Neustadt Rosa-rote Aussichten
Zurzeit steht das Telefon im Maikammerer Büro für Tourismus nicht still. „Blühen sie schon, die Mandeln?“: Diese Frage hören die Mitarbeiter den ganzen Tag. Um an dieser Stelle keine Fragen unbeantwortet zu lassen: Ja, sie blühen schon. Aber erst vereinzelt. Und wie schnell der erste rosa Blütenhauch in ein großflächiges Blütenmeer übergeht, ist schwer zu sagen. „Das hängt vom Wetter ab“, sagt Maria Bergold, Leiterin des Büros. Aktuelle Informationen zur rosa Blüte sind auch in den sozialen Medien zu finden, wodurch wiederum im Tourismusbüro die Anzahl der Anrufe rasant in die Höhe schnellen kann. „Kaum wird eine Blüte gepostet, merken wir das hier“, so Bergold. Die Mandelblüte in der Pfalz wird immer mehr zu einem regelrechten Hype, jeder will die frühen Frühlingsboten genießen. Pfalzweit wird mittlerweile einheitlich dafür Werbung gemacht, die Liste der Veranstaltungen ist lang. Allen voran das Gimmeldinger Mandelblütenfest und „Rosa Leuchten“, die rosa-farbene Beleuchtung markanter Gebäude entlang der Weinstraße. Die Folge: Der Frühling hat für den Tourismus stark an Bedeutung gewonnen. „Das reicht bei uns an die Nachfrage im Herbst heran“, sagt Bergold. Besonders, was den Tagestourismus angehe. Die „rosa-roten“ geführten Spaziergänge seien stark nachgefragt, teilweise schon ausgebucht. Die Gäste kämen aus einem Umkreis von 60 bis 120 Kilometern. Auch die Anzahl der Übernachtungsgäste sei in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Meistens buchten die Besucher jedoch relativ kurzfristig. „Die Leute wollen sicher sein, dass sie schönes Wetter haben.“ Auch in der Verbandsgemeinde Deidesheim ist die Bedeutung des Frühlings aus touristischer Sicht erheblich gestiegen. „Uns geht es darum, die Saison zu verlängern“, sagt Stefan Wemhoener, Geschäftsführer der Tourist Service GmbH Deidesheim. In Deidesheim werde aber sehr bewusst eine „sanfte“ Variante des Frühlingstourismus angestrebt. „In Einklang mit Natur und Bevölkerung“, wie Wemhoener es beschreibt. Es sei für den Ort wichtig, dass auf den langen, stark frequentierten Weihnachtsmarkt erst einmal eine längere Pause folge. Deshalb stehe eine Großveranstaltung, wie etwa in Gimmeldingen, nicht zur Diskussion. „Wir bewerben das mit und profitieren auch davon“, erklärte Wemhoener. Die Buchungslage bezeichnete er als gut. Doch Hotels und Gastgeber hätten in der Regel noch freie Kapazitäten. Info Informationen über den Stand der Blüte und alle Veranstaltungen auf einen Blick unter: www.mandelbluete-pfalz.de/de/mandelwochen/