Neustadt
Probelauf fürs Wasserspiel am Bahnhofsvorplatz
Der Donnerstag ist ein schöner Frühwintertag. Es ist zwar kalt, aber trocken und sonnig. Alles passt für einen Probelauf, den nur wenige Passanten, die an der nahen Eisbahn unterwegs sind oder auf den Bus warten, mitbekommen: Zum ersten Mal sprudelt das Wasserspiel, das künftig das Ambiente auf dem Bahnhofsvorplatz prägen soll. Martin Utech, Leiter der Tiefbauabteilung, und Matthias Rößler von der Tiefbauabteilung, der als Projektleiter die Arbeiten auf dem Bahnhofsvorplatz steuert, sind zufrieden.
Sie sind froh, dass das Wasser überhaupt läuft. Und ihnen gefällt, was die Mitarbeiter der Fachfirma an Programmen für den Probelauf ausgewählt haben: Man erkennt, dass die Fontänen ganz unterschiedlich aussehen werden. Bis zu zwei Meter hoch können sie sprudeln. Und im Boden des Beckens sind zudem Lampen angebracht, sodass das Wasserspiel in den Abendstunden durch die Beleuchtung auch für das passende farbliche Ambiente sorgen kann.
Probleme durch Frost
Wer nun neugierig ist und sich schnell auf den Weg zum Hauptbahnhof macht, wird jedoch enttäuscht werden. „Es gibt jetzt erst einmal nur einen ausgiebigen Testlauf. Danach wird das Wasserspiel wie alle Brunnen und Wasserläufe über Winter wieder außer Betrieb genommen“, betont Utech. Erst ab Frühjahr soll das Wasserspiel dann den Platz prägen und in der Nähe der großen Kastanie mit der neuen Sandsteinmauer, an der es auch Sitzgelegenheiten gibt, für Aufenthaltsqualität sorgen. Bis dahin ist noch einiges zu tun. Unter anderem wird rund um die Kastanie noch ein Staudenbeet angelegt. Rößler ist zufrieden mit dem Fortgang des Großprojekts. War im Frühjahr der gesamte Bereich noch eine Großbaustelle, die man auch nicht betreten konnte, so ist der neue Bahnhofsvorplatz nun schon gut zu erkennen und auf den ersten Blick auch fertig. Rößler geht davon aus, dass in diesem Jahr bis zum Wochenende vor Weihnachten gearbeitet wird.
Obwohl er grundsätzlich mit allem zufrieden ist und sich freut, wie viel die Bürger schon vom neuen Gelände sehen können, so haben ihm die frostigen Temperaturen vor einigen Tagen doch einen Strich durch die Baustellenplanung gemacht. Es war nämlich so kalt, dass der noch fehlende Abschnitt des Platzes im Osten, der dann in die Bahnhofstraße mündet, nicht betoniert werden konnte. Eigentlich hätten die Arbeiten an diesem Teil der Fahrbahn Anfang der Woche nachgeholt werden sollen – „doch da hat es so sehr geregnet, dass es fürs Betonieren zu nass war“, hadert Rößler. Als nächster Termin habe man nun den 9. Dezember ins Auge gefasst. Der Projektleiter gibt sich zuversichtlich, dass dann alles klappt.
Wann fahren die Busse?
Die Neustadter müssen danach trotzdem noch geduldig sein. Denn nach dem Betonieren müsse die Fahrbahn vier Wochen ruhen, ehe sie befahren werden kann. Dieser kleine Straßenabschnitt wird Teil des Ringverkehrs, den die Busse künftig für die Anbindung des Hauptbahnhofs/Busbahnhofs fahren werden. „Durch die durch die Frost-Verzögerungen ausgelösten Verschiebungen zieht sich nun alles“, meint Rößler. Aber ab Februar soll der Platz tatsächlich genutzt werden können – und die Busse dort fahren.
Ganz fertig wird das Projekt, dessen Kosten bei mindestens 6,5 Millionen Euro liegen, dann jedoch noch nicht sein. Laut Rößler und Utech wurden jüngst zwar sieben neue Bäume rund um den Platz gepflanzt (vier Amber-, zwei Judasbäume und eine Eiche), aber auf der Seite zum neuen Hotel hin könne der Gehweg erst richtig angelegt werden, wenn die Hotel-Bauarbeiten fertig sind. Auf der Hotel-Seite stehen auch noch Baumpflanzungen aus. Zudem müsse nächstes Jahr bis zum Sommer der Platz noch fertig angelegt und der Busbahnhof eingerichtet werden mit digitaler Fahrgastinfo, Halteschildern sowie den Buswartehäuschen. Ohne Nacharbeiten gehe es bei dem Vorhaben nicht, meint Rößler, zumal die Stadt ja auch von den umliegenden Projekten wie dem Hotelbau (Investor Sachs) und der Sanierung des Bahnhofsgebäudes (Bahn AG) abhängig sei. Aber es werde – und schön sei, dass man ja nun erkenne, wie alles mal aussehen werde. Vor allem in jenen Momenten am Donnerstag, als das Wasserspiel sprudelte.