das Ligaspiel in Ludwigshafen mit nur elf Akteuren gegen Vorwärts mit 16:21. Am Sonntag in Neustadt waren es nur noch neun Spieler, weil sich zwei weitere Spieler in Ludwigshafen verletzt hatten.
Preuß vorsichtig
So wurde die Brisanz aus der Begegnung schon früh genommen, auch wenn SCN-Coach Thorsten Preuß vorm Anpfiff noch vorsichtig war und seine „erste“ Sieben ins Wasser schickte. Seine Skepsis wurde jedoch nach der schnellen 3:0-Führung durch sehenswerte Spielzüge frühzeitig gemildert. Dennoch schickte er bei einem Vier-Tore- Vorsprung das Team immer wieder energisch nach vorne. Zwischendurch sah es sogar nach einer Ein-Mann-Vorstellung von Neuzugang Konstantinos Sopiadis aus, der immer wieder von seinen Mitspielern perfekt in Szene gesetzt wurde. Der wendige, gedankenschnelle und trickreiche Ex-Bundesliga-Spieler erzielte sechs Treffer. Aber es war eine Teamleistung, die ihm dies ermöglichte, so wurde er oft von Timo van der Bosch angespielt, der die guten Schussgelegenheiten von Sopiadis erkannte. Fast alle SCN-Spieler trugen sich in die Torschützenliste ein, zumal Preuß nach der klaren Führung auch immer durchwechselte. Preuß: „Natürlich schickte ich zuerst die ersten „Sieben“ ins Becken, um klare Verhältnisse zu schaffen. Es kam danach auch der Impuls von der Bank, dass ich einwechseln sollte.“ Preuß, ganz braver Trainer, hörte auf seine Jungs. In der Pause sagte er ihnen: „Wir werden schön rotieren. Gebt alles, kommt raus, atmet, geht dann wieder rein.“
Der Sieg hätte auch noch höher ausfallen können, aber die Schiedsrichter hatten ein Nachsehen mit Nürnberg. Ein Spieler musste nach drei Strafen schon im ersten Viertel aus dem Wasser, weitere Teamkollegen hatten bereits zwei Verwarnungen, doch die Pfiffe der Schiris kamen spärlicher, was man durchaus auch als gewisse Fairness gegenüber den tapferen Franken interpretieren durfte. Der Nürnberger Kapitän Jonas Fankhänel gestand: „Bis in diese Woche hatten wir tatsächlich noch den Anspruch, oben mitzuspielen. Auch wenn wir nicht das Ziel Aufstieg im Blick hatten, wollten wir uns doch weiter entwickeln. Wir haben eine junge Mannschaft, wir wollten uns auch mehr auf das Spiel gegen Vorwärts konzentrieren.“ Doch dann fielen die ersten Spieler durch Krankheit und Verletzung aus, darunter auch der erste Torhüter Matthias Reichelt. Fankhänel zur Partie beim SCN: „Angesichts der Umstände und unserer Möglichkeiten, haben wir das beste gegeben.“
Für SCN-Trainer Preuß galt: „So einen einfachen Sieg braucht unsere Mannschaft auch mal. Nächsten Sonntag kommt Nürnberg wieder im Rundenspiel der 2. Liga, dann sicher mit einer besseren Mannschaft.