Dorfgespräche
Ortsvorsteherin: In Königsbach ist richtig was los!
Königsbach präsentiert sich nicht nur frisch und modern auf seinen neuen Internetseiten, sondern ist auch touristisch ein Bonuspunkt für Neustadt. Dessen ist sich Ortsvorsteherin Alexandra Schaupp (CDU) sicher. Sie vertritt das Dorf seit 2017, unterstützt von der Ortsverwaltung und dem Förderverein „Die Kinschbacher“, dessen Vorsitzende sie automatisch durch ihr Amt geworden ist.
Das heißt natürlich nicht, dass Schaupp als Ortsvorsteherin wunschlos glücklich ist. Ein Wunsch wäre, dass Königsbach alle Wanderwege auf seiner Gemarkung im Biosphärenreservat Naturpark Pfälzerwald behalten darf. Womit „keiner der ausgeschilderten und gepflegten Wege“ dem künftigen Besucherlenkungskonzept oder dem Kernzonenschutz zum Opfer fiele. Es wäre schlecht, solche Standortvorteile zu verlieren, sagt Schaupp. Zumal gerade erst ein Fragebogen dazu auf ihrem Schreibtisch gelandet sei, ob Königsbach wie seit über 40 Jahren staatlich anerkannter Erholungsort bleiben könne.
Froh über Internetseite
Ihr Dorf im Norden Neustadts, dem gern nachgesagt wird, der verschlafenste Ortsteil zu sein, habe sich im vergangenen Jahrzehnt gemausert, ist die Ortsvorsteherin überzeugt und stolz. „Hier ist richtig was los“, wie auch die Internetseiten zeigten. Der in Königsbach wohnende Webdesigner Boris Bender sei ein echter Glücksfall für das Weindorf gewesen. Er habe die Internetseiten nicht nur neu gestaltet und mit Videos versehen, sondern pflege den Auftritt auch. Für die eigentlichen Inhalte indes sorgten Ortsvorsteherin, Ortsverwaltung und Förderverein.
Ein Renner, belohnt mit vielen „Klicks“, sei das Künstlerprojekt, berichtet Schaupp. Denn Königsbach sei ein Künstlerdorf, dessen Kreative sich nun im Internet mit ihren Arbeiten in abstrakter Malerei, Emaille, Fotografie, Keramik und mehr vorstellen könnten. Manche von ihnen könnten auch auf Anfrage besucht werden. Wer wandern gehe, könne einen Künstlerbesuch oder einen Spaziergang durch das malerische Königsbach mit seinen verwinkelten Gassen und denkmalgeschützten Bauwerken rund um die katholische Pfarrkirche St. Johannes Baptist anschließen. „Wir haben auch den Lavendelhof, das Weinland, unsere Winzer und unser Sportheim“, erinnert Schaupp, allerdings schränke Corona da ein.
Direkt loswandern
„Außerdem gibt es einen tollen Zusammenhalt im Dorf, wir sind kinder- und seniorenfreundlich“, erklärt die Ortsvorsteherin zufrieden. Zur Kita bestehe ein sehr gutes Verhältnis. Sie sei mit dorfbestimmend, beispielsweise wegen des Sommerfests oder zu St. Martin. Ebenso unterstützten die Weinprinzessin, die Vereine und die Frauen der kfd die Dorfgemeinschaft. Wer in Königsbach eine der zahlreichen Ferienunterkünfte – ab 2022 auch auf der Internetseite – gebucht habe, könne von dort direkt loswandern, die Rundwanderwege schätzten vor allem Senioren. Zwar fehle für die Jugend noch ein Raum, aber die zwei großen Spielplätze seien für die Kleineren gerade in der Pandemie zum Renner geworden.
Doch ein Problem im Dorf sei der Parkplatzmangel, für den der Ortsbeirat gerade eine Lösung suche. Außerdem müsse eine Ladestation für E-Fahrzeuge her, ebenso wünschenswert sei ein Wohnmobilstellplatz. Ausbaufähig ist für Schaupp zudem die Infrastruktur: Wieder einen Arzt für Königsbach zu begeistern, sei noch nicht gelungen. Und weil die Nachfrage zu gering gewesen sei, habe der kleine Dorfladen wieder schließen müssen. Ganz vom Tisch sei ein solcher Laden aber trotzdem nicht. Eine Kombination mit Post und/oder Reinigung in einer mietpreisgünstigeren Lage könnte laut Ortsvorsteherin vielleicht eine Möglichkeit sein.
Nicht über Haardt?
Bei den Busverbindungen wünscht sie sich eine zusätzliche, regelmäßige Verbindung direkt in die Stadt, ohne über die Haardt fahren zu müssen. „Dabei sollte auch die Martin-Luther-Straße mit Ärzten, Schulen, Supermärkten und Kirchen angefahren werden“, fordert Schaupp für ihre 1200 Mitbürger.
Sehr wichtig sei ihr, dass dieses Jahr „endlich, endlich das Riesenprojekt Schulhausrenovierung abgeschlossen“ werde und sie anschließend bei einem Tag der offenen Tür mit dem Ortsbeirat interessierte Bürger über die Hintergründe der langen Dauer bei einem Rundgang aufklären könne. Doch zunächst hofft sie für ein weiterhin ansprechendes Ortsbild darauf, Ende Oktober genügend freiwillige Helfer zu finden, wenn die Ortseingänge saubergemacht werden. Was sie dabei ebenso vor Augen hat: eine ähnliche Helferaktion rund um die Klausenkapelle.
Internet
www.neustadt-koenigsbach.de
