Wasserball
SC Neustadt mit Lichtblicken und vielen Schwächen
Keine Kondition, keine zündenden Ideen, schlechte Abschlüsse. 10:13 (4:3, 1:2, 2:4, 3:4) verlor der SC Neustadt gegen den SSV Esslingen zum Auftakt in der neuen 2. Bundesliga. Lichtblicke im Team waren ein Neuzugang im Tor, Konstantin Wolgin, und Angreifer Artem Kamlov. In der letzten Spielminute erlaubte der Gast noch zwei Treffer von Matteo Ananias. Esslingen hängte sich nach der deutlichen Führung nicht mehr voll rein.
Es gab viel Neues im Stadionbad: große elektronische Sekunden-Anzeigen, eine High-Tech-Übertragung der Begegnung auf Youtube, mit Milos Sekulic ein neuer Trainer und drei neue Spieler. Im Tor zeigte Neuzugang Konstantin Wolgin starke Paraden, die Niederlage hätte noch höher ausfallen können. Noch nicht richtig eingespielt sind Lizer Perez und Matija Zezelj. Letzter kam erst vor ein paar Tagen in Neustadt an.
Trotz der Niederlage schwärmt der 23-jährige Serbe aus Ludwigsburg: „Ich kenne Milos schon lange, habe oft mit ihm gearbeitet, ich kenne den SCN und einige Spieler. Mir wurde der Verein sehr empfohlen.“ Der Informatikstudent sieht die Ursache für die Niederlage in der kurzen Zeit, sich einzuspielen. „Wir haben eine junge Mannschaft und einen neuen Trainer“, betont er.
Betonverteidigung mit vier Händen im Tor
Neu sind auch einige Regeln. Die kürzere Angriffszeit von 28 Sekunden, das um fünf Meter kürzere Spielfeld, das jetzt nur noch 25 Meter lang ist. Dadurch verpuffen Konter, wenn der Ball nicht schnell nach vorne gespielt wird und die Angriffstationen vor dem Esslinger Tor nicht besetzt sind. Der SCN tat sich schwer mit der Betonverteidigung der Gäste. Sie stellten oft zwei Spieler in die beiden Torecken. Feldspielern ist erlaubt, mit einer Hand den Ball zu blocken. Gegen vier Arme in dem kleinen Gehäuse fanden die SCN-Angreifer kein Mittel, zumal sie zu langsam vor dem Tor ankamen, und die Uhr tickte. Nach Ablauf der Angriffszeit wechselt der Ball zum Gegner, wenn kein Schuss erfolgt ist. Die Folge waren schlechte Abschlüsse, Pfosten, Latte oder ins Aus. Lediglich Artem Kamlov tanzte zweimal mit sekundenlangem Aufsteigen aus dem Wasser die gegnerische Abwehr aus und erzielte zwei Tore, die zum Sahnehäubchen für die Neustadter Anhänger wurden.
Merkwürdige Stille
Ansonsten, kaum Stimmung, keine Ideen, wie das Bollwerk zu knacken wäre. Merkwürdige Stille bei den Fans. SCN-Coach Sekulic: „Nach der Halbzeit haben uns Kraft und Ausdauer gefehlt. Wir haben dann viele Fehler gemacht. Eine Liga höher bedeutet sogar ein Unterschied von zwei Spielklassen. Esslingen ist seit Jahren eingespielt und in dieser Liga etabliert. Wir müssen uns konditionell verbessern.“ Zur Betonriegelvariante in der Esslinger Abwehr angesprochen, meinte er: „Man braucht dafür Geduld. Ich habe in der Pause darauf hingewiesen, wie man das lösen könnte. Aber es fehlte auch die Kondition.“
Die Vorentscheidung fiel schon kurz nach der Pause durch zwei schnelle Tore der Gäste zum 4:7. Doch dann war der SCN auf 8:10 herangekommen. Endlich gab es mal einen schnellen Spielzug und Timo van der Bosch, der in der Partie blass blieb, erzielte einen Treffer. Aber die Gäste konzentrierten sich, drei weitere Tore und das Spiel war „gegessen“.
Mit einigen Kameras
Gästetrainer Miklos Barothy gratulierte zunächst dem SCN zum Aufstieg. Für seine Mannschaft hatte er nur Lob: „Sie haben genau umgesetzt, was wir geplant haben. Wir haben nicht versucht, als Individuen zu gewinnen, sondern als Team zu bestehen. Wir haben sehr konzentriert gespielt.“
Neu auch der Eintrittspreis von fünf Euro (ermäßigt drei Euro), der der Jugendarbeit des SCN zufließen soll. Fans können sich das Spiel auch auf Youtube anschauen. Sergej Buragin, in Neustadt als Motor der Jugend-Forscht-Arbeitsgemeinschaft bekannt, stemmt künftig die Technik mit einigen Monitoren und Kameras. Am Mikrofon informierte diesmal Torwart Joona Vagts über den Spielverlauf. Für Stimmung wollten auch die jungen Cheerleader aus Hambach sorgen. Doch das Publikum ließ sich nicht pushen, weil der Funke in der Mannschaft fehlte. Jetzt gilt es, energisch zu arbeiten. Der SCN benötigt Ideen, wie er das kurze Spielfeld besser nutzt. Esslingen war ein harter Prüfstein, am nächsten Samstag folgt eine Auswärtspartie in Laatzen, eine Woche später gastiert der SCN in Krefeld.