Interview RHEINPFALZ Plus Artikel SC Neustadt: Manager Michael Heinz über verpasstes Saisonziel

Michael Heinz „bastelt“ längst an der Männermannschaft für die nächste Saison.
Michael Heinz »bastelt« längst an der Männermannschaft für die nächste Saison.

Die Zweitliga-Wasserballer des SC Neustadt haben ihr Saisonziel verpasst. Manager Michael Heinz kennt den Grund. Zum Saisonende steht im Neustadter Stadionbad ein Pfalzderby an.

Herr Heinz, hatten sich Ihre Erwartungen vor Beginn der Saison mit den vorsichtig formulierten Hoffnungen von Trainer Thorsten Preuß gedeckt, die Spielzeit als Meister der Zweiten Liga Süd abzuschließen und dann ins Aufstiegsturnier zur Bundesliga zu gelangen? Oder wollten Sie selbst eher kleinere Brötchen backen?
Nein, wir wollten keine kleineren Brötchen backen und hatten Meisterschaft und Aufstiegsturnier im Blick. Im Nachhinein hat es sich jedoch als Fehler herausgestellt, dieses Ziel nicht auszurufen und alle Aktivitäten diesem Ziel unterzuordnen. Im Grunde war die Hinrunde hervorragend, die Rückrunde enttäuschend.

Bedauern Sie, dass der SCN in der Spielzeit 2023/2023 als Meister der Liga Süd auf das Aufstiegsturnier zur höchsten Spielklasse verzichtet hat?
Nein, im vergangenen Jahr wäre es definitiv zu früh gewesen. Die jüngeren Spieler waren noch nicht soweit. Gleichzeitig werden die älteren Spieler nicht jünger, insofern ist es immer ein Balanceakt.

Dennoch war es ja bis zum April eine ausgesprochen gute Leistung des SCN, vor allem in den Pokalspielen gegen die Bundesligisten. Welchen Anspruch haben Sie und das Team für die kommende Saison?
Wir basteln im Moment an einem aufstiegsfähigen Kader. Wenn uns das gelingt, dann werden wir als Saisonziel den Aufstieg ausrufen.

Und wie wollen Sie das denn erreichen?
Die Mannschaft muss sich mit dem Ziel identifizieren, das Umfeld muss alle Aktivitäten darauf ausrichten. Dies würde auch bedeuten, dass bei einem Terminkonflikt mit der U18, die Erste Mannschaft Vorrang hat. Die Tiefe des Kaders werden wir auch ausbauen müssen.

Starke Spieler von außerhalb zu bekommen und langfristig zu halten, ist nicht einfach. Das zeigten die Jahre, in denen Sie selbst mit viel Einsatz erfahrene Wasserballer auch aus anderen Ländern nach Neustadt gelotst haben. Haben Sie bereits Ihre Fühler ausgestreckt?
Ja, das haben wir. Dabei wollen wir nicht in alte Zeiten verfallen, als der Anteil ausländischer Spieler 70 Prozent betrug. Aber ein bis zwei gute Spieler könnten wir gut gebrauchen. Denn deutsche Spieler verirren sich selten in Randzonen von Metropolen, was im Vergleich zu anderen Topmannschaften unser größter Nachteil ist. Nach dem Abitur haben wir in unserer Jugend immer einen großen Aderlass. Dabei ist die Infrastruktur im „kleinen gallischen Dorf des deutschen Wasserballs“ hervorragend. Denn in Bezug auf das Schwimmbad, unsere Trainer, unser familiäres Umfeld gehören wir in Deutschland zu den wenigen Topadressen, die ganz vorne mitspielen.

Termine: Saisonfinale im Stadionbad

Wasserball-Zweitligist SC Neustadt steht vor dem Saisonfinale in der Zweiten Liga Süd. Am Samstagabend gastiert um 19.30 Uhr Lokalrivale Vorwärts Ludwigshafen im Neustadter Stadionbad. Allerdings geht es in dieser Begegnung nur noch um einen guten Saisonabschluss.

Denn das Ziel, die Meisterschaft und der Aufstieg in die Erste Liga, verfehlten die Neustadter Männer nach einer Niederlage in Cannstatt. Am vergangenen Samstag gab es in Nürnberg eine weitere Niederlage. Doch gegen Ludwigshafen soll zum Abschluss noch ein Sieg her. Das Spiel in der Hinrunde bei Vorwärts hatte mit einem klaren 20:7-Erfolg für die Neustadter geendet. SCN-Manager Michael Heinz steckt bereits in den Planungen für die kommende Saison, verrät er.

U16-Team spielt ebenfalls

Am Sonntag gibt es ebenfalls Wasserball im Stadionbad zu sehen: Ebenfalls um 19.30 Uhr trifft das U16-Team in der Endrunde des Süddeutschen Wasserballverbandes auf Nürnberg. In dieser Runde sind mit dem SCN, Cannstatt, Nürnberg und München vier Teams vertreten.

Die besten drei Mannschafte erreichen die Vorrundenspiele zur deutschen Meisterschaft. Der SC Neustadt ist unabhängig vom Ausgang der restlichen Partien bereits für diese Vorrunde qualifiziert, da er in zwei Begegnungen München besiegt hat und deshalb den dritten Platz schon sicher hat.

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