Wasserball
SC Neustadt liebäugelt mit Aufstiegsrunde zur Bundesliga
Der Turniermodus innerhalb der deutschen U18-Meisterschaft wurde vom SC Neustadt falsch interpretiert. Der Nachwuchs hat nur noch Chancen auf die Platzierungsrunde.
Die Zweitliga-Spieler des SCN müssen am Samstag nach Fulda und sind dort ohne ihre Juniorenspieler am Start. Das Hinspiel gegen den Tabellendrittletzten Fulda Anfang Dezember war im Stadionbad äußerst holprig verlaufen: Der SCN hatte knapp mit 13:11 gesiegt und sich erst im Schlussdrittel durchgesetzt. Allerdings war Kapitän Matthias Held erst in den letzten Minuten zum Einsatz gekommen, weil er vorher familiäre Verpflichtungen hatte erfüllen müssen.
Vorsichtiger Blick nach vorn
SCN-Coach Thorsten Preuß erinnert sich an die zerfahrene Partie: „Fulda kämpft, ackert, arbeitet. Wir müssen die Angriffe unterbinden und unsere eigenen Chancen besser verwerten.“ Daher fordert er von Anfang an Konzentration. Er hofft, dass Tim Schwarzkopf und Xaver Schädler wieder dabei sind. Auch ein Einsatz von Senior Stefan Ehrenklau steht im Raum.
Fünf Spieltage vor Abschluss der Zweitliga-Saison blickt Preuß indes vorsichtig noch weiter nach vorne: „Unser Ziel war zunächst mindestens Rang drei. Wenn wir, in aller Demut gedacht, weiter Tabellenführer bleiben und Meister werden, dann sind wir diesmal auch am Aufstiegsturnier interessiert.“
SCN will Fühler ausstrecken
In der vergangenen Saison war der SCN zwar Meister geworden, hatte aber nach Rücksprache mit den Spielern auf das Aufstiegsturnier zur Bundesliga verzichtet. Diesmal sei es anders. Man könne nicht immer nur Zweite Liga spielen, wenn man jeweils vorne stehe. Es müsse schon das Ziel sein, die höchst mögliche Liga anzupeilen, betont Preuß. Er sagt dies unter Vorbehalt und betont: „Wir sind noch nicht am Ziel.“
Doch es gilt für den SCN ebenfalls, die Fühler auszustrecken, um sich mit weiteren Spielern zu verstärken. Preuß: „Unsere Spielerdecke ist noch zu dünn. Gerade wenn es in der Bundesliga weite Anreisen gibt, wird nicht jeder der momentanen Akteure mitfahren können. Dazu kommen gerade beim Nachwuchs noch schulische Termine. Wir brauchen ein, zwei ,fertige’ Spieler, wie wir sie jetzt schon mit Timo van der Bosch und Matthias Held haben.“
Gastgeber Duisburg im Vorteil
Für die U18-Wasserballer des SCN steht am Wochenende das Relegationsturnier in Duisburg im Terminkalender. Dabei hat Gastgeber Duisburg die Vorteile im Heimturnier schon im Terminplan auf seiner Seite. Um den Spielplan zu entzerren, spielen die beiden Westvereine bereits am Freitag. Es geht um den Einzug in die Platzierungsrunde für die Plätze fünf bis acht. Duisburg bestreitet bereits am Freitagabend die Partie gegen Bochum, hat dann am Samstag nur ein Spiel gegen Hildesheim auszutragen. Der SCN dagegen spielt am Samstag zunächst um 12 Uhr gegen Bochum, um 18 Uhr folgt die Begegnung gegen Hildesheim, am Sonntag dann um 10.30 Uhr das Duell mit Gastgeber Duisburg.
Der SCN bekleckerte sich in der Vorrunde sowohl gegen Duisburg als auch gegen Bochum nicht mit Ruhm und kassierte vier Niederlagen. Hildesheim dagegen verlor in der Zwischenrunde beide Partien gegen Neustadt.
Versäumnis zum Saisonbeginn
Zeitgleich gibt es ein weiteres Turnier in Krefeld. Dort kommen die beiden Ersten weiter in die Endrunde. Anders, als sich Junioren-Trainer Peter Jacqué noch zum Saisonbeginn im Herbst ausgerechnet hatte, besteht für den SCN allerdings keine Chance mehr auf die Finalrunde. Das Team startete glück- und erfolglos in der B-Gruppe und belegte nur den letzten Platz. Zwar setzte sich der SCN in der Zwischenrunde der C-Gruppe erfolgreich durch, doch hatte er schon durch das schlechte Abschneiden in der Vorrunde alle Karten für eine eventuelle Teilnahme am Bundesliga-Finalturnier verspielt.
Trainer Jacqué: „Wir haben das zum Saisonbeginn nicht realisiert, wie sich die Relegationsturniere zusammensetzen. Das war unser Versäumnis.“ Doch er hadert nicht mit dem Schicksal, war doch von Beginn an klar, dass es mit dem jungen Kader schwer werden wird, sich in der U18 durchzusetzen. Jacqué: „Wir haben etliche Spieler des Jahrgangs 2007. Diese sind dann in der nächsten Saison noch in der U18 spielberechtigt. Das gibt Potenzial für die nächste Saison.“ Zum Relegationsturnier kann der SCN-Coach mit dem stärksten Team anreisen. Auch wenn er Bochum und Duisburg in der Favoritenrolle sieht, nachdem sie im Herbst jeweils Siege gegen den SCN geholt hatten, betont er: „Jede Partie muss zuerst gespielt werden.“