Neustadt
Realschulen verabschieden den Corona-Jahrgang
Für die Absolventen der Realschulen plus wurde in den vergangenen Wochen der Schulalltag auf den Kopf gestellt. Nachdem seit Mitte März die Schulen wegen der Corona-Pandemie geschlossen waren, folgte neben Homeschooling auch Präsenzunterricht ab Mai. Je nach Schülerzahl wurden die Klassen aufgeteilt und im wöchentlichen Wechsel unterrichtet. Ein Abschlussausflug oder das gemeinsame Vorbereiten der Abschlussfeiern mit Liedern, Sketchen und Spielen war diesmal nicht möglich.
Klappmeter zum Abschied
Zwölf Schüler mit dem Abschluss der Berufsreife und 46 Schüler mit der Mittleren Reife wurden am Donnerstag von der Gebrüder-Ullrich-Realschule plus Maikammer-Hambach in der Aula verabschiedet.
„Leider konnten die Eltern nicht teilnehmen. Die Lehrer hatten kleine Abschiedsvideos abgespielt. Wir versuchten dabei, einen möglichst feierlichen Rahmen zu schaffen“, informierte Rektor Gunter Grünenthal. Ein Livestream etwa für die Angehörigen sei indes nicht möglich gewesen, denn auch die Zeugnisübergabe gelte als Unterricht und dürfe daher nicht öffentlich gestreamt werden. Vom Förderverein der Realschule plus erhielten die Schüler traditionsgemäß ein besonderes Erinnerungsgeschenk. Die Schule trägt bekanntlich den Namen des Erfinders des Klappmeters und so gab es einen kleinen Klappmeter.
Der Preis des Bildungsministeriums ging an Kenia Scharschmidt. Das beste Zeugnis bekam Jan Vogel überreicht. Für seine Leistungen in Englisch wurde Yannik Eisenbarth ausgezeichnet.
Kreis im Schulgarten
Bei der Realschule plus am Speyerbach in Lambrecht wurden am Freitag im Schulgarten 24 Schüler mit dem Zeugnis der Berufsreife verabschiedet. 42 Schüler verlassen die Schule mit dem Abschluss der Mittleren Reife, also dem Sekundarabschluss I. Von diesen Absolventen geht es für 25 Jugendliche in eine Ausbildung, acht wechseln an die Berufsbildende Schule oder an eine Integrierte Gesamtschule. Sie haben das Ziel, drei weitere Jahre zu büffeln und damit das Abitur zu machen. Vier Schüler entschieden sich für einen Freiwilligendienst.
Schulleiterin Tanja Walter bedauert, dass wegen der Corana-Krise keine gemeinsame Feier mit den Familien möglich war. „Unsere Gesundheit hat den höchsten Stellenwert. Wir können das Risiko einer Infektionswelle, die von der Schule ausgelöst werden könnte, nicht eingehen.“ Deshalb wurden die Zeugnisse im kleinen Kreis im Schulgarten übergeben. Eine persönliche Gratulation war nicht drin. Walter: „Wir legten jedes Zeugnis auf einen dekorierten Tisch, nickten uns zu und ich warf den Schülern eine liebevolle Kusshand zu.“
Geehrt wurden für den besten Notenschnitt in der Sekundarstufe I Olivia Ruschmaritsch, Lisa Wendt und Nina Lorenz, für das beste Berufsreife-Zeugnis Aleksej Brandt. Weitere Auszeichnungen – Preis des Fördervereins: Jacqueline Schuster; Preis Physik: Jacqueline Schuster; Preis des Bildungsministeriums: Lisa Wendt und Nina Lorenz.
Durch Tests verbessert
In der Georg-von-Neumayer-Realschule plus in Neustadt wurden am Freitag 47 Abschlüsse der Berufsreife sowie 49 Zeugnisse der Mittleren Reife überreicht. Sechs Berufsreife-Absolventen bleiben an der Realschule und gehen dort in die zehnte Klasse, acht starten eine Lehre, die restlichen Schüler besuchen die Berufsbildende Schule. 41 Schüler mit der mittleren Reife setzen ihre Schullaufbahn fort und besuchen weiterführende Schulen. Acht Jugendliche starten eine Ausbildung.
Für die Schüler war der Freitag der erste Tag, an dem sie seit dem 13. März als Klassenverband wieder zusammen kamen. Schulleiterin Eva Hammann: „Natürlich mit den entsprechend geforderten Abstandsregeln.“ Überreicht wurden die Zeugnisse und Ehrungen deshalb mit Maske. Seit Beginn der Schulöffnung waren die 9. und 10. Klassen im wöchentlichen Wechsel jeweils mit der Hälfte der Klasse im Präsenzunterricht anwesend. Hammann: „Klassenarbeiten und Tests wurden geschrieben, damit die Schüler ihre Noten verbessern konnten. Gegenüber dem Halbjahreszeugnis waren durchaus Steigerungen zu verzeichnen.“
Geehrt wurden – Bestes Zeugnis 9. Klassen: Jennifer Storzum, Maksim Krachkov; bestes Zeugnis 10. Klassen: Jamila Schwab, Ly Anh Nguyen, Celine Hoffmann, Urim Sejdiu; Preis des Bildungsministeriums: Virginia Leanne Vroegen; Musik: Madleen Eichholz; Informatik: Oliver Kühl; Wirtschaft und Verwaltung: Ly Anh Nguyen; Naturwissenschaften: Ly Anh Nguyen, Julia Feiler, Dafina Junuzi; Französisch: Daniel Eckhard; Physik: Daniel Eckhard; Sonderpreis für vorbildliche schulische Entwicklung: Ragul Thavirajan; Sonderpreis für gelungene Integration: Urim Sejdiu; Europäischer Computer-Führerschein: Ternkund Bunsit, Oliver Kühl, Anton Leidner, Miguel Mettbach und Marcel Schareika.
Stehtische und Rosen
Von der Siebenpfeiffer-Realschule plus in Haßloch wurden 44 Schüler mit dem Abschluss der Fachhochschulreife entlassen. Den Berufsreifeabschluss erwarben 44 Jugendliche. 114 Absolventen erhielten das Zeugnis der „Mittleren Reife“.
„Wir verabschiedeten die Schüler zeitlich versetzt jeweils im Klassenverband in unserem Mehrzweckraum“, informierte Schulleiterin Monica Hübner. Dabei gab es eine kleine „Stehtisch-Party“ zur Entgegennahme des Zeugnisses. Auf einem Tisch wurden sämtliche Zeugnisse der Klasse und eine Vase mit Rosen platziert, auf einem zweiten Tisch, mit Rosen verschönert, legte jeder Klassenlehrer dem jeweiligen Schüler das Zeugnis und eine Abschiedsrose auf die Tischplatte.
Geehrt wurden – Preis des Bildungsministeriums: Rebecca Schmidt; Jahrgangsbeste 10. Klasse: Rebecca Schmidt; Jahrgangsbester 9. Klasse: Nicolas-Elias Bruch; Klassenbeste 10 a: Rebecca Schmidt; 10 b: Fynn Becker; 10 c: Ruben Lind; 10 d: Felix Borkenhagen; 9.1: Dominik Wehrmeister; 9.2: Nicolas-Elias Bruch; Mitwirkung in Arbeitsgemeinschaften – Chor: Isabell Koch; Licht/Tontechnik: Aron Kästel, Angelina-Emely Gruß, Tom Glaser, Felix Borkenhagen, Alexandra Gasior; Fachoberschule – Preis des Bildungsministeriums: Johanna Christ; Jahrgangsbeste: Zoe Kien, Antonia Gnädig, Johanna Christ.
Einwurf: Kreativität trotz Corona
Jetzt gab es zumindest eine Zeugnisübergabe im Klassenverband bei den Realschulen plus. Bei den Abiturienten sah das Ende März noch anders aus. Deren Zeugnisse wurden unpersönlich mit der Post verschickt.
Den jetzigen Absolventen fehlt jetzt zwar das Erlebnis der gemeinsamen „großen“, selbstgestalteten Abschlussfeier, aber dafür haben sie ihre letzten Schulwochen zumindest teilweise zusammen erlebt. Vielleicht gab es in diesen Stunden doch noch bemerkenswerte Erlebnisse und schöne Erinnerungen an den ungewöhnlichen Schulabschluss. Bei der Zeugnisübergabe zeigten die Lehrer große Kreativität unter erschwerten Bedingungen. Bleibt zu hoffen, dass es im folgenden Jahr für alle Schulen wieder normalen Unterricht und dann auch normale Abschlussfeiern geben darf.