Wasserball SC Neustadt mit holprigem Sieg im Zweitliga-Derby gegen Ludwigshafen

Wichtige Tore: Matteo Ananias vom SC Neustadt am Ball.
Wichtige Tore: Matteo Ananias vom SC Neustadt am Ball.

Der SC Neustadt rüstet sich für den Pokalhit gegen Nürnberg. Am Samstag gelang ein holpriger Sieg in der Zweiten Liga im Derby gegen Vorwärts Ludwigshafen.

Mit 20:12 (6:3, 3:2, 4:4, 7:3) revanchierte sich der SCN für den Punktverlust Anfang Dezember in Ludwigshafen. Doch man merkte vor allem in den ersten drei Vierteln, dass Timo van der Bosch (Urlaub) und Matthias Held (verletzt) nicht im Becken waren. Vorwärts hielt mit, kam auf 6:5 heran und hatte beim 11:9 noch einmal einen Zugriff auf die Partie. Im zweiten Viertel war es besonders kritisch, sechs Minuten blieb der SCN torlos, Ludwigshafen pirschte bis auf einen Treffer heran. Dann erlöste Matteo Ananias mit zwei Treffern sein Team. Der U18-Spieler machte ein starkes Spiel und erzielte fünf Tore. Aber auch Neuzugang Konstantinos Sopiadis präsentierte sich bei seiner Heimpremiere mit seinem Durchsetzungsvermögen und seiner Finesse. Er traf fünfmal. Eigentlich war es aber die Abwehr, die SCN-Trainer Thorsten Preuß am besten gefiel. Es gab zwar viele Überzahlchancen für Vorwärts, nachdem der SCN jeweils eine Hinausstellung kassiert hatte, doch die verbliebenen Spieler blockten die Schüsse. SCN-Keeper Joona Vagts war zur Stelle, falls doch mal ein Versuch durchkam. Im Angriff sah Preuß noch zu viele Fehler, sein Team habe das System nicht durchgespielt, nicht die richtigen Pässe auf den Center gespielt.

Auch das theoretische Übergewicht im großen Becken kam gegen Ludwigshafen nicht zur Geltung. Die Konter des SCN verpufften zu oft. Erst im letzten Viertel gab es einige gelungene Gegenstöße und verblüffende Treffer. So kamen die Einzelleistungen zur Geltung, wie ein schneller Konter von Lukas Schwarzkopf mit einem Solo durch das gesamte Becken zum 12:9, oder die wuchtigen Schüsse von Luis Ananias (vier Treffer). Bis zum Schlussviertel war es eine Partie der beiden Lokalrivalen auf Augenhöhe, gekämpft wurde auf beiden Seiten, dreizehn Strafen wurden gegen den SCN verhängt, Vorwärts kassierte elf Sanktionen.

Großer Kader hilft

Es zeigte sich beim SCN, wie wichtig ein großer Kader ist, um Ausfälle wie von Held oder van der Bosch mit einer starken zweiten Reihe auszugleichen. Schließlich gab es in der Partie mit Artem Kamlov und Michail Wolgin auch zwei Spieler, die nach drei Zeitstrafen draußen bleiben mussten.

Auch wenn Coach Preuß bei einem großen Kader Seelenmassage betreiben muss, wenn er für die Begegnung nur dreizehn Spieler nominieren kann und die anderen Spieler erst wieder bei einer Rotation in der nächsten Partie zum Einsatz kommen. Innerhalb der Stammformation dürfte es zudem noch Redebedarf geben, damit die Eitelkeiten und eigenen Befindlichkeiten aller Spieler dem großen Ganzen untergeordnet werden. Da hilft es wenig, auf „Einsatzzeiten“ im Wasser zu schielen, solange noch keine klaren Verhältnisse im Becken entstanden sind, die Zeichen in einer Partie noch nicht deutlich auf Sieg durch einen hohen Vorsprung gesetzt sind.

Neue Technik

Der SCN wird also noch weiter am Angriffsspiel arbeiten müssen, vor allem im Hinblick auf die Begegnungen gegen Nürnberg, den großen Konkurrenten auf den Gruppensieg.

Technisch hat der SCN bereits aufgerüstet. Der Schwimmclub sponserte zwei Kameras am Schwimmmeisterraum. Sie sind auf das große Becken gerichtet, auf Monitoren können die Schwimmmeister in ihrem Raum das Geschehen im Wasser beobachten. Und daraus soll künftig eine Liveübertragung der Wasserballspiele werden. SCN-Manager Michael Heinz: „Wir werden dann auf YouTube senden. Wir testen das jetzt, aber in der Bundesliga ist eine Liveübertragung Pflicht. Mal sehen, ob wir das auch mit einem Kommentator ausbauen können.“ Keine Bedenken hat Heinz, dass dadurch vor Ort im Stadionbad weniger Fans kommen und somit die typische Heimatmosphäre verloren gehen könnte. „Viele Spieler kommen auch von außerhalb, ihre Familien können dann von zu Hause aus gucken. Aber unsere normalen Fans kommen auf jeden Fall ins Bad.“ Besonders, wenn starke Gegner zu Gast sind.

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