Neustadt RHEINPFALZ Plus Artikel PCR-Test: Die Odyssee einer Familie an Weihnachten

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Am späten Abend des 23. Dezember wird eine Haßlocher Familie aufgefordert, bei ihrer Tochter einen PCR-Test machen zu lassen. Sie ist eine Kontaktperson ersten Grades. Damit beginnt die lange Suche nach einer Teststelle.

Was tun, wenn die Tochter zwar keine Corona-Symptome aufweist, aber auf Anordnung des Gesundheitsamts einen PCR-Test machen muss, weil in ihrer Klasse am Hannah-Arendt-Gymnasium zwei Mitschüler infiziert sind? Im Normalfall ist das kein Problem, kurz vor Weihnachten aber wird es für eine Haßlocher Familie zur unlösbaren Aufgabe. Am Ende verläuft das Fest deshalb anders als geplant.

Am 23. Dezember gegen 21.20 Uhr informiert die Schulleitung auf Weisung des Gesundheitsamts die Eltern über die Sachlage. Wegen der beiden Fälle müsse die Tochter in Quarantäne, die erst mit einem negativen PCR-Test aufgehoben werden könne. Mit dem Schreiben des Gesundheitsamts in der Tasche, macht sich die Familie dann an Heiligabend um 8 Uhr auf, um das Mädchen testen zu lassen. Was sie zu diesem Zeitpunkt dem Vater zufolge nicht ahnen konnte: Damit beginnt eine Odyssee, bei der auch viel Nicht- oder Falschinformation im Spiel ist.

Kita-Gruppe ist bestellt

Der Kinder- sowie der Hausarzt der Familie sind die ersten Anlaufstellen. „Leider vergebens, da sie sich verständlicherweise schon in den Weihnachtsfeiertagen befanden“, so der Vater. Um 9 Uhr geht es deshalb ins Testzentrum Vorderpfalz in der Speyerdorfer Straße. Dieses indes hat vom 24. bis 26. Dezember geschlossen, ebenso wie das reine PCR-Testcenter des DRK in der Chemnitzer Straße. Im ehemaligen Aldi wird zwar gearbeitet, aber nur wegen einer eigens bestellten Kita-Gruppe. Die Haßlocher werden zur Infekt-Sprechstunde der Stadt in der Weinbergstraße 8 geschickt, die bis 3. Januar täglich von 14 bis 17 Uhr geöffnet ist.

Dort stehen die Haßlocher nach eigenen Worten gut anderthalb Stunden an, um dann am Empfang wieder abgewiesen zu werden – die Sprechstunde ist nur für Menschen mit Corona-Symptomen. Sie seien aber nicht die ersten gewesen, die falsch geschickt worden seien. Auf die Frage, wo denn getestet werde, gibt es nun den Tipp, im Internet zu recherchieren. Die Infekt-Sprechstunde empfehlen dann später auch noch andere Anlaufstellen, darunter die Ärztliche Bereitschaftspraxis beim Hetzelstift.

Nur gegen Vorkasse

Die Suche im Internet verläuft wenig überraschend ergebnislos. Alles hat über die Feiertage zu. Weiter recherchiert wird am Morgen des ersten Weihnachtsfeiertags: Der einzige Treffer ist eine private Teststation in Mannheim, bei der ein Termin nur online und gegen 80 Euro Vorkasse zu buchen gewesen wäre.

Die Hotline der Haßlocher Bereitschaftsärzte wiederum empfiehlt das Neustadter Testzentrum im ehemaligen Aldi. Darauf hingewiesen, dass dieses geschlossen sei, wird ihm geraten, ins DRK-Testcenter im Klemmhof zu gehen. Dort kommen die Haßlocher direkt an die Reihe, werden dann aber ebenso direkt mit Verweis auf die Speyerdorfer Straße abgewiesen. „Als ich die Kollegen dort dann darüber informierte, dass dieses schon seit Heiligabend geschlossen ist, waren sie ganz überrascht.“

Und wenn Schnelltest positiv?

Letztlich versucht es die Familie noch im Hetzelstift, dessen Testzentrum aber bis Januar geschlossen ist. Auf dem Heimweg fährt sie dann noch einmal am früheren Aldi vorbei. Weil dort wieder Menschen stehen, versuchen sie erneut ihr Glück. „In einem kurzen Gespräch stellte sich heraus, dass ihr Schnelltest positiv war und sie deshalb wegen eines PCR-Tests in die Speyerdorfer Straße geschickt worden waren.“ Es hat aber nach wie vor zu.

Am zweiten Weihnachtsfeiertag stellt die Haßlocher Familie dann erst mal die Suche nach einer PCR-Teststelle für symptomfreie Fälle ein. Jetzt hofft sie, ab Montag eine Arztpraxis oder geöffnete Teststelle zu finden, „bei der wir mit dem Schreiben vom Gesundheitsamt angenommen werden und unsere Tochter endlich getestet wird“.

Das einzig Gute an all dem sei, „dass es unserer Tochter gut geht und sie vermutlich nicht positiv ist“. Traurig sei aber, dass die Weihnachtsfeier mit den Großeltern wegen des fehlenden Tests ausgefallen sei.

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