Neustadt Sanierung auf nächstes Jahr verschoben
Mit der Sanierung der Brücke über die Eisenbahnlinie in der Niederkirchener Straße in Deidesheim wird nun voraussichtlich erst im Februar nächsten Jahres begonnen. Dabei ist die Planung dafür bereits seit Oktober 2015 fertiggestellt.
Nina Lill, für Bauangelegenheiten zuständige Fachbereichsleiterin bei der Verbandsgemeinde Deidesheim, hat dem Stadtrat kürzlich über die Schwierigkeiten berichtet, sich mit der Deutschen Bahn auf einen Termin für die notwendigen Arbeiten zu einigen. Um den Oberbau der Brücke abzureißen, müsse die Bahnstrecke zwischen Neustadt und Bad Dürkheim für ein komplettes Wochenende gesperrt werden. Statt Zügen führen dann Ersatzbusse. Der Bau der neuen Brücke könne dann in längeren Zugpausen nachts und auch am Tag ausgeführt werden. Die Bahn verlange aber, um die Bauarbeiten und die Sperrung zu koordinieren, eine Vorlaufzeit von 31 Kalenderwochen, informierte Lill. Der Ingenieur, der als beauftragter Sachverständiger die Sanierung mit der Bahn abstimmt, habe die Sanierung im Oktober anmelden wollen. Dies sei aber zunächst abgeblockt worden, weil die Bahn zu dem Zeitpunkt noch eigene Maßnahmen für den Streckenabschnitt geplant habe. Beim nächsten Vorstoß im Januar sei dem Ingenieurbüro mitgeteilt worden, dass die Bahn im August 2016 eine eigene Maßnahme am Bahnhof Bad Dürkheim plane und dann keine Sperrung für den Abriss möglich sei. Das bedeute im Übrigen, dass zumindest aus Richtung Bad Dürkheim keine Züge zur Deidesheimer Weinkerwe fahren könnten, sagte Lill. Da auch keine Sperrungen während des Dürkheimer Wurstmarktes (im September) und des Neustadter Weinlesefestes (Anfang Oktober) möglich seien, würde sich der Begin der Brückensanierung auf Ende Oktober verschieben. Dann sei aber zu befürchten, das wegen der Witterung im Winter der Neubau nicht rechtzeitig umgesetzt werden könne, und die Baustelle mit zusätzlichen Kosten bis ins Frühjahr gesichert werden müsse. Auch die Tatsache, dass an der Brücke lose Bauteile festgestellt worden seien, habe sich nicht als so gravierend herausgestellt, dass sie die Sanierung der Brücke beschleunigt hätten, berichtete die Fachbereichsleiterin. Jetzt sehe der Zeitplan so aus, dass in der Nacht zum 27. auf 28. Mai kleinere Arbeiten zur Sicherung vorgesehen seien und die Sanierung erst im Februar beginne. Die Brückensanierung und die Sanierung der Mauer im Schlossgraben sind eigentlich für dieses Jahr als Hauptinvestitionen der Stadt vorgesehen gewesen. Die Brücke ist schon lange in schlechtem Zustand und der Straßenverkehr auf ihr stark eingeschränkt. Schon im Jahr 2006 hatte ein Statiker die Zustandsnote 3,4 vergeben: Das ist nicht mehr weit von der Note Vier entfernt, die „nicht mehr standsicher“ bedeutet. Das Planungsbüro, das nach einer Hauptprüfung befragt wurde, hat den Vorschlag gemacht, den Oberbau der Brücke komplett zu erneuern. Der Oberbau aus Stahlbeton soll also abgebaut und ein Neubau aufgesetzt werden. Die Kosten bleiben an der Stadt Deidesheim hängen, die die Brücke im Jahr 2003 übernommen hatte. Lastwagen dürfen auf der Brücke nicht fahren. Außerdem ist die Geschwindigkeit beschränkt. Bereits im Jahr 2008 wurde die Fahrbahn mit Leitschwellen und Reflektorelementen eingeengt, um Begegnungsverkehr unmöglich zu machen. (ff)