Wasserball
SC Neustadt im Topspiel gegen SV Krefeld
Am Samstag steigt im Stadionbad das Topspiel in der 2. Wasserball-Bundesliga. Um 18 Uhr gastiert der SV Krefeld beim SC Neustadt. Kann sich der für die unglückliche 13:16-Auswärtsniederlage Anfang November revanchieren? Im dritten Spiel der damals noch jungen Saison hielt Aufsteiger SCN gut mit, musste einige Zeitstrafen verdauen und zeigte dennoch eine starke Leistung.
Die Ausgangslage für die Platzierung in der Liga ist allerdings noch etwas schief. Krefeld hat zwei Spiele weniger absolviert als Neustadt und weist 18 Punkte vor, die Westdeutschen liegen damit auf Rang zwei. Der SCN hat bereits neun Partien gespielt und bislang 17 Punkte gehamstert. Damit ist es vorerst Rang drei. Auf Platz vier folgt Uerdingen mit acht Begegnungen und 14 Punkten. Ein Sieg gegen Krefeld im heimischen Gewässer würde den SCN damit weiter in der ersten Hälfte des Tableaus etablieren. Für den weiteren Saisonverlauf nach den Hin- und Rückspielen der Runde sind die Platzierungen wichtig als Ausgangspunkt für die Viertelfinalbegegnungen innerhalb der 2. Liga. Einen unmittelbaren Einfluss auf den weiteren Saisonverlauf haben die Vor- und Rückspiele indes nicht. Nach der Runde kommt es zu K.-o.-Spielen und die Karten werden neu gemischt. Im Grunde ist daher die aktuelle Situation nur ein Vorgeplänkel, Schaulaufen und Selbstvertrauen tanken.
Zweimal von Grünstadt nach Neustadt
SCN-Kapitän Matthias Held ist inzwischen der Dinosaurier in der Mannschaft. Der 41-Jährige profitiert von seiner Erfahrung, er hat auch schon in der höchsten Spielklasse für den SCN gekämpft. Zweimal wöchentlich fährt er von Grünstadt nach Neustadt ins Hallenbad. Zusätzlich geht er joggen oder schwimmt im Grünstadter Bad. Gleichzeitig warten zu Hause gleich drei Frauen auf ihn, Ehefrau Sarah und die sechs Jahre alten Zwillingstöchter. „Sie gehen in der Regel ziemlich früh schlafen, wir haben unsere Rituale und sie sind meist um 19 Uhr im Bett. Aber meine Familie hält mir für Wasserball den Rücken frei. Sie wissen, wie wichtig der Sport für mich als Ausgleich ist“, verrät er.
Als Marketing-Leiter bei der AOK kann er flexibel arbeiten und dann auch mal früher Schluss machen. Bei seiner Arbeit und in der Familie zehrt er von den Eigenschaften des Leistungssportlers. „Disziplin, Zeitmanagement, das braucht man dann“, betont er. So steht er auch einen Spielemarathon daheim mit seinen Töchtern durch. Reisen und Schwimmbad mit der Familie sind die Schwerpunkte neben Wasserball.
„Abschluss verstärken“
Held war mit der Teamleistung im Heimspiel am Samstag gegen Laatzen nicht zufrieden. Beim 12:8-Sieg gegen Schlusslicht Laatzen nutzte der SCN vor allem seine Überzahlspiele nicht und zeigte in der ersten Hälfte eine miese Torausbeute. „Wir müssen uns steigern, unseren Abschluss verstärken, wir müssen 100 Prozent geben“, fordert der SCN-Spielführer.
SCN-Coach Milos Sekulic versucht, den Druck vom Team zu nehmen. „Krefeld ist Favorit. Die Westdeutschen sind eine sehr erfahrene Bundesliga-Mannschaft. Es ist gut, dass wir deshalb nur die Außenseiterrolle haben. Unsere Spieler sollen mit freiem Kopf in die Partie geben“, betont Sekulic.
Drei Center?
Er hat einige Überraschungen angekündigt. So wolle er vielleicht sogar gleich drei Center ins Wasser bringen oder Torwart Konstantin Wolgin solle als weiterer Center-Verteidiger agieren. „Ich habe da einige taktische Varianten im Kopf“, so Sekulic. Er leitet das Training am Mittwoch und Freitag, am Dienstag und Donnerstag steht Peter Jacqué am Beckenrand. „Peter ist ein sehr erfahrener Trainer. Wir sprechen das gezielt ab. Allerdings gibt es dienstags und donnerstags überwiegend Schwimmtraining, da wir nicht so viel Platz im Becken haben“, erzählt Sekulic. Der ehemalige Bundestrainer ist seit Oktober für die erste SCN-Mannschaft verantwortlich. Mittlerweile lässt er sich auch im Gespräch mit der Presse einige Informationen entlocken. So sagt er abschließend: „Wir sind gegen Krefeld nicht chancenlos.“