Neustadt RHEINPFALZ Plus Artikel Projekt Milchhaisel: Wie das Dorfzentrum in Duttweiler aufgewertet werden soll

Ortsvorsteher Kay Lützel (links) und Alexander Hoffmann am Milchhaisel. Das Gebäude grenzt an den Dorfplatz an.
Ortsvorsteher Kay Lützel (links) und Alexander Hoffmann am Milchhaisel. Das Gebäude grenzt an den Dorfplatz an.

Rund 1000 Menschen leben in Duttweiler und pflegen eine gute Dorfgemeinschaft. Gemeinsam soll nun ein neues Projekt gestemmt werden: der Umbau des Milchhaisels am Dorfplatz.

Nur die älteren Bürger von Duttweiler wissen noch, was es mit dem leerstehenden Gebäude am Dorfplatz auf sich hat. Es war früher die Milchzentrale, wohin Landwirte aus der Region Milch brachten. Danach gab es jahrelang eine Sparkassenfiliale. Doch inzwischen ist dort seit langer Zeit nichts mehr. Ein Problem in vielen Dorfzentren. Doch im Neustadter Weindorf will man das nicht einfach hinnehmen. Denn die Bürger sind stolz auf den angrenzenden Dorfplatz, wo sich viele über Sommer gerne mal treffen. Vor allem auch der neu gestaltete Spielplatz, der sich an den Dorfplatz anschließt, wird sehr gerne genutzt.

Ein Problem dabei: Wer sich dort trifft, Durst bekommt oder mal auf die Toilette muss, hat Pech. Denn eine entsprechende Infrastruktur gibt’s im Ortskern nicht. Noch nicht, sagen Ortsvorsteher Kay Lützel und Alexander Hoffmann, der neue Vorsitzende des Fördervereins Duttweiler Cuvée. Beide setzen sich daher fürs Projekt Milchhaisel ein. Dieser Name hat sich vor wenigen Tagen bei einer Bürgerversammlung herauskristallisiert. 40 Interessierte waren gekommen, um gemeinsam zu überlegen, was aus der früheren Milchzentrale werden soll und wie dann das Milchhaisel mit Leben gefüllt werden kann. „Milchhaisel ist ein guter Name, mit Pfälzer Einschlag“, freut sich Hoffmann über Interesse und Unterstützung im Ort.

Ideensammlung bis April

Dass die Dorfgemeinschaft tätig werden kann, ist auch den Bemühungen von Ortsvorsteher Lützel zu verdanken. Er hat den Eigentümer des Gebäudes angesprochen und Möglichkeiten ausgelotet. Der Prozess hat sich über Jahre hingezogen. Jetzt gibt es eine Einigung, freut sich Lützel. Die Stadt stellt dem Besitzer des Anwesens Lagerflächen zur Verfügung, und im Zuge eines Ringtauschs darf Duttweiler die Milchzentrale nutzen. Offiziell soll alles 2026 beurkundet werden, aber die Duttweilerer können jetzt schon loslegen.

Mit der Bürgerversammlung vor wenigen Tagen hat eine Ideenfindungsphase begonnen. „Es gab viele konkrete Ideen von Mehrgenerationenhaus mit Angeboten für Jung und Alt über einen Jugendtreff bis hin zu einem Skat-Club“, zählt Lützel auf. Ebenfalls eine Option: eine Vinothek mit Ausschank, sagt Hoffmann. Zugleich betont er: Sollte dies realisiert werden, „gibt es auf keinen Fall eine Konkurrenz zu den Festen und Straußwirtschaften sowie zum Schwimmbadkiosk im Ort, wir wollen dort ein ergänzendes Angebot für Duttweiler schaffen“. Es seien ohnehin noch viele Detailfragen zu klären. Aber die Idee sei dadurch entstanden, dass immer mal wieder Radgruppen durch Duttweiler kommen und dort eine Möglichkeit vermissen, um schnell etwas zu trinken und mal aufs Klo zu gehen. Hinzu kommen die einheimischen Besucher von Dorfplatz und Spielplatz, die Interesse an einem Angebot haben.

Ein Blick ins Gebäude

Hoffmann und Lützel sind froh über die ersten Ideen und Vorschläge. Bei einer weiteren Versammlung am 14. April um 19 Uhr im Dorfgemeinschaftshaus soll alles präsentiert und weiter ausgearbeitet werden. Zu klären sind noch viele Punkte: Nutzungskonzept, bauliche Maßnahmen, Betriebskonzept. Und auch die Finanzierung ist zu regeln. Hoffmann sagt, dass man eine Spendenaktion starten werde. Fördermöglichkeiten würden ebenfalls geprüft. Bis dahin kann schon langsam losgelegt werden – mit dem Entrümpeln der Milchzentrale und einer Sichtung der Bausubstanz. Vor der Versammlung am Montag, 14. April, können sich alle Bürger ab 18 Uhr das Gebäudeinnere auch selbst ansehen. Dann werden zwei Dinge klar: Die Räume haben Potenzial für eine neue Nutzung, aber es muss eben auch viel getan werden, bis es soweit ist. Das wissen Lützel und Hoffmann. Aber es schreckt sie nicht ab, sondern spornt sie an.

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