Wasserball RHEINPFALZ Plus Artikel SC Neustadt im Pokal-Achtelfinale gefordert

Szene aus dem Ligaduell mit Esslingen: Artem Kamlov (SCN) holt aus zum Wurf, bedrängt von  Kristof Keresztes.
Szene aus dem Ligaduell mit Esslingen: Artem Kamlov (SCN) holt aus zum Wurf, bedrängt von Kristof Keresztes.

Esslingen kommt mit Beton-Abwehr. Neustadt setzt auf Umschalten und Mut. Nach Achtungserfolgen soll die Revanche gelingen. Anpfiff später als üblich: 20 Uhr.

Am Samstag um 20 Uhr sind die Fans des SC Neustadt zur Unterstützung im Stadionbad gefordert. Im Achtelfinale des Deutschen Wasserball-Pokals trifft das SCN-Team auf den SSV Esslingen. Beide Klubs spielen in der 2. Bundesliga. Esslingen ist ein in der ehemaligen B-Bundesliga etablierter Verein, der SCN als Aufsteiger aus der 2. Liga Süd noch immer in der Rolle des Außenseiters.

Ausgerechnet Esslingen war der Gegner im ersten Liga-Spiel im Oktober. Es gab eine knappe 10:13-Niederlage für Gastgeber Neustadt. Die Niederlage hätte noch höher ausfallen können, doch die Gäste ließen im letzten Viertel noch einige Treffer des SCN zu. Was bei der ersten Partie auffällig war, war die Taktik der Esslinger. Sie „betonierten“ ihr Gehäuse regelrecht zu, indem sie bei vielen Neustadter Angriffen zwei Verteidiger zusätzlich ins rechte und linke Toreck platzierten. Das verwirrte die Neustadter Schützen, sie waren wegen der knappen Angriffszeit von 28 Sekunden in Zugzwang und ballerten daher entweder in die Abwehr oder über das Tor.

Gegner stimmt sich ein

Inzwischen ist Aufsteiger Neustadt mit Achtungserfolgen in der 2. Bundesliga angekommen. Es gab eine 14:17-Niederlage vor einer Woche beim Tabellenführer Uerdingen, gegen Plauen siegte der SCN nach Fünfmeterschießen im Stadionbad mit 19:18, in Krefeld gab es ebenfalls nur eine knappe Niederlage. Dies zur momentanen Einordnung. Spannend dazu der Vergleich im bisherigen Saisonverlauf zu Esslingen. Das Team verlor am vergangenen Samstag in Plauen deutlich mit 10:20. Für die verlorene Partie und für das kommende Pokalspiel versucht sich Esslingen auf seiner Facebook-Seite mit Allgemein-Plätzen warm zu reden. So heißt es dort: „Für unsere Mannschaft heißt es nun, die Begegnung sauber aufzuarbeiten, Schwachstellen zu analysieren und die richtigen Schlüsse für die kommenden Aufgaben zu ziehen.“

Und in der Einstimmung auf die kommende Pokalpartie gegen den SCN ist zu lesen: „Nach dem intensiven Duell im Ligabetrieb kennen wir die Atmosphäre, die Halle und den Gegner nur zu gut. Jetzt heißt es: Erfahrungen nutzen, Stärken ausspielen und mit voller Entschlossenheit in dieses K.o.-Spiel gehen. Unser Team ist fokussiert, motiviert und bereit, für den Einzug in die nächste Runde alles ins Wasser zu werfen. Ob Defensive, Taktik oder Teamgeist – wir wollen zeigen, was in uns steckt.“ Das sieht ganz danach aus, als würde sich Esslingen vielleicht wieder auf die Defensive konzentrieren.

Gutes Verhältnis zu Esslingen

SCN-Trainer Milos Sekulic lässt sich daher wie immer vor einer Begegnung nicht in die Karten schauen. Er sagt nur: „Wir passen uns an. Und wir beschäftigen uns mit uns selbst, welche individuellen Aufgaben wir haben.“ Zu Esslingen hat Sekulic eine besondere Beziehung, dort ist sein Wohnort, seine Tochter hütet das Tor der Frauenmannschaft. „Ich bin dort auch Mitglied und habe ein sehr freundschaftliches Verhältnis zu dem Verein. Aber wenn wir am Beckenrand stehen und gegeneinander spielen, dann „kennen“ wir uns nicht. Da zählt nicht das private Verhältnis“, verrät er. Sekulic erwartet, dass er seine beste Formation aufbieten kann. So ein Achtelfinale sei eine besondere Partie, da wolle jeder mitmachen, selbst wenn er etwas angeschlagen sei, betont er.

SCN-Co-Trainer Peter Jacqué, 78-jähriger Wasserball-Fuchs, schmunzelt. Er ist als charmanter Plauderer bekannt, der auch als Coach immer Farbe bekennt. Doch auch er will die Karten nicht auf den Tisch legen. „Das Team brennt auf das Spiel, will die Niederlage zum Auftakt auswetzen. Da sind jetzt Emotionen drin“, sagt Jacqué. Er erwartet ein knappes Ergebnis, aber er hofft, dass der SCN zunächst gut ins Spiel hinein kommt. Es sei auch abhängig von der Tagesform. Das Team müsse schnell von Abwehr auf Angriff umschalten, das jetzt kürzere Spielfeld, das sei dieser Saison nur noch 25 Meter Länge hat, schnell durchqueren, um die kompakte Abwehr zu überwinden, so Jacqué. Dazu braucht der SCN auch die Unterstützung der Fans. Anders als bei den Liga-Spielen gibt es keine Liveübertragung in Youtube. Also sollten die Anhänger direkt im Stadionbad für Pokalstimmung sorgen. Auch dann, weil die Ansetzung der Partie von dem herkömmlichen 18 Uhr-Start abweicht. Weil vorher noch ein Spiel der U16 schon lange vor dem Pokalkampf terminiert wurde, wird das Achtelfinale erst um 20 Uhr angepfiffen.

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