Neustadt
Realschule plus: Kommt die Abrissbirne?
Die Zeit drängt an der Georg-von-Neumayer-Realschule plus in Neustadt. Denn in rund zweieinhalb Jahren läuft der Brandschutz des 1973 errichteten Gebäudes aus. Doch wie soll es damit weitergehen? Es gibt drei Varianten.
Variante eins
Die erste ist eine Sanierung. Vergangenen November waren Gesamtkosten von über 26,2 Millionen Euro im Gespräch. Um den Brandschutz sicherzustellen, müsste das Gebäude voll entkernt werden. Die Unterrichtszeit müssten die Schüler dann in Containern verbringen, wie Dagmar Wolf-Matzenbacher, Leiterin des städtischen Gebäudemanagements, am Donnerstag dem Schulträgerausschuss mitteilte.
Auch in Sachen Barrierefreiheit besteht Handlungsbedarf, denn die Aufzüge sind versetzt angelegt. Aktuell ist die Schule vierzügig belegt. Doch die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) genehmigt nur dreieinhalb Züge für 360 Schüler. Räumlich betrachtet sind das inklusive aller Nebenräume eine Nutzfläche von lediglich 5500 Quadratmetern. Die Schule mit ihren 14.900 Quadratmeter Fläche ist jedoch schon jetzt viel zu groß in Hinblick auf die Anzahl der Schüler. Und weil sie nicht so viel Platz benötigt, müssten Möglichkeiten gefunden werden, wie die übrige Fläche genutzt werden kann. Zuletzt wurden freie Räume vom Kurfürst-Ruprecht-Gymnasium belegt. „Wir haben auch viele innen liegende Räume, die wegen der Belüftung nicht nutzbar sind. Erst recht nicht während Corona“, sagte Wolf-Matzenbacher.
Variante zwei
Die zweite Möglichkeit ist ein Teilabriss: Der südliche Trakt und die Pausenhalle werden abgerissen, der nördliche zum Speyerbach hin bleibt bestehen. Auch hier müssten die Schüler zeitweise in Containern unterrichtet werden. „Wobei fraglich ist, wie es sich mit Lautstärke verhält während der Bauarbeiten“, sagte Wolf-Matzenbacher.
Variante drei
Variante drei ist ein kompletter Abriss mit anschließendem Neubau nordöstlich des jetzigen Gebäudes, zur Landwehrstraße und zum Speyerbach hin. Die Schüler könnten im Altbau bleiben während der Arbeiten. Nach dem Umzug wird er abgerissen. Der neue Schulhof befindet sich dann zwischen dem Neubau und der Turnhalle. Laut Gebäudemanagement ist beim Neubau mit geringeren Bewirtschaftungskosten zu rechnen. „Zudem könnte man die Räume nach dem tatsächlichen Bedarf planen“, so Wolf-Matzenbacher. Und die Bauzeit sei kürzer als bei einer Sanierung und sorge somit für weniger Beeinträchtigungen im Schulbetrieb.
Bei einem Neubau müssten jedoch Zuschüsse, die die Stadt für den Brandschutz im Altbau bekommen hat, wieder zurückgezahlt werden. Von den rund 1,5 Millionen Euro hat das Land etwas mehr als die Hälfte übernommen.
Die Fachmeinung
Wolf-Matzenbacher sprach sich erneut klar für die Variante Abriss und Neubau aus, weil diese am wirtschaftlichsten sei. Und ließ durchblicken, dass die ADD und die Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Süd signalisiert hätten, einen Neubau mitzutragen. Zwar nannte Wolf-Matzenbacher keine konkreten Zahlen für die drei Varianten. Doch verdeutlichte sie, dass eine Sanierung Stadt und Land am teuersten käme. Und eine Teilsanierung sei immer noch teurer als ein Neubau. Das hätten Berechnungen nach den Wirtschaftlichkeitskriterien der ADD ergeben. „Wir müssen noch ein bisschen was nacharbeiten“, sagte sie bezüglich der Pläne. Der Schulträgerausschuss soll in seiner nächsten Sitzung über die favorisierte Variante entscheiden – als Empfehlung für den Stadtrat.